Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Posts mit dem Label Rezept werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rezept werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Juni 2016

Arabische Küche IV: Umm Ali. Ein arabischer Dessert-Traum


Hier mal wieder ein Gruß aus der hiesigen Küche.
Wie kann man ein Land, eine Kultur sehr sinnlich erfahren? Genau, durch die Küche!
Deshalb dürfen in solch einem Blog natürlich auch einige kulinarische Verweise und Tipps nicht fehlen, die ich in loser Folge immer mal wieder einstreuen werde. 



 
Auf keinem hiesigen Fest, auf keinem Dessertbuffet - zumal gerade jetzt im Ramadan - darf diese Köstlichkeit fehlen: "Umm Ali".

Ich gebe es zu - anfangs ließ ich bei Buffets hier die großen Kasserole mit dem in meinen Augen nicht besonders ansprechend wirkenden Inhalt stets links liegen. Wieder einmal ein Fall von "Vorurteil. Erst ausprobieren, dann urteilen!" Mittlerweile ignoriere ich erst einmal alle anderen Törtchen, Kuchen und Mousses auch westlicher Machart, um zu einem Schälchen Umm Ali zu greifen, wenn sich die Möglichkeit bietet.

Wahrscheinlich stammt diese Nachspeise namens Umm Ali ursprünglich aus Ägypten. Heutzutage ist sie besonders in der Golfregion außerordentlich beliebt. 
Was der Name bedeutet? Alle arabischen Länder kennen die Sitte, Erwachsene, sobald die Eltern geworden sind, liebevoll nach ihren Erstgeborenen zu nennen. Der Vater von Omar zum Beispiel heißt dann also Abu Omar: Vater (von) Omar.  Und Umm Ali: Das ist die Mutter (von) Ali.

Aber warum heißt nun ausgerechnet diese Süßspeise wie die Mutter eines gewissen Ali? In jedem arabischen Land bekommt man darauf wohl eine andere Antwort. Märchenstunde! Hier zwei Sagen zur Auswahl:


Geschichte 1) Das "kärgliche Mahl"


In der Mamluken-Zeit gab es im Palast von Kairo eine sparsame Köchin, die nach ihrem erstgeborenen Sohn eben Umm Ali hieß. Verschwendung war dort an der Tagesordnung, doch diese Frau warf nicht einfach die Essensreste der herrschaftlichen Tafel weg, sondern  hob sie für ihre eigene Familie auf. 


Während einer Belagerung ging sogar im Palast das Essen aus; selbst der Sultan hatte großen Hunger. Also nahm die Köchin, was sie an Resten finden konnte - hart gewordenes Brot, Milch, ein paar Mandeln und Rosinen - und mixte daraus ein Gericht, das sie dem Sultan vorsetzte. Natürlich entschuldigte sie sich vielmals untertänigst für dieses "kärgliche Mahl"...

Der Sultan griff zum Löffel - und war entzückt! Das Restegericht mundete ihm so hervorragend, dass er fortan nichts anderes mehr essen wollte. "Umm Ali, bringt mir das von Umm Ali!" rief er jeden Morgen und jeden Abend. Und so wurde also diese Mutter von Ali weltberühmt - zumindest in der islamischen Welt und dem Namen nach.

Geschichte 2) Der zurück-erkochte Ehemann


Umm Ali, die Mutter von Ali, hatte jahrelang glücklich mit ihrem Ehemann zusammengelebt und diesem einen großartigen Sohn geschenkt - eben Ali. Doch irgendwann später verdrehte dem Ehemann eine junge Tänzerin den Kopf. Er erklärte darauf seiner Ehefrau, er werde sie für diese sofort verlassen. Umm Ali weinte und wusste weder ein noch aus. Doch dann kam sie auf eine geniale Idee.
Sie sprach zu ihrem untreuen Ehemann: "Gut, dann geh. Doch vorher gewähre mir noch ein letztes Mahl mit dir. Ich werde etwas noch nie Dagewesenes für dich auf den Tisch bringen." Der Mann willigte ein - und Umm Ali tischte ihm eine Speise auf, die er tatsächlich noch nie gekostet hatte. Er verschlang sie binnen Minuten, so köstlich war sie - eine Mischung aus milchgetränktem Weißbrot, Mandeln und Rosinen. "Köstlich! Das kannst nur Du, Umm Ali!" rief er. Er vergaß umgehend die Tänzerin und blieb seiner Ehefrau fortan treu, um jeden Tag das Gericht der Umm Ali genießen zu können.



Reizend, oder? Ob es sich nun so, oder so, oder ganz anders zugetragen hat... das Rezept möchte ich jedenfalls nicht vorenthalten!


REZEPT FÜR  "UMM ALI"

Nach einem Rezept von John Wood, Chefkoch des Hotels Burj al-Arab in Dubai, für 4 Pers.

  • 400 g Blätterteig  /  alternativ kann man auch ca. 6 Buttercroissants nehmen
  • 500 ml Milch (manchmal wird diese auch durch ausreichend gesüßte Kondensmilch sowie Rosenwasser ersetzt)
  • 4 EL Zucker
  • 4 EL Pistazien, klein gehackt
  • 4 EL Mandeln, klein gehackt
  • 4 EL Rosinen; man kann überdies auch Pinienkerne hinzugeben