Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Donnerstag, 8. Juni 2017

Auf Safari in Al Ain


Der Zoo von Al Ain ist schon länger nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für die Emiraties und ihre Gäste, sondern auch eine renommierte Bildungs- und eine moderne Forschungs-und Zuchtinstitution.

Seit einigen Monaten nun hat sich das Angebot des Zoos für die Besucher noch einmal beträchtlich um eine weitere Attraktion vermehrt: Sieben Jahre lang wurde am neuen, direkt anschließenden Safari-Park gebaut. Entstanden ist ein großes Gelände mit afrikanischen Tieren, das man im Großraumgefährten für max. 26 Personen oder auch im klimatisierten SUV durchqueren kann.Täglich werden diverse Touren angeboten.




Safari-Park des Zoos Al Ain mit derzeit afrikanischen Wildtieren
Wir hatten, mitten im heißen Juni und dazu noch Ramadan, eine Sonnenuntergangstour im SUV gebucht. Zwar mit 1000 Dhs nicht gerade billig, doch wenn man mit bis zu 6 Personen kommt, ist es dann doch relativ moderat.
Der junge emiratische Fahrer brachte uns zu den einzeln und in Gruppen herumstreifenden Tieren: Gazellen aller Art, Vögel, Zebras. Auch die Giraffen sind meist unterwegs, erwarteten uns jedoch bei unserem Ausflug lieber - die Füße im Teich nahe der Besucherplattform kühlend - in Erwartung ihrer abendlichen Karottensticks. Diese hatte unser Guide praktisch in Streifen geschnitten in der Tupperdose extra für uns dabei.
Die Löwengruppe befindet sich zur Sicherheit auf einem mittels Graben abgetrennten Gelände.

Die kleine Giraffenherde erwartete ihre abendlichen Karotten aus unserer Hand an der Besucherterrasse


Sonnenuntergangsstimmung bei den Gazellen















Bemerkenswert fand ich, dass diese Wildtiere im Laufe ihres bisherigen Safaripark-Aufenthalts dermaßen an Mensch und Auto gewöhnt worden sind, dass sie nicht nur die Köpfe in den Wagen stecken, sondern der Fahrer oft regelrecht Mühe hatte, nach einem weiteren Fotostopp wieder anzufahren, weil sie mit ihrer Flanke gemütlich schon fast am Auto lehnten ...

In den kommenden Jahren, so erfuhren wir, soll das Safari-Gelände, dem architektonisch hübsch angepasste Versorgungs- Souvernir- und Gastronomie-Gebäude vorgelagert sind, noch einmal um etwa die gleiche Ausdehnung mit einem "Asien"-Park erweitert werden soll. Zudem sind ringsherum Hotels mit Blick auf die Anlagen vorgesehen.


Das Sheikh Zayed Desert Learning Center, ein Museum über das Leben in der Wüste - mitten im Zoo Al Ain -, ist nicht nur thematisch, sondern auch architektonisch interessant

Der neue Zoo-Teil beherbergt überdies neue, weitläufig-moderne Gehege, einen anregenden "Garten der Sinne" mit vielen Probier-und Mitmachmöglichkeiten für die ganze Familie. Und das hat ganz besonders abends etwas sehr Spannendes; ein nächtlicher Zoo-Besuch während des Ramadans ist also so eine Art Geheimtipp.

Als Juwel kann man wohl auch das Sheikh Zayed Desert Learning Center bezeichnen. Dieses Museum bietet einen Überblick über alles, was mit dem Thema "Wüste" verbunden ist - geografisch, Tierwelt, aber auch Mensch und Wüste. Abends wirkt dieses architektonisch außergewöhnliche Gebäude mit seiner Beleuchtung wie ein von einem fremden Stern mitten im Zoo gelandetes Riesenobjekt!

"Garten der Sinne" mit u.a. täuschend echt nachgebauten Termitenhügeln im neuen Teil des Al Ain Zoo


Neues Hotel in Al Ain: das Aloft


Übenachtet haben wir im noch ganz neuen ALoft Hotel Al Ain. Direkt neben dem ebenfalls neuen Hazza Bin Zayed Stadium und dem anschließenden Wohnviertel gelegen, hat man vom Pool auf dem Dach einen schönen Rundumblick über diese grüne Stadt, u.a. auf den höchsten Berg der VAE, den Jebel Hafeet, an der Grenze zum Oman. 
Das Restaurant und die Poolbar bieten übrigens sehr innovative, moderne Fusionsküche - unbedingt empfehlenswert. 

Die Zimmer sind modern und angenehm günstig. Es gibt mehrere Restaurants bzw. Bars im Haus. Sehr angetan waren wir vom Iftar-Buffet im "Olive Tree" - Service und Speisenangebot waren auch hier sehr erfreulich.

Einfallsreiche Desserts beim Abendbuffet

Typische arabische Gewürze als Deko-Elemente im neuen Hotel der Oasenstadt Al Ain
  
Blick über den Infinity-Pool auf dem Dach des Aloft-Hotels Al Ain hinweg

Montag, 23. Mai 2016

Tanzen im warmen Regen: Clubs in den VAE


Wer hier schon länger mitlesen sollte, weiß es: Ich hänge gern ab und an einmal einen meiner Blog-Beiträge an allgemein üblichen Klischees auf.


