Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Montag, 29. September 2014

Europäisches Filmfestival in den Emiraten

Ich gebe es ja mittlerweile offen zu: Bevor ich nach Abu Dhabi kam, habe ich mich mit leichter Verzweiflung gefragt 'Was mach ich da? Gibt es dort auch noch etwas anderes außer Beton und riesigen Shopping Malls?'

Wie kurzsichtig, wie ahnungslos, ja, auch: Wie voreingenommen! Das mit der Shopping-Wut mag stimmen, aber wer da nicht so ein großer Fan 'von ist, hat hunderterlei Möglichkeiten, sich sportlich, kulturell oder bildungsmäßig zu verausgaben.

Ein Beispiel unter unzähligen soll heute vorgestellt werden. Das "European Film Screenings", welches in Abu Dhabi und Dubai vorige Woche stattfand. Vor dem jeweiligen Hauptfilm wurde ein emiratischer Kurzfilm gezeigt - dieses Programm unterschied sich in Abu Dhabi und Dubai; wohl, um regional möglichst vielen jungen, einheimischen Filmemachern eine Chance zu geben.


Blick ins restlos besetzte Auditorium in der MARINA MALL Abu Dhabi beim letzten Festivalbeitrag, dem deutschen Film "Good Bye, Lenin"
https://www.facebook.com/EuropeanFilmScreenings/photos/pb.287351218133756.-2207520000.1411977279./292524174283127/?type=1&theater


Für die Cineasten unter uns hier die Liste der gezeigten europäischen Streifen -  einige davon Preisträger diverser Wettbewerbe der vergangenen Jahre, wie der Berlinnale.

  • A Morte De Carlos Gardel (Portugal) von Solveig Nordlund
  • Doudege Wénkel (Luxemburg, Belgien) von Christophe Wagnerm
  • Carmina o revienta (Spanien) von Paco León
  • Der stille Berg (Österreich, Italien) von Ernst Grossner
  • Vratné Lahve (Tschechische Republik, Großbritannien) von Jan Sverák
  • Good Bye, Lenin (Deutschland) von Wolfgang Becker
  • La Grande Bellezza (Italien, Frankreich) von Paolo Sorrentino
  • London: The modern Babylon (Großbritannien) von Julien Temple
  • Once (Irland) von John Carney
  • Paris, je t'aime (Frankreich, Schweiz, Deutschland, Luxemburg) von diversen Regisseuren
  • Soof (Niederlande) von Antoinette Beumer
  • Isdraken (Schweden) von Martin Högdahl
  • Walesa. Czlowiek z nadziei (Polen) von Andrzej Wajda


Da wir mit Kind unterwegs waren, sahen wir uns "Isdraken" ("Der Eisdrache"), den schwedischen Beitrag an - ein in skandinavischer Manier liebevoller Kinder- und Jugendfilm mit viel Herz, der dennoch kein bisschen süßlich oder kindtümelnd daherkommt.
Erfreulicherweise ist auch unsere Neunjährige inzwischen an originalsprachiges Kino gewöhnt (selbst englische Filme versteht sie ja von der Sprache her noch eher nur rudimentär); dass die Schauspieler sich auf Schwedisch unterhielten und Englisch untertitelt waren, rang ihr kein Nörgeln ab, sondern höchstens verstärkte Konzentration auf Handlung, Mimik und Gestik.
Im Anschluss an die Filmvorführung stand der Produzent des Films dem rege fragenden Publikum mit Antwgorten zur Verfügung, was das Kinoerlebnis noch einmal vertiefte und bereicherte.

Muss ich noch erwähnen, dass auch für diese Kulturveranstaltung in den Emiraten, welche wir besuchten, wie für so viele andere keinerlei Eintrittsgeld erhoben wurde?

(Wer bei Facebook ist, kann das Programm des Festival auch hier nachverfolgen.)

Freitag, 26. September 2014

Emiratische KampfpilotIN fliegt Angriffe gegen IS-Milizen


Aus aktuellen Anlass verzichten ich heute mal aufs Selberschreiben. Der verlinkte Artikel über eine Emiati aus Abu Dhabi - bestens ausgebildet UND Kopftuchträgerin, die eben gegen die islamischen Terroristen in Syrien Angriffe flog - ist es mir wert, an dieser Stelle veröffentlicht zu werden.

Gern können wir in den Kommentaren hier mal beginnen, das weite Thema "Rolle der Frau im Islam" anzureißen....

"Lady Liberty“ fliegt Luftangriffe auf Dschihadisten

Eine 35 Jahre alte Pilotin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist an den Luftangriffen auf die Dschihadisten in Syrien beteiligt. Für die Kämpfer der IS-Terrormiliz sei „Lady Liberty“ sicher „der schlimmste Albtraum“, heißt es in Kommentaren."

Den gesamten FAZ-Beitrag können Sie hier lesen:


Emiratische Kampfpilotin gegen ISIS

Ergänzend dieser hier, mit noch einigen Hintergrundinformationen:

WELT-Beitrag

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Freitag, 19. September 2014

ADIHEX - Outdoor und Jagdmesse

Blick auf die Jagd-, Reiterei- und Outdoormesse ADIHEX

 Die diesjährige Abu Dhabi International Hunting Exhibition (ADIHEX), die Jagd-, Reiterei- und Outdoor-Messe, ist vergangene Woche zu Ende gegangen. Eine der vielen Consumer-Messen auf dem Ausstellungsgelände der emiratischen Hauptstadt, aber auch eine mit einer besonders großen Breitenwirkung. Nicht nur viele Emiraties und Expats reisen dafür alljährlich an, sondern auch Besucher aus den angrenzenden Staaten.
Erwachsene zahlen umgerechnet 2 EUR Eintritt inklusive Parkhaus; Kinder selbstverständlich nichts.

Wüsten-Buggy
Jugendliche Messebesucher
In deutschen Zeitungen, z.B. im "Handelsblatt" (ADIHEX im Handelsblatt) klingt es so, als sei es eine mit etwas Folklore verbrämte Waffen-Fetischisten-Messe gewesen.

Die Waffenschau

Ob Tarnfleckanzüge zur Camouflage in den Wüstendünen wirklich sinnvoll sind?
Als Besucher sage ich: Es war eher andersherum - ca. 20 % Jagdzubehör, der (weit größere) Rest Campingartikel nicht nur für die Wüste, Outdoorsportequipment inklusive Wassersport, emiratische Handwerkskunst, Natur- und Umweltschutz, Tierheime, Reiterausrüstungen sowie emiratische Gastlichkeit. Und daher versuche ich, mit meinen laienhaften Schnappschüssen auch und speziell diese Atmosphäre zu übermitteln.

Salukis - des Arabers Lieblinge.....


Grund für die Massenwirksamkeit dieser Messe ist sicher die Bandbreite der Exhibition, welche wirklich weit über das Thema "Jagd" hinausgeht und so ziemlich alles, was Camping, Freizeitsport in der Region, aber auch Wildlife-Conservation (Bewahrung einheimischer Flora und Fauna) umfasst.
Großer Anziehungspunkt ist darüber hinaus vor allem für die arabischen Interessenten die Saluki-Show   -  jener einheimische Windhund, der hierzulande von den Einheimischen liebevoll gehegt wird. Obwohl traditionell ja der Hund ebenso wie das Schwein in den moslemischen Ländern als "unrein" gilt! Für den edlen Saluki wird eine Ausnahme gemacht.

... genauso wie Jagdfalken....

... und Reitpferde (hier eine Mini-Version)

Noch einmal zurück zu den Waffen. Für den Außenstehenden sieht es möglicherweise so aus, als gehe der gewöhnliche Emirati halt auf solch eine Exposition und kehrte dann fröhlich und ahnungslos mit einem Einkaufsbeutel voller Uzis, MPs und Kalaschnikows nach Hause zu seinen Lieben heim (... und schieße sich oder einem seiner Kinder beim Ausprobieren gleich mal aus Versehen in den Fuß...).

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Einkaufen kann man diese Waffen auf der ADIHEX durchaus. Allerdings wandern sie nach der Bezahlung zurück ins Depot. Erst, wenn der neue Besitzer sich mit seinem Waffenschein bei den zuständigen emiratischen Behörden als berechtigt und ausgebildet zum Waffenbesitz ausgewiesen hat, darf er sie dann abholen...


Traditionelle Korbmacherei wurde u.a. auch gezeigt
Deutscher Sportbogen-Stand



















Die Gestaltung der Messehallen ist großzügig und vermittelt trotz aller Künstlichkeit so etwas wie Flair....

Mittwoch, 10. September 2014

Schlechtes Wetter


Unter "schlechtem Wetter" assoziiert man ja in mittleren Breiten für gewöhnlich "kalt und regnerisch". Wenn es hier in den Emiraten mal regnet - so an zwei oder drei Tagen im Jahr -  ist das aber kein "schlechtes" Wetter, sondern eher ein Grund, fröhlich barfuß rauszurennen! (Selbst, wenn die Straßen dann wegen teils mangelnder Kanalisation überlaufen.) Kalt wird es sowieso nie wirklich.....

Unlängst hatten wir hier aber tatsächlich schlechtes Wetter! Nachmittags erbleichte die Sonne zu einer matt weißlichen Scheibe am dunkel werdenden Himmel - aber nicht von Regenwolken, sondern von Sandmassen. Die umliegenden Hochhäuser und Villen verschwanden fast in dem Schleier. Das sah dann so aus:


Wenig später musste ich die Scheinwerfer am Auto anstellen und ganz langsam fahren, weil man - wie in Deutschland bei dichtem novemberlichen Frühnebel - keine zwanzig Meter weit mehr sehen konnte. In Nordafrika kannten wir solche Sandstürme unter dem Namen "Ghibli", hier auf der Arabischen Halbinsel heißt er Schamal.

Dieser sandhaltige Wüstenwind ist auch daran schuld, dass durch die damit verbundene Erosion die Sandstrände in Dubai regelmäßig künstlich erneuert und wieder aufgeschüttet werden müssen. Und auf den Straßen und Autobahnen müssen nach solchen Sandstürmen dann oft Arbeiter die frisch gebildeten "Dünen" vom Asphalt schippen, damit der Autoverkehr gefahrlos wieder rollen kann.

Doch in jedem Falle hat man nach auch nur wenigen Sekunden Aufenthalts im Freien bei solchen Sandstürmen eins: Sand in den Haaren, Sand auf der Haut, Sand in den Ohren, Sand zwischen den Zähnen.....




Der aufziehende Sandsturm hat fast etwas gespenstisches an sich.





Donnerstag, 4. September 2014

Arabische Küche - Teil I

Wie kann man ein Land, eine Kultur sehr sinnlich erfahren? Genau, durch die Küche!
Deshalb dürfen in solch einem Blog natürlich auch einige kulinarische Verweise und Tipps nicht fehlen.

Wenn auch die Geschmäcker verschieden sein mögen - in einem Punkt sind sich die vier Döhrings einig: Bei Gaumenfreuden aus dem Nahen und Mittleren Osten sind wir alle gern dabei! Total lecker (und auch noch absolut gesund).

Da unsere deutschen Freunde vielleicht an einem der nächsten Wochenenden noch einmal die Chance haben (rein wettermäßig), den Grill anzuwerfen oder ein Picknick zu veranstalten, will ich hier zwei orientalische, allgemein bekannte und oft verwendete Rezepte beisteuern, die wir sehr mögen und welche sich auch auf jedem Gartenbuffett hervorragend machen.
Das eine ist der unheimlich saftige und frische Petersilien-Salat "Tabbouleh", das andere "Hummus", ein Kichererbsenpaste. Dazu wird traditionell frisches Fladenbrot gereicht (kann man beim lokalen Dönerimbiss besorgen) sowie evtl. gegrilltes Fleisch. Schnell gemacht sind beide Gerichte übrigens.

TABBOULEH (Petersilien-Salat):


„Flickr - cyclonebill - Tabbouleh“ von cyclonebill - Tabbouleh. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flickr_-_cyclonebill_-_Tabbouleh.jpg#mediaviewer/Datei:Flickr_-_cyclonebill_-_Tabbouleh.jpg


  • 2 Bund GLATTE Petersilie (nur diese hat das Aroma und ist nicht so trocken wie die krause Variante!)
  • 1 Bund frische Minze
  • ca. 200 g Bulgur (gibts im Asia-Geschäft; man kann aber auch groben Couscous nehmen)
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 300 ml Wasser
  • 2 große, enthäutete Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe (nach Geschmack auch mehr)+
  • Saft von 2 mittleren Zitronen
  • Olivenöl
  • Pfeffer, Salz
Zwiebeln ganz fein würfeln, Knoblauch pressen, mit dem Bulgur ca. 10 min in das Wasser einweichen, bis er weich ist. Petersilie und Minze fein hacken, mit den gewürfelten Tomaten mischen. Zitronensaft hinzugeben. Alles untereinanderheben, mit Olivenöl, Pfeffer und Salz abschmecken. Fertig!


HUMMUS (Kichererbsen-Paste)



„Noura Restaurant (3385997679)“ von Serge Melki from Indianapolis, USA - Noura RestaurantUploaded by russavia. Lizenziert unter Creative Commons Attribution 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Noura_Restaurant_(3385997679).jpg#mediaviewer/Datei:Noura_Restaurant_(3385997679).jpg

  • 2 Dosen Kichererbsen (alternativ getrocknete, welche am Vortag eingeweicht, am nächsten gekocht und püriert werden)
  • 4 EL Tahini (Sesampaste, aus dem Asia-Markt)
  • 2 gepresste Knoblauchzehen (nach Geschmack)
  • ca. 2 EL Olivenöl
  • 4 EL Zitronensaft
  • Pfeffer, evtl. Cuminpulver
  • Paprikapulver
Alle Zutaten bis auf das Paprikapulver - und evtl. ein paar ganze Kichererbsen zur Deko - pürieren. Wenn die Paste zu fest wird, etwas Wasser zugeben, bis sie dickflüssig-streichfähig ist.
In einer Schale anrichten, mit der Gabel eine Spirale hineinziehen, Olivenöl und Paprikapulver darüberstreuen, evtl. mit einigen Kichererbsen bestreuen.
Kann man zu frischen Gemüsensticks als Dip oder zu den anderen Bufettgerichten dazu essen -  im Falle des dünnen Fladenbrots wie eine Tasche oder ein Wrap befüllt.

Guten Appetit


Sonntag, 31. August 2014

Tschüss Heimat! Hallo "andere" Heimat!

Es ist soweit: Die langen Sommerferien in Deutschland sind zu Ende gegangen, wir haben einen Tag in Fliegern verbracht und hier in Abu Dhabi unsere Koffer wieder ausgepackt. Adé kühle, waldduftende Regenluft. Hello, backofenheißer, vibrierender Wüstenwind.

Der Alltag hat uns wieder, aber das ist ganz okay. Alle Schulmaterialien sind vorbereitet  - heute ist ja der erste Schultag. Die freudige Aufregung, die alten Freunde nun wiederzusehen und die Neugier, neue Klassenkameraden im Kreis aufnehmen zu können, war bei unseren Töchtern stetig angewachsen.
Bei den Teenagern sind "die Neuen" (vier) aber zur Auftaktveranstaltung in der Schulaula dann schon gar keine wirklich neuen Gesichter mehr, denn dank moderner sozialer Netzwerke im Internet ist meine ältere Tochter sowie fast ihre ganze Klasse mit den Neuankömmlingen bereits bekanntgemacht und teils fast schon befreundet! Welch ein schönes Willkommen in einer neuen Klasse, wenn man sich schon beim ersten Treffen lässig abklatschen und in ein - irgendwie - bekanntes Gesicht schauen kann. Wenn ich da so an unsere Schulzeit denke und wie blöd es war, am ersten Tag der oder die "Neue" zu sein.....

Leben im Ausland, verbunden mit langen Sommerpausen in der alten Heimat, ist für mich ein bisschen, als lebte ich zwei parallele Leben. Zwar zeitlich natürlich nicht ganz kongruent, aber insgesamt fühlt es sich so an. Was ich durchaus als Bereicherung empfinde.
Als ich gestern mit meiner Jüngeren im Carrefour einkaufen war (einer der vielen hiesigen Filialen des großen französischen Supermarktanbieters), waren es weniger die vielen verschleierten Frauen und überhaupt Menschen aus aller Welt um mich herum, welche mir bewusst machten, dass wir nun wieder HIER sind. Sondern andere Kleinigkeiten; speziell die Gelassenheit und die vielen lächelnden Gesichter.
Als ich am Eingang keine Münze für den Einkaufswagen fand und hilflos mit einem Dirham-Schein herumfummelte, den ich hätte irgendwie hätte wechseln müssen, beobachtete dies ein indischer Angestellter des Supermarkts. Im gelben Overall kenntlich als einer, der für das Rangieren der Einkaufskorbschlangen und für die schnelle Verpackung am Ende des Kassenlaufbands zuständig ist. Er hakte mir flugs und mit freundlichem Lächeln mittels seines Spezialschlüssels einen Korb ab, deren Schlange er vor sich herschob. Problem gelöst.
Später dann, selbst in der Kassenschlange, krabbelte vorn bei der Kassiererin ein schwarzlockiges Kleinkind auf dem Kassenband herum. Die arabischen Eltern schienen das normal zu finden, die philippinische Kassiererin offenbar auch -  alle ringsum lächelten dem Kind zwischen Salat, Joghurt, Nudelpackungen und Breigläschen zu. Ich stellte mir vor, das hätte ich vor Jahren mit meinen Kindern in einem deutschen Supermarkt zugelassen.... - HA!

Als ich meine Kleine fragte, wo denn nun eigentlich "zu Hause" sei - in Deutschland, wo wir vorgestern noch waren, oder hier, wo wir jetzt wieder gelandet sind, kam ihre Antwort sofort: "Na hier. Und in Deutschland. Eben da, wo wir gerade sind."

Ein lieber Gruß noch einmal an alle Verwandten und Freunde in der "anderen" Heimat in Europa! Danke, dass ihr euch immer wieder Zeit für uns nehmt und uns dazugehören lasst. Eine kleine Entschuldigung an alle, welche wir beim jährlichen "Besuchsmarathon" nicht mehr oder nicht noch einmal sehen konnten. Aber wir kommen ja wieder!

Samstag, 16. August 2014

Emiratische Studenten in Dresden


Dass man in den Cities der deutschen Großstädte häufig schwarz verhüllte Damen mit ihren Familien vor den jeweiligen Fünf-Sterne-Sehenswürdigkeiten oder beim (nicht nur) Window-Shopping sieht, ist nichts neues: Bewohner der Golfstaaten auf Reisen.

Ungewöhnlicher - noch - dass neun emiratische Studenten und zehn Studentinnen auf Austauschprogramm in u.a. Dresden waren! In einem Beitrag der Sächsischen Zeitung wurde kürzlich davon berichtet.
Eine von drei Wochen in Deutschland verbrachten 20 Studenten aus Abu Dhabi in Dresden. Elite-Studenten, welche ein hartes Auswahlverfahren hinter sich haben und die vom Kronprinz von Abu Dhabi als „Youth Ambassadors Program“ nach Mitteleuropa entsendet wurden. Die angehenden Wirtschaftslenker, Diplomaten und Naturwissenschaftler werden dementsprechend umhegt: Anstatt in Pensionen oder Jugendherbergen sind sie in Fünfsternehotels untergebracht.Vormittags wird Deutsch am hiesigen Goethe-Institut gelernt, nachmittags und abends gibt es Führungen zu den historischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Höhepunkten der Elbestadt.

So gehoben die Tagesordnungspunkte der jungen Emiraties auch sein mögen - der feste Rahmen ist vom Kronprinz dennoch vorgezeichnet: Alle tragen blassgelbe Polohemden! "Die Kleiderordnung ist vom Kronprinzen gewünscht; die Gastgeber sollen sofort wissen, mit wem sie es zu tun haben. „Future Leaders in Germany“ steht auf dem Rücken geschrieben – künftige Führungspersonen in Deutschland. Auf der Brust ist das Wappen der Vereinigten Arabischen Emirate aufgestickt. Die Studenten sind dazu angehalten, das Hemd ständig zu tragen. Jeder hat mehrere Exemplare bekommen; im Taschenbergpalais können sie auch den Wäsche-Service nutzen. Am Dienstag, so erzählt eine Begleiterin vom Goethe-Institut, gab es eine Diskussionsrunde in der Staatskanzlei. Eine der Studentinnen fragte ein bisschen verzweifelt: „Und was ist mit den T-Shirts?“ Gern hätten sie sich für den Anlass etwas aufgebrezelt. Keine Chance, sie mussten das Hemd anlassen. Seitdem versuchen manche, es zu kaschieren, indem sie ihre Jeansjacke darüber anlassen oder das Kopftuch entsprechend drapieren" (Zitat Sächsische Zeitung)

Globalfoundries, ein US-Amerikanischer Halbleiterhersteller und einer der Veranstalter, hatte 2008 in Dresden den dortigen Halbleiterhersteller AMD übernommen.  Und der Halbleiter-Riese gehört wiederum zu 100 Prozent der Investmentfirma Mubadala Technology aus Abu Dhabi gehört.  (siehe hier)

Gut möglich also, dass künftig engere Wirtschaftsbeziehungen zwischen Dresden und Abu Dhabi enstehen werden, falls die jungen Entscheider aus Politik und Wirtschaft, welche die Stätten von Globalfoundries und all die anderen Highlights von Dresden besucht haben, auch in Zukunft gute Erinnerungen an ihre Reise nach "Elbflorenz" bewahren!
Und das wäre dann wieder ein Fakt, der mich als Dresdnerin freuen würde.....



Samstag, 9. August 2014

Kunst, Kommerz und zugleich Museum: Etihad Gallery Abu Dhabi


Im Herzen Abu Dhabis, etwas versteckt in einem Wohngebiet, liegt die "Etihad Gallery".
Wer sie besucht, wird in eine orientalische Kunstoase quer durch Jahrhunderte, Regionen und Stile entführt. Intarsien-Tische aus Syrien, marokkanische Vasen, Gemälde mit ägyptischen Marktszenen aus dem 18. Jahrhundert, Damaszener Krummschwerter, Miniatur-bebilderter Pilgerhemden, Wandteppiche und sogar ein Koran aus dem Kashmir des 8. Jahrhunderts und vieles andere mehr kann man hier bestaunen und teils sogar in die Hand nehmen!

Galerist Mohammed Al-Homsi, ein Deutsch-Syrer, welcher jahrelang im Kunst- und Antiquitätenhandel in Damaskus arbeitete, bevor er in die Emirate kam, führt gern durch die Räume und hat zu allen Austellungsstücken Spezial-Infos und manchmal auch erstaunliche Details oder gar Geschichten zu erzählen.


Mohammed erläutert Besuchern gern die Exponate



 





















Manchmal stehen Kunst und Kitsch eng beeinander, aber auch das trägt zum prächtigen, "orientalischen" Gepränge der Ausstellung bei. Und wer ausreichend Bares in der Portokasse hat, kann theoretisch jedes Stück, das man zu sehen bekommt, auch kaufen!
Gerade einige der prachtvollen, reich verzierten Koranausgaben aus früheren Jahrhunderten und entfernten Ecken Arabiens hätten mich schon sehr gereizt.....






Originale Koranausgaben aus unterschiedlichen Jahrhunderten und Regionen der islamischen Welt

Moderne Kunstausstellung

Im Nachbargebäude, das zum Areal gehört, findet sich dann eine Galerie mit zeitgenössischer Kunst - sowohl Malerei als auch Skulpturen und Fotografie. Junge Künstler aus arabischen Ländern stellen hier ebenso aus wie "Kollegen" aus der westlichen Hemisphäre.

Die Ausstellungen wechseln regelmäßig. Auch hier können Kunstliebhaber die Exponate erwerben. Überdies beherbergen die Räumlichkeiten einen Ausstellungs-und Verkaufsraum für Merchandising-Artikel des Emirates Red Crescent (Pendant zum "Roten Kreuz"), welches zahlreiche Hilfsaktionen für Menschen in Not initiiert.





Beeindruckt haben mich die Gemälde eines gerade mal 21-jährigen Malers aus Syrien, der sowohl photorealistisch als auch surrealistisch abbildet.









Sein "Markenzeichen" ist ein winziges Barcode-Schildchen, welches er auf jedem der Gemäde ganz klein und teils versteckt irgendwo unterbringt.
Nur beim Abbild des momentan herrschenden Scheichs hat er darauf verzichtet.....


Wer sich für die antike oder die moderne Abteilung der Etihad-Gallery interessiert, findet nähere Infos hier:

Homepage der Etihad Gallery

Facebook-Seite der Etihad Gallery

Das Galerie-Café ist eröffnet!


Pünktlich zum unlängst zu Ende gegangenen Ramadan 2014 wurde nun auch das sehnlich erwartete Galerie-Café, das sich auf dem Ausstellungsareal befindet, endlich fertiggestellt. Angenehm "unperfekt" inmitten der unzähligen "Hochglanz"-Restaurants und -Cafés in Abu Dhabi kommt es daher: Alle Einrichtungsgegenstände sind anderswo ausrangierte Teile, welche bemalt, mit Graffittis besprüht und "zweckentfremdet" wurden und so eine phantasievolle, inspirierende Umgebung für ein paar Häppchen und Getränke bildet.

Eimer und Badewannen als "Lampenschirme", Sitzsäcke, auf leere Propangasflaschen montierte Sitzflächen, aus aufgeblasenen Poolkissen gebastelte Sessel, ja selbst ein ehemaliger Flugzeugsitz bilden hier das Mobilar!
Sogar ein lebendiger Baum wächst hier mitten im Gastraum und durch ein Loch im Dach in den Himmel.... Wenn das kein Symbol für hochfliegende, phantasievolle Ideen ist!


Galerie-Café kurz vor der Inbetriebnahme

Mittwoch, 30. Juli 2014

EID MUBARAK! Feiertage in der islamischen Welt


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http://muslimvillage.com/2012/08/18/26300/eid-el-fitr-2012-follow-us-for-eid-location-prayer-times-info/

Ein herzliches EID MUBARAK allen unseren moslemischen Freunden!

Momentan feiern alle Moslems, welche in den vergangenen 28 Tagen gefastet haben, das Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr (gesprochen: Iid al-Fitr). Da während dieses Höhepunkts im islamischen Jahr große Mengen an Süßigkeiten zubereitet, gekauft, verschenkt und natürlich auch gegessen werden, heißt es auch "Zuckerfest".

Nach dem morgendlichen Gebet beglückwünscht man Familie, Verwandte, Freunde. Festliche Kleidung wird getragen, die Frauen verzieren ihre Hände mit Henna-Bemalung. Während Eid al-Fitr sind öffentliche Einrichtungen, Schulen, Banken, Behörden und viele Läden geschlossen. Außerdem entrichten die Gläubigen ein spezielles Eid-Almosen für Bedürftige.

Die fröhliche Feierlaune wird auch dieses Jahr überschattet von den teils sehr blutigen Unruhen in Teilen der islamischen Welt. Ich wünsche allen Menschen, unabhängig von Religion und Kultur, dass Frieden werden möge.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Adresse: "Zwischen der 15. und der 15. Straße"!





In Abu Dhabi ist alles ganz einfach: Es gibt Straßen, die meist auch noch schachbrettartig angelegt sind. Leider ersetzt man die Nummerierung, die so schön einprägsam war, seit kurzem immer mehr durch die Namen ehemaliger Scheichs.

Nun ist es auf einmal nicht mehr "Straße Nr. 23", sondern die "Sheikh Mohammed Bin (es folgen drei bis fünf weitere Namen).... Road". Für den Ausländer, der sich in der Genealogie des hiesigen Königshauses nicht so gut auskennt, duchaus schwieriger zu merken als die Zahlenversion.


 Aber natürlich gibt es auch in einem so geordneten Land wie den Emiraten gewisse Tücken. Unlängst wollte ich meine Tochter bei einer Freundin abholen. Ich hatte eine Wegebeschreibung erhalten, die da hieß, von der Soundso-Straße solle ich kurz hinter der 15. Straße, die rechts abgeht, nach einem gelblichen Haus Ausschau halten. Das tat ich.

Nach mehrfachem Klingeln öffnete ein asiatisches Hausmädchen; da sie kein Englisch verstand, versuchte ich mit Gebärden zu erklären, dass ich ein kleines Mädchen, "etwa so hoch" (Hand in Brusthöhe) abholen wollte. Die junge Frau rief darauf etwas ins Haus, und zwei kleine - ganz offensichtlich emiratische - Mädchen kamen heraus. Mir wurde freundlich bedeutet, ob ich die eine oder die andere meine. Doch obwohl die niedlich aussahen, wollte ich doch eigentlich gern meine eigene Tochter wiederhaben...
Also rief ich die Mutter der Spielfreundin nochmals an und schilderte mein Problem. Sie meinte, ich solle einfach ganz langsam die Straße entlangfahren; sie würde sich an den Rand stellen und mir winken. So fand ich das Haus und mein Kind dann doch wohlbehalten.
Wie sich herausstellte, war die Adressangabe mit der 15. Straße durchaus richtig gewesen! Nur, dass es dort im Abstand von ca. 1,5 km eben ZWEI Straßen mit der Nr. Fünfzehn gibt, die rechs abgehen.....



Solche Erlebnisse sind uns natürlich nicht ganz neu. An jedem neuen Wohnort geht es wieder los: Sich orientieren, wichtige Adressen merken, den Ort kennenlernen. Was in Europa oder Amerika ein Kinderspiel ist - man hat ja Adressen mit Straßennamen und Hausnummer zur Verfügung, und dazu Stadtpläne und in letzter Zeit auch GPS und Navi - gestaltet sich in anderen Weltregionen weit spannender.

Besonders aufregend fand ich es an neuen Orten immer, anfangs die Kinder zu Geburtstagsfeiern zu fahren oder nach Spielnachmittagen bei neuen Freunden wieder einzusammeln. Wo es kaum Straßennamen und schon gar keine Hausnummern gab..... Wo man teils über Feldwege zum Ziel holperte, und Hausnummern gab's es erst recht keine! Dafür war es dann halt anfangs aufregender sich zurechtzufinden ;-)
So sah die selbstgebastelte kartografische Skizze für Freunde und Bekannte zu unserer Wohnung in Tripolis / Libyen aus.  (alle Angaben nicht mehr aktuell!)


"Da fährst du ganz einfach die Hauptstraße immer weiter, bis du ca. eineinhalb Kilometer hinter so einem Flyover auf der rechten Seite ein größeres Haus siehst, das hat an den Seiten und oben blaue Steine. Direkt dahinter biegst du rein, auch wenn es NICHT so aussieht, als könne man da fahren. Das ist schon ein bisschen eng zu der Mauer links hin, und die Bodenwellen sind arg tief - ich hoffe, du hast ein höhergebautes Auto?! Aber fahr da trotzdem weiter, dann kommst du auf einen Sandweg, da stehen Häuser. Links eine Moschee, an der du aber so halbrechts vorbeifährst. Dann bis zum übernächsten Weg. Auf der rechten Seite das letzte Haus. Das kannst du hinter der Mauer nicht sehen - aber dort bist du dann da!"
So lautete z.B. meine Wegebeschreibung für Freunde zu unserem Haus in Tripolis.

"Hinter (alternativ: vor) der Tankstelle", "schräg gegenüber ist so ein kleiner Gemüseladen", "am Trafohäuschen", "das sieht so aus, als könne man da nicht weiter, geh aber trotzdem dort rein!"..... so klangen häufig wiederkehrende Adressangaben. Aber das Schöne daran ist ja - es trainierte das Hirn. Und beim zweiten, spätestens dritten Mal zum selben Haus hatte man sich den Weg dann gemerkt.

Mein neues Hirntraining wird bald wieder sein, von der Nummern- auf die Scheich-Namens-Beschilderung der Straßen in Abu Dhabi umzulernen...

Da lobt man sich doch die - vergleichsweise - (meist) eindeutige Beschilderung in den Emiraten!


Montag, 14. Juli 2014

Dattelpalmen und "Wüstenbrot"


Eine alte Legende im Orient besagt: "Als Allah den Menschen erschaffen hatte, blieben ihm zwei Tonklumpen übrig. Aus diesen formte er die Dattelpalme und das Kamel."


Die Dattelpalme ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Kaum vorstellbar - doch je heißer die Sonne brennt, je trockener das Klima ist, desto höher werden die Stämme (bis zu 30 m!) und desto schmackhafter die Früchte! Die Wurzeln des Baumes können widerum bis zu 30 Meter in die Tiefe vordringen. Diese Reichweite genügt meistens, um an die Grundwasser führenden Schichten zu gelangen. Dattelpalmen müssen in solchen Fällen gar nicht bewässert werden.



Datteln reifen in großen Büscheln an der Palme


Die Dattelpalme, lateinisch Phoenix, ist eine in der Alten Welt heimische Gattung; es gibt insgesamt 14 unterschiedliche Arten. Kennzeichnend sind die zu Dornen umgewandelten unteren Blättchen der Fiederblätter. Die Gattung ist von den atlantischen Inseln vor Afrika über ganz Afrika einschließlich Madagaskar, im Norden Kretas, von der Süd-Türkei über den Nahen und Mittleren Osten, Indien bis nach Hongkon, Taiwan, die Philippinen, im Südosten bis zur Malaiischen Halbinsel und Sumatra verbreitet.

Nicht nur die Früchte, sondern auch alle anderen Teile der Palme werden von den Menschen genutzt:

• Palmwedel
Zäune, Matten, Körbe, Besen

• Datteln
Nahrung, Export

• Dattelkern
zerkleinert als Viehfutter

• Stamm
Bauholz,Brennholz

• Fasern
Säcke und Seile

• junge Palmblätter
können als Salat gegessen werden

• Saft aus dem Stamm alter Bäme
Palmwein



Datteln... "Brot der Wüste" und Leckerei zugleich


http://www.digicube.de/gallery,pic37,verschiedene-dattel-sorten.html
Ein einzelner Dattelbaum kann bis zu 100 Kilogramm Früchte liefern, trägt aber nur alle zwei Jahre. Es gibt einige hundert verschiedene Sorten, die alle ihre Namen haben! (auf dem Bild rechts eine Auswahl)

Angebaut werden die Bäume in Palmengärten. Ihre Laubblätter sind zu Wedeln umgebildet. Nach einer Fruchtreife von fünf bis sechs Monaten erscheinen die einsamigen Früchte, die botanisch zu den Beeren gehören. Es sättigt gut und schmeckt honigsüß. Im Inneren sitzt ein harter, walzenförmiger Samenkern. Von außen schützt eine ledrige Schale.





 
Was also uns Deutschen unsere Apfelsorten, sind den Arabern ihre Datteln. Vielfältig in Größe und Farbe, ist auch der Geschmack völlig unterschiedlich - von Konsistenz und Aroma getrockneter Rosinen bis hin zum butterweichen Schmelz, der an Karamell oder Toffee erinnert. 


Datteln sind reich an Zucker und haben einen entsprechend hohen Kaloriengehalt (100 g frische Datteln haben ca. 280 kcal). Das brachte ihnen den Namen „Brot der Wüste“ ein. Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Magnesium sowie B-Vitamine machen sie zu einer gesunden Nascherei. Der Gehalt der Aminosäure Tryptophan ist besonders interessant. Aus Tryptophan entsteht im Körper das Hormon Melatonin, das eine Bedeutung für den Schlaf-Wach-Rhythmus hat.

Datteln - die Iftar-Speise: Zum Fastenbrechen bei Sonnenuntergang während des Fastenmonats Ramadan trinken die Moslems das erste Wasser seit dem frühen Morgen und essen ein paar Datteln, bevor sie sich in die Moschee zum Gebet aufmachen. Die "trocken gespeicherte" Energie in den Datteln reicht aus dafür, bis es anschließend dann das große abendliche Festmahl gibt.

Momentan wird die Dattelpalme und ihre Frucht gerade in Liwa, der für ihre hochwertigen Datteln berühmte Oase im Süden des Emirats Abu Dhabi gefeiert: Das Liwa-Dattelfestival

Datteln - Exportschlager aus den Vereinigten Arabischen Emiraten


Doch auch rund ums Jahr sind Datteln beliebt - als Souvenier von Orienreisende genauso wie für die Einheimischen als Knabberei zwischendurch oder sogar als elaborierte Süßigkeit. Traditionell gefüllt mit Nüssen, Pistazien oder Mandeln und kandierten Früchten, oder aber modern mit weißer -, Milch- oder Zartbitterschokolade umhüllt und wie Pralinés verpackt sind emiratische Datteln eine Augenweide und Gaumenfreude der Extraklasse.

Elegant verpackt, mit Mandeln gefüllt und Schokolade umhüllt, zergehen diese Datteln als Konfekt auf der Zunge!

 




Sonntag, 6. Juli 2014

Ramadan: Vom Fasten und Feiern

Es ist wieder Ramadan, der islamische Fastenmonat. Nicht, wie jedes Jahr zu dieser Zeit, denn da das islamische Jahr sich nach dem Mondkalender richtet und damit ca. 11 Tage kürzer ist als unseres, "wandern" die islamischen Feiertage quasi rückwärts durch unseren Kalender hindurch. Etwa aller 33 Jahre fällt demnach der Ramadan wieder auf die gleiche Anfangszeit.

Die momentanen Jahre hindurch ist das Ramadan-Fasten besonders anstrengend, da im Sommer die Tage ja besonders lang (ca. 13 Std. zwischen Sonnenauf- und -untergang) und heiß (bis zu 50°C im Schatten!) sind. Fällt der Ramadan dann wieder auf den Winter, erleichtert das die Sache für die Moslems natürlich erheblich.

Da unter Nicht-Moslems doch häufig einige Verwirrung herrscht, was den heiligen Fastenmonat für Anhänger des Islams betrifft, möchte ich daher hier einmal einige Fakten zusammenfassen.

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Was heißt es, den Ramadan einzuhalten?


Ramadan wird der 9. Monat des arabischen Kalenders genannt. Während dieser 30 Tage fasten die Gläubigen exakt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang (der Ruf des Muezzins von der nächstgelegenen Moschee gibt den Zeitpunkt vor). "Fasten" im Islam heißt - anders als in anderen Religionen, z.B. auch der katholischen Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag -, dass jegliche Nahrungsaufnahme inklusive des Trinkens nicht erlaubt ist.
Außerdem umfasst das Gebot auch rauchen, Sex und andere "weltliche" Vergnügungen. So sind die Fernseh- und Radioprogramme in dieser Zeit darauf ausgerichtet: Die Musik etwas traditioneller, dazu zahlreiche exklusiv religiöse aber auch kulturelle oder andere Bildungsinhalte stehen im Vordergrund. Ramdadan soll für alle Gläubigen eine Phase besonderen Willenstrainings und spiritueller Beschäftigung sein.
Nicht zuletzt soll es auch Verständnis für Menschen wecken, welche wegen ihrer Armut leider außerhalb des Fastenmonats zu oft von Hunger geplagt werden - Spendenaktionen für Arme und Bedürftige im In- und Ausland erreichen nun ihren Höhepunkt. (Die "Zakat" - die obligatorische Spende an Notleidende - gehört ja ohnehin für jeden Moslem als einer der "Fünf Säulen des Islam" zum Alltag.)

Von den strengen Fastenregeln ausgenommen sind Kinder, Alte, Kranke, Schwangere, Stillende, menstruieren Frauen und auch Reisende. Allerdings sollte man diese "entfallenen" Fastentage dann  zu einem anderen Zeitpunkt nachholen.
Eine Arbeitsbefreiuung gibt es für die Fastenden nicht! Allerdings sind die Arbeitsstunden verkürzt; vor allem für Arbeiter, die unter den teils heftigen klimatischen Bedingungen draußen tätig sind, gelten strenge Vorschriften.
Während des Ramadans steht das ganze soziale Leben mehr oder minder kopf. Man ist die ganze Nacht über auf. Wenn es für die meisten islamischen Ländern ohnehin üblich ist, dass man bis spät abends z.B einkaufen geht, so kann es einem während des Ramadans durchaus passieren, dass man auch mal einen Behörden- oder Arzttermin gegen Mitternacht erhält!

Festliche Zeit


Wer nun glaubt, dass dieser Fastenmonat für die Moslems eine traurige Angelegenheit sei, der irrt. Meist wird der Ramadan als Höhepunkt des Jahres erlebt. Mit den Kindern wird in der Zeit oft gebastelt. Ich habe sogar für die Kinder besondere Kalender gesehen, welche für jeden Tag dieses Monats ein Türchen oder Säckchen mit einer kleinen Leckerei bereit halten.....
Die Straßen und Läden sind über und über mit festlichen "Ramadan Karim"-Dekorationen und Lichterketten geschmückt, allerorten gibt es "Ramadan"-Preisnachlässe und Spezialangebote. Iftar, das Fastenbrechen zum Sonnenuntergang, wird Abend für Abend im Kreise der Familie und oft auch mit Freunden feierlich zelebriert (dafür kochen die Frauen schon Stunden zuvor....)  Es gibt ganze Kochbücher, welche sich ausschließlich besonderen Ramadan-Gerichten widmen, die es traditionell nur während dieses heiligen Monats zu essen gibt.
Auf den Straßen sollten man kurz vor Iftar möglichst nicht unterwegs sein - nicht nur mag beim einen oder anderen nach einem heißen Tag ohne Essen und vor allem Trinken die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr etwas gemindert sein. Vor allem versuchen natürlich alle, pünktlich zum Fastenbrechen wieder daheim zu sein - also: Hupen, Rasen und Drängeln....

Höhepunkt des einmonatigen Tages-Fastens ist das Fest "Id-al Fitr" ("Zuckerfest"). Drei Tage lang wird das erfolgreiche Bestehen des Ramadans gefeiert. Jeder Moslem trägt neue Kleidung, die Kinder erhalten Süßigkeiten und Geschenke, vor allem aber besucht man sich untereinander.
Bis auf das Fasten im Tageslicht erinneren mich die Bräuche während es religiösen muslimischen Monats in vielerlei Hinsicht an unsere westliche "Advents"-Zeit...

Wenn das Umfeld nicht recht zum Inhalt des religiösen Fests passt....


Ortsschwenk von den Emiraten - etwa 5000 km Luftlinie weiter westlich. Eine Kleinstadt im Sächsischen. Der lokale Döner-Dealer füllt routiniert unsere Brottaschen. Mein Blick fällt auf ein Faltblättchen mit der Überschrift "Ramadan", das neben seiner Glastheke zum Mitnehmen ausliegt. Ich frage den türkischen Gastronomen, ob er denn auch fastet - dabei schweifen meine Augen über die so einladend aussehenden wie vor allem duftenden Zutaten. "Ja, natürlich, ich faste", gibt er freundlich zurück. Ich mache ihm ein Kompliment für seine Willensstärken. Denn während in den muslimischen Ländern ja tagsüber keine Gaststätten oder Imbisse geöffnet haben - ist hier in Deutschland die "Versuchung" natürlich wesentlich stärker. Und auch: Der Tag länger, denn unter nördlicheren Breiten geht die Sonne ja nicht nur früher auf als im Orient, sondern auch noch später unter!

Ein besonderes Dilemma tut sich für Moslems auf, welche nahe den Polgebieten wohnen, wenn der Ramadan auf die Sommermonate (Südhalbkugel: Wintermonate) fällt. Zwar ist es dort nicht so brütend heiß, dafür der helle Anteil des Tages überproportional lang - im Extremfall wird es gar nicht dunkel! Das stellt Moslems, die es in diese Weltregionen verschlagen hat, vor erhebliche Probleme, denn im Extremfall müssten sie dann alle Mahlzeiten und Gebete in weniger als einer Stunde unterbringen!
Die Islam-Gelehrten sind sich uneins: Während einige Imame verlangen, dass dies buchstabengetreu genauso (absurd) gehandhabt werden müsse wie vorgeschrieben, lassen etwas liberalere und realistischere muslimische Theologen verlauten, dass man sich nach den Sonnenzeiten in Mekka richten dürfe, wenn der "eigene" Tag länger als 18 Stunden Tageslicht nonstop mit sich bringt.
Wer sich für diese Besonderheit interessiert: Ich habe hier zwei Beiträge hinzugefügt.

Fasten in den weißen Nächten

Wenn die Sonne nie untergeht