Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Posts mit dem Label Ausflug werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ausflug werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 8. Juni 2017

Auf Safari in Al Ain


Der Zoo von Al Ain ist schon länger nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für die Emiraties und ihre Gäste, sondern auch eine renommierte Bildungs- und eine moderne Forschungs-und Zuchtinstitution.

Seit einigen Monaten nun hat sich das Angebot des Zoos für die Besucher noch einmal beträchtlich um eine weitere Attraktion vermehrt: Sieben Jahre lang wurde am neuen, direkt anschließenden Safari-Park gebaut. Entstanden ist ein großes Gelände mit afrikanischen Tieren, das man im Großraumgefährten für max. 26 Personen oder auch im klimatisierten SUV durchqueren kann.Täglich werden diverse Touren angeboten.




Safari-Park des Zoos Al Ain mit derzeit afrikanischen Wildtieren
Wir hatten, mitten im heißen Juni und dazu noch Ramadan, eine Sonnenuntergangstour im SUV gebucht. Zwar mit 1000 Dhs nicht gerade billig, doch wenn man mit bis zu 6 Personen kommt, ist es dann doch relativ moderat.
Der junge emiratische Fahrer brachte uns zu den einzeln und in Gruppen herumstreifenden Tieren: Gazellen aller Art, Vögel, Zebras. Auch die Giraffen sind meist unterwegs, erwarteten uns jedoch bei unserem Ausflug lieber - die Füße im Teich nahe der Besucherplattform kühlend - in Erwartung ihrer abendlichen Karottensticks. Diese hatte unser Guide praktisch in Streifen geschnitten in der Tupperdose extra für uns dabei.
Die Löwengruppe befindet sich zur Sicherheit auf einem mittels Graben abgetrennten Gelände.

Die kleine Giraffenherde erwartete ihre abendlichen Karotten aus unserer Hand an der Besucherterrasse


Sonnenuntergangsstimmung bei den Gazellen















Bemerkenswert fand ich, dass diese Wildtiere im Laufe ihres bisherigen Safaripark-Aufenthalts dermaßen an Mensch und Auto gewöhnt worden sind, dass sie nicht nur die Köpfe in den Wagen stecken, sondern der Fahrer oft regelrecht Mühe hatte, nach einem weiteren Fotostopp wieder anzufahren, weil sie mit ihrer Flanke gemütlich schon fast am Auto lehnten ...

In den kommenden Jahren, so erfuhren wir, soll das Safari-Gelände, dem architektonisch hübsch angepasste Versorgungs- Souvernir- und Gastronomie-Gebäude vorgelagert sind, noch einmal um etwa die gleiche Ausdehnung mit einem "Asien"-Park erweitert werden soll. Zudem sind ringsherum Hotels mit Blick auf die Anlagen vorgesehen.


Das Sheikh Zayed Desert Learning Center, ein Museum über das Leben in der Wüste - mitten im Zoo Al Ain -, ist nicht nur thematisch, sondern auch architektonisch interessant

Der neue Zoo-Teil beherbergt überdies neue, weitläufig-moderne Gehege, einen anregenden "Garten der Sinne" mit vielen Probier-und Mitmachmöglichkeiten für die ganze Familie. Und das hat ganz besonders abends etwas sehr Spannendes; ein nächtlicher Zoo-Besuch während des Ramadans ist also so eine Art Geheimtipp.

Als Juwel kann man wohl auch das Sheikh Zayed Desert Learning Center bezeichnen. Dieses Museum bietet einen Überblick über alles, was mit dem Thema "Wüste" verbunden ist - geografisch, Tierwelt, aber auch Mensch und Wüste. Abends wirkt dieses architektonisch außergewöhnliche Gebäude mit seiner Beleuchtung wie ein von einem fremden Stern mitten im Zoo gelandetes Riesenobjekt!

"Garten der Sinne" mit u.a. täuschend echt nachgebauten Termitenhügeln im neuen Teil des Al Ain Zoo


Neues Hotel in Al Ain: das Aloft


Übenachtet haben wir im noch ganz neuen ALoft Hotel Al Ain. Direkt neben dem ebenfalls neuen Hazza Bin Zayed Stadium und dem anschließenden Wohnviertel gelegen, hat man vom Pool auf dem Dach einen schönen Rundumblick über diese grüne Stadt, u.a. auf den höchsten Berg der VAE, den Jebel Hafeet, an der Grenze zum Oman. 
Das Restaurant und die Poolbar bieten übrigens sehr innovative, moderne Fusionsküche - unbedingt empfehlenswert. 

Die Zimmer sind modern und angenehm günstig. Es gibt mehrere Restaurants bzw. Bars im Haus. Sehr angetan waren wir vom Iftar-Buffet im "Olive Tree" - Service und Speisenangebot waren auch hier sehr erfreulich.

Einfallsreiche Desserts beim Abendbuffet

Typische arabische Gewürze als Deko-Elemente im neuen Hotel der Oasenstadt Al Ain
  
Blick über den Infinity-Pool auf dem Dach des Aloft-Hotels Al Ain hinweg

Sonntag, 15. Januar 2017

Ausflug in den Regenwald - mitten in Dubai


In den Wipfeln des Dubaier Regenwaldes "The Green Planet"
 
Papageienart
Tukan
Wir vermissen ja nicht vieles (an Gewohntem) hier in den VAE. Nur eben immer mal den mitteleuropäischen  Wald. Wer in Dubai plötzliches Verlangen nach dem "Kosmos Wald" hat, nach saftigem Grün, das durcheinander wuchert und Lebensraum für diverse Tierarten bietet, kann seit August 2016 "The Green Planet" besuchen - das ist nicht nur einfach "irgendein Wald", sondern sogar ein tropischer REGENwald, welcher in einer riesigen Glaskuppel dem trockenen Wüstenklima ringsum trotzt.

Grüner Baumleguan

Regenwaldboden: voller Kanäle mit Tropenfischen

Man betritt das Ökosystem quasi durch den immerfeuchten "Boden" mit zahlreichen Wasserläufen hindurch, mehrere Aquarien mit tropischen Fischen öffen sich über einen Unterwassertunnel zu einem Lift, der die Besucher hinauf in die 4. Etage bringt: In die Baumwipfel des Regenwalds (30 - 45 m über dem Boden). Dort steht oder besser hockt das Begrüßungspersonal bereits: Äußerst muntere und kommunikative Papageien.

Baumblatt? Nein! Dieses hier ist eine täuschend echte Nachahmung!

Die mit 1,5 kg schwersten Papagien sind die Hyazinth-Aras aus Südamerika.

Langsam kann man dann an der Außenhaut der gläsernen Kuppel auf einem abfallenden Weg hinunter in die mittlere Etage wandeln - oder aber auch über eine schwankende Hängebrücke aus Seilen zum dicken Baumstamm gelangen. Spätestens dort, wenn man die Hand auf die Rinde legt, wird klar: Das ist kein Urwaldriese, sondern eine täuschend echte Beton-Nachbildung eines Urwaldbaumes! Selbst Blätter an den Zweigen dieses Baumpatrichars stellen sich beim Anfassen als künstlich heraus; mit bloßem Auge ist dieses handwerkliche Meisterwerk nicht identifizierbar.

Dennoch wuchert es auf, an und unter diesem künstlichen Baum über und über voller echter Tropenpflanzen, welche sich hängend an den Beton-Ästen herabschlingen, darauf thronen oder aber von den Seiten und besonders dem feuchten Boden her hinaufwachsen. Von überall her sprühen Düsen feinen Wasserdampf in die 25 - 28° C warme Luft im Inneren der Glaskapsel und schaffen damit genau das Klima, welches die hier inzwischen beheimateten ca. 3000 Tiere und Pflanzen mögen.

Überwucherte Aussichtskanzel mitten in der Kuppel

Stachelschwein
Papagei
Gut integriert in das Ensemble ist eine Aussichtsplattform, welche mitten in diesen "Regenwald" hineinragt und großartige Ansichten in alle Richtungen bietet. Hier muss man fast aufpassen, nicht von Exemplaren der hier lebenden Vögel "umgeflogen" zu werden, welche sich sehr selbstbewusst durch ihren zwar künstlichen, doch dennoch perfekt abgestimmten Lebensraum bewegen.

Klug eingebaut auf den einzelnen vier Etagen sind an der Rückwand des Konstrukts kleine Ausstellungen, welche sowohl über den Aufbau des Regenwalds sowie seine akute Bedrohung durch Abholzung aufklären, als auch in Terrarien verschiedenste Tierarten der jeweiligen "Etage" zeigen und erklären. Um das Erlebnis lebendiger zu gestalten und jederzeit auf Fragen der Besucher eingehen zu können, stehen überall sehr aussagekräftige Mitarbeiter des "Green Planet" bereit, um  vieles zu demonstrieren und zu erklären. So kann man beispielsweise in einer langen Reihe die unterschiedlichen Stadien der Schmetterlingsmetamorphose betrachten - als Höhepunkt ist es sehr klug so eingerichtet, dass der Besucher fast immer einem erst seit wenigen Minuten entpuppten Schmetterling beim Enfalten der anfangs noch arg zerknitterten Flügel zusehen kann!

Kleine Mutprobe? Madagassische Riesenkakerlake als Streicheltier.
Auch wenn ich im Laufe vieler Jahre meine "Angst" vor so ziemlich allem, insbesondere aber vor Spinnen abgelegt habe, kann ich mich einfach nicht an die (in warmen Ländern fast allgegenwärtigen) Kakerlaken "gewöhnen" - es schüttelt mich nach wie vor, wenn ich irgendwo im Haus einer begegne. Doch der freundliche Mitarbeiter im "Green Planet" hat es geschafft, mich dazu zu animieren, eine Madagassische Riesenschabe zu streicheln. Diese Exemplare sind zwar groß, doch hockten sie ausgesprochen ruhig und friedlich auf seinem Finger - ganz anders als die wildgewordenen, mit rasselnden Beinen herumrennenden, welche ich kenne. Aber immerhin ...


Die unterschiedlichen Lebensbereiche ...
Ebenso interessant war der Aufbau eines Lebensraums von Blattschneideameisen - ja, die, welche sich über lange Strecken bewegen, mit Blattstückchen auf dem Rücken, welche ihre eigene Größe um ein Vielfaches übersteigen. In diversen gläsernen Kästen kann man gut die einzelnen "Arbeitsbereiche" wie z.B. die Kinderstube dieser Tiere beobachten.
... der Blattschneideameise (Zweig Mitte).


Dem Bildungsauftrag, der solchen Stätten ja neben dem Freizeitaspekt auch mit obliegt, kommt "The Green Planet" u.a. mit Klassenführungen für Schüler nach; diese sind nach den Altersklassen 3-6 Jahre, 7-11 Jahre sowie 12-14 Jahre an den jeweiligen Vorkenntnisstand der Kinder angepasst. Sogar Geburtstagspartys können ambitionierte Eltern hier für ihre Kinder ausrichten lassen.
 

Mein absolutes Lieblingstier ist ja das Faultier. Auch von diesem wird der "Green Planet" in Dubai mit bewohnt. Eigentlich verbringen dieses entspannten Tiere ja den Großteil ihres Lebens hoch droben in den Wipfeln. Doch dieses Exemplar hier lag, zu einem Knäuel zusammengeringelt, auf dem Regenwald"boden" inmitten herumwuchernder Pflanzen aller Art. Hätte nicht eine nette Mitarbeiterin des Projekts sich direkt dort auf dem Weg postiert und die Spaziergänger darauf hingewiesen, wäre ich so wie alle anderen wohl einfach an dem im Kraut pennenden Faultier blicklos vorübergegangen!

"Nicht Ausrutschen"-Warnung, in Form einer... Bananenschale!


Da sich je nach Tageszeit die Aktivitäten der Tiere unterscheiden und die Mitarbeiter für Abwechslung bei den Exponaten sorgen, können wir einen Besuch im Ökosystem Regenwald - mitten in Dubai, Nähe Dubai Dity Walk - jederzeit empfehlen. Geöffent ist täglich von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, donnerstags und freitags jeweils sogar bis Mitternacht!

"The Green Planet", der Regenwald von Dubai, von außen gesehen.

Fotos: Antje, Tina & Tanja Döhring

Montag, 18. April 2016

Regenbogen-Mercedes-Flotte

Der Monster-Dodge 


Erstaunlicherweise ist es nicht einmal in Reiseführern zu finden - das "Emirates National Auto Museum" (ENAM), kurz "Car Museum" genannt. Dabei kann man diese Sammlung mit Fug und Recht nicht nur als Kleinod für reine Autonarren bezeichnen! Kaum jemand wird seinen Besuch in diesem etwas abgelegen, pyramidenförming aus dem Sand aufragenden Museum an der Hameen Road E65 bereuen, welche Abu Dhabi Stadt mit der Oase Liwa im Süden des Emirats Abu Dhabi verbindet (rd. 50 km außerhalb der Hauptstadt).

Avantgarde
Ungefähr 200 Autos aus dem Privatbesitz von Scheich Hamad Bin Hamadan Al Nahyan (ein Mitglied der aktuellen Regentenfamilie) mit dem freundlichen Spitznamen "The Rainbow Sheikh", sind dort zur Besichtigung gegen Eintrittsgebühr für die Öffentlichkeit ausgestellt. Gelegentlich findet man auch einmal einen der Stellplätze leer vor, weil das betreffende Fahrzeug aktuell gerade für eine Oldtimerparade, eine Festveranstaltung etc. benötigt wird.


In dieser Limousine wurde einst Queen Elisabeth chauffiert...

Auch ein Volkswagen-Modell! (1975)
Was man da nicht alles zu sehen bekommt! Wunderschöne, nebeneinander aufgereihte amerikanische Oldtimer der 30-er bis 60-er Jahre. Dort, zwischen futuristisch anmutenden Modellen aus Italien oder Japan, ein ostdeutscher Trabant. Gegenüber europäische Limousinen. Eine große Sammlung diverser Jeeps und anderer Gelände- und auch Militärfahrzeuge. Ein hippie-mäßig bemalter VW-Bus. Natürlich auch diverse Superlative (das "größte", das "vielrädrigste", der größte Caravan der Welt, das ....) 

Trabant, Wendejahrgang ;-)



Ein Anziehungspunkt für geschichtlich versierte Besucher ist sicherlich eines der ältesten,  dampfbetriebenen Benz-Modelle überhaupt aus dem Jahre 1885, das - dreirädrig! -  stark an seinen Vorgänger erinnert: die Pferdekutsche. 

Ein Mercedes Benz von 1885 - der Großvater aller Autos!

 

Übergrößen 


Alle Blicke auf sich zieht selbstverständlich der gigantische, rote Dodge Power Wagon im Herzen der "Pyramide" (Foto s. o.), der achtfach vergrößert gebaut wurde und tatsächlich fahrfähig sein soll - auf einer kleinen, innen gelegenen Treppe kann man jedenfalls ins Fahrzeugführerhaus gelangen.

Auch in der weitläufigen Außenanlage gibt es etwas zu sehen: Ein nachgebauter Jeep im Verhältnis 4 : 1, welcher ebenfalls fahrfähig ist; sowie ein altes Flugzeug, das einfach dort "parkt" (und rostet) und vielen Vogelfamilien offenbar hervorragende Nistbedingungen bietet.


Maßstab 4 : 1 - fahrfähiges Geländeauto in Übergröße

Wohnmobil in Form... der Welt!


Ein Teil der Sammlung wurde von Sheikh Hamad erworben, ein Teil sind Schenkungen, einTeil ist extra angefertigt worden.

Geradezu malerisch wirkt die Kollektion von Mercedesmodellen aus der Reihe 500 SEL in allen Farben, liebevoll entsprechend der Folge im Regenbogen angeordnet. Die Geschichte zu den sieben Regenbogen-Autos ist diese: Als Sheikh Hamad heiratete, dauerte die Feier sieben Tage lang - der Bräutigam wünschte zwar für alle Tage das gleiche Automodell. Jedoch aber eben jeden Tag eine andere Farbe! Die Sammlung ist also eigentlich nichts weiter als eine "Hochzeits-Deko"!

Die Regenbogen-Mercedes-Flotte... für jeden Wochentag eine andere Farbe!
  
Als Besucher des Museums kann man in aller Ruhe betrachten und fotografieren, da man fast immer allein herumgeht. Immerhin hat die Exposition die ganze Woche über geöffnet, doch Ziel für Reisegruppen-Buslandungen scheint dieses reizvolle Schau nach wie vor nicht zu sein...



Auch mal so etwas aus Japan!


Fast schon ein Mondauto....

Das Museum hat täglich von 9 - 18 Uhr geöffnet; eine Rückversicherung                                     Telefon +971 (0)2-6676999 mag dennoch ratsam sein.


Fotos: 
1) Dodge: http://p5.focus.de/img/fotos/crop309239/5995443015-cfreecrop-w962-h541-ocx0_y50-q75-p5/Scheich-Automuseum-der-Emirate-Abu-Dhabi-Regenbogen-Scheich-19-fotoshowImageNew-14e88c0e-299659.jpg
2) Weltkugel http://www.oldtimerweb.be/pictures/reportages/02587/2587_ab-auto-005-24.jpg


Mittwoch, 28. Oktober 2015

Kunst-Oase im Sand - Liwa ArtHubHotel

Ist das nicht... "Ritter Rost"?!? (deutsche Kinderbuchreihe).  Wir trafen ihn in der Wüste nahe der Liwa-Oase!
 
Wieder etwas aus der Rubrik: Abseits ausgelatschter (Touristen-)Pfade. 
Hotels gibt es in den VAE wie Sand in der Wüste. Dabei ist es schwierig, etwas unter mindestens 4*-Kategorie zu finden. Das ist natürlich toll, man kann in (oft) hervorragendem Service und dem Luxus schöner Deko und Inneneinrichtung schwelgen. Wenn man eine Reihe solcher Übernachtungen später Revue passieren lässt, unterscheiden sich die Erinnerungen jedoch meist nur in Details.


Das Liwa ArtHub Hotel hingegen wird hinterher für den Besucher nicht in uniformer Hochklassigkeit untergehen - es hat eine ganz eigene "Klasse"! 
Um das zu verstehen, muss ich etwas weiter ausholen. Am Rande von Abu Dhabi, besser gesagt, sehr ungewöhnlich gelegen - nämlich mitten in dem gigantischen, wahrlich nicht künstlerisch-inspirierendem Gewerbegebiet versteckt - steht der ArtHub:  
Eine moderne Galerie, deren rühriger Gründer und Eigentümer, Ahmed Al Yafei, sich darum verdient macht, regelmäßig Künstlern aus aller Welt in den hauseigenen Ateliers ein zeitweiliges Refugium zu bieten. Ihre dort entstandenen Arbeiten stellen die Gastkünstler in zumeist monatlich wechselnden Expositionen anschließend aus.

Das LiwaArtHotel vom gegenüberliegenden Dünenkamm aus gesehen (man beachte den ringförmigen Swimmingpool!)

Immer wieder mag der Wunsch aufgekommen sein, die phantasieanregende Eigenartigkeit der Wüste zu erleben und für das eigene Schaffen zu nutzen. Deshalb hat Ahmed Al Yafei auf einer ehemaligen Dattelfarm bei Liwa eine weitere Künstlerherberge initiiert - allerdings kann dort auch jeder neugierige Tourist einchecken. 
 
'Ahlan-Wasahlan' mit Großen Buch, Fremder....
Lehm-Fort gleich um die Ecke.






















 
Kamel-Installation
Pool-Brücke mit Düne im Hintergrund























  


Die Zimmer ziehen sich in langgestreckter U-Form um den großen, mit Palmen bestandenen Innenhof. Die Rückseite wird schlicht und einfach durch eine große Sanddüne begrenzt! Höhepunkt für staubige Ausflügler mag der wohl einmalige Pool sein: Rings um den Palmengarten mit Sitzpavillon zieht sich windungsreich ein blau gekachelter Schwimmkanal, welcher abends, ebenfalls mit blauer Leuchteinfassung, regelrecht magisch wirkt. Der erste mir bekannte, private "Ring-Pool" - versteckt am Rande der Rub Al-Khali! ("Das leere Viertel" = die größte, zusammenhängende Sandwüste der Welt) Gespeist wird er übrigens aus dem farm-eigenen Brunnen, der bemerkenswert salziges Wasser liefert (kleine Erinnerung daran, dass die Wüste einst auch nur ein Meeresgrund war....)

 

  
Hauptattraktion der Anlage sind selbstredend natürlich die vielen Kunstwerke, welche über das gesamte Gelände verstreut zu finden sind und auch noch nach der fünften oder sechsten Passage oft - je nach Tageszeit und Lichteinfall - immer wieder neue Blickwinkel und interessanten Details enthüllen.

Den Pool nutzten wir unlängst mit Freunden an einem heißen Herbstnachmittag. Wir hatten unsere schlichten, aber komfortablen Zimmer bereits bezogen; Mr. Ahmed war mit einer Gruppe gegenwärtig im Liwa ArtHub arbeitender Künstler sowie weiteren Touristen aus dem In- und Ausland noch unterwegs.

Das Abendessen (wie auch am kommenden Tag der Mittagstisch) wird reichhaltig für alle von den hauseigenen Köchen bereitgestellt. Alle - Künstler, Touristen und der quecksilbrige Mr. Ahmed - sitzen dann gemeinsam auf der Terrasse an einer langen Tafel.

Sonnenaufgang über der Rub Al-Khali...

Frühstück mit Drohne


Der nächste Morgen begann verdammt zeitig. Was sich aber in jedem Falle lohnte, denn es ging zum Sonnenaufgang in die Wüste! Nach ca. einer Viertelstunde Fußmarschs von den abgestellten Autos hinauf ins "Leere Viertel" befand man sich bereits "mitten drin" in den unermesslichen Weiten der Rub al-Kahli! 

Auf einem langgestreckten Dünenrücken platzierte Mr. Ahmed alle fürs erste Gruppenfoto, welchem noch viele folgen sollten. Dort kam nämlich sein neu erworbenes "Männerspielzeug" zum Einsatz: Eine Drohne, die uns fortan wie eine überdimensionierte Hummel umschwirrte, um von nah und fern Aufnahmen von unserem Ausflug zu machen!

Eine der Wochenendbesucherinnen ist Yoga-Lehrerin und hatte sich erboten, mit der ganzen Gruppe die aufgehende Sonne inklusive "Sonnengruß" und allem Drum und Dran zu erleben. Nun mag Yoga nicht jedermanns Sache sein, doch die meisten beteiligten sich artig an den Übungen und JA! - Wenn man unter sich die Füße fest im kühlen Puderzuckersand verankert hat, über die Haut zart ein warmes Lüftchen streicht, Sandkörner in diesem Hauch über den Boden "singen", und vor den Augen taucht dann die aufgehende Sonne die Weiten der Dünen in alle erdenklichen Orange-Rot-Rosa-Gelb-Braun-Schattierungen: Das hat was!

Innere Einkehr beim Sonnenaufgangs-Yoga - und erhöhter Schwierigkeitsgrad beim Drohnen-Gebrumm!

Ein bisschen irritierend war für manchen - inmitten dieser spirituellen Einkehr - möglicherweise Mr. Ahmeds fleißig über den Köpfen herumbrummende und -surrende Drohne. Aber wer lässt sich auch von dergleichen Neuzeitkram ablenken, wenn er die Magie des ewigen Sandes erspüren kann?!  :-)

Anschließend gab es auf einem großen "fliegenden Teppich", der wundersamerweise auf der Düne nebenan gelandet war (d.h. per Quad von einem Angestellten geliefert), ein reichhaltiges Frühstück für alle. Natürlich mit Drohne über allem! Auf dem Rückweg zu den Autos begann die Sonne bereits wieder zu brennen...

Frühstück auf "gelandetem" Teppich: Künstler und Touristen vereint.
Wer moderne Kunst mag, Lust hat, mit deren "Müttern und Vätern" ins Gespräch zu kommen oder einfach im Ring-Pool zu plantschen, vor allem wer jedoch den Zauber der Rub Al-Khali erleben möchte, dem sei ein Ausflug ins Liwa ArtHub Hotel empfohlen! Ahemd Al Yafei organisiert gern das Drumherum. Ebenso lohnend ist ein Abstecher in die Oasen-"Stadt der Dattel" Liwa nahebei oder einer zur Moreeb-Düne, die mit 120 m höchste Düne der Rub al-Khali und zugleich eine der höchsten der Welt.

Kleine Filme /Luftaufnahmen über den Liwa ArtHub kann man hier sehen: http://www.adah.ae/#!liwa-art-hub/c1cwb 

Die Facebookseite gibt's hier: https://www.facebook.com/Abu-Dhabi-Art-Hub-1375196236120485/

Und noch die vom Liwa-ArtHub: https://www.facebook.com/ArtHubLiwa/?ref=all_category_pyml

Kann auch dekorativ sein: Unreife Datteln am Zweig