Und da ich nun einmal mehr oder minder zufällig schon länger in verschiedenen Ländern mit moslemischem Hintergrund lebe, reizt es mich, wider den Stachel dieses pauschalisierenden "die Araber" zu löcken - was ja meist z.B. auch Mittelmeernationen einschließt, die jedoch geografisch gesehen genauso weit von der arabischen Halbinsel entfernt sind wie die Mitteleuropäer.
Oder "die Moslems"  - was Sunniten, Schiiten, Sufis... aber auch politische Extremisten wie IS oder Al Qaida, welche unter der Fahne des Islam mit ihren menschenfeindlichen Ideen segeln, unter einen Hut zu zwängen versucht. Oder auch ganz allgemein "diese Ländern dort unten"  - was meist irgendetwas unterhalb von Rom meint... und damit verschiedenste Kulturen, Nationen, Lebensgewohnheiten zusammenspannen will.
Für die von tropischer Wärme und Tanzen überhitzten Besucher der "Liquid Rain Party" gibt's Sprühregen von oben!

Nein, die Länder "Arabiens" und auch "die Moslems" sind teils in ihren Staatengebilden, ihrer Politik, ihrer Alltagskultur, in der Präsenz des Islam in der Öffentlichkeit und auch ihre Geschichte und Volksmentalität und ethnische Wurzeln so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann!

Und tatsächlich - wenn ich das Leben in z.B. Saudi-Arabien vergleiche mit dem hier im Nachbarland VAE (ich nehme dieses zum Beispiel, weil ich beide gut kenne und sie geografisch so nahe sind), dann liegen dort die sprichtwörtlichen 'Welten' dazwischen. Arabisch gesprochen wird in beiden, der Islam ist "Leitreligion", einheimische Männer und Frauen tragen sogar ähnliche Kleidung; auch das trifft ja auf wenige moslemische Staaten zu.
Regelmäßig Gastgeber für das feiernde Volk in Abu Dhabi: das Aloft Hotel

 

  "Ein weites Feld...." 



Doch während in Saudi-Arabien Alkohl, Bars und öffentliche Clubs mit Musik und Tanz einfach nicht existieren, versteht man es "nebenan" hier sehr wohl zu feiern! Und nein, damit ist nicht nur stilles Beieinandersitzen zu klagender orientalischer Musik von der einheimischen Laute namens Oud gemeint!

Besonders deutlich wird die Liberalität der Gesellschaft in den VAE darin, wie viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung der international gemischten Bevölkerung gelassen werden. Ja, "Brot und Spiele" könnte man murmeln - jedenfalls scheint die Masse der immerhin freiwillig hier lebenden Ausländer zufrieden mit ihrem Umfeld.

Diejenigen, welche sich in der Ferne "Feiern" in den Emiraten als eine traditionelle Geschichte vorstellt, wo in schwarzes Tuch gehüllte Frauen am Boden hocken und die Männer nebenan Tee trinken, der irrt gewaltig.


Feiern und Tanzen an und im Wasser - mitten in den VAE

Pool-Parties gibt es auch auf Ibiza, in Kalifornien oder am Baggersee in Hessen, klar. Aber in "Arabien"?! Eine der abgefahrensten weit und breit, zu der sogar das verwöhnte Party-Volk aus Dubai extra anreist, sind die in Abu Dhabi regelmäßig im Hotel Aloft am Messegelände stattfindenden "Liquid Rain Parties". Damit dann keiner nachts wieder heim muss, gibt es für die Feier-Menschen dort extra kombinierte Party-Übernachtungs-Pakete.

Riesenpool, Bars - an denen nicht nur gefärbtes Wasser ausgeschenkt wird, Bühne mit bekannten DJs (hier ein Clip mit dem Auftritt des momentan gefeierten britischen DJs Jonas Blue unlängst bei "Club MTV meets Liquid Rain Pool Party"), aktuelle Charts- wie auch  Housemusic, Laserlichtgewitter, Stroboskopblitze, UV-Licht, Feuerfontänen, Nebelmaschinen und sogar GoGo-Tänzerinnen.
Oft treiben auch FeuerschluckerInnen ihr Wesen, blinkende Roboter bahnen sich ihren Weg auf Stelzen durch die Tanzenden; der besondere Kick jedoch sind die über der Tanzfläche angebrachten Sprinkler, welche laufend einen warmen "Regen" über den Massen versprühen. Binnen 30 Sekunden ist man pitschnass - wenn man nicht ohnehin gerade von einem Bad im Swimmingpool kommt. Muss man aber auch nicht, denn sogar IM Pool tanzen die Leute zu den Beats aus dem Boxen!

Bekannte DJs heizen den Massen ein

Ein Vorteil, der sich mir hier gegenüber ähnlichen Veranstaltungen in anderen Teilen der Welt bietet: Als Frau komme ich selbstverständlich kostenlos am Türsteher und der Kasse vorbei (vorausgesetzt, man ist über 21 Jahren)! Die Herren hingegen bezahlen alle Eintritt... Benachteiligung durchs Geschlecht - das kennt man doch in der westlichen Welt eher andersherum :-)
Übrigens - trotz frei fließender Drinks trifft man hier wie auch auf ähnlichen Veranstaltungen nie Betrunkene an; dafür sorgt ein umsichtig und fleißig agierendes Security-Team.


Wer es immer noch nicht glauben mag, dass Jux und Dollerei dieser Art mitten unter den "Arabern", gar "bei den Moslems" stattfindet (ja, einige der Gäste sind vermutlich sogar selbst welche....), wo Männer nur in Badeshorts bekleidet herumhüpfen und der weibliche Teil der Gäste in Netzkleidchen oder gleich ganz im Bikini - der schaue sich diesen originell gemachten Film an, der eine Menge Fakten und Zahlen über die "Liquid Rain Party" auflistet und nebenher gut die Atmophäre der Veranstaltung 'rüberbringt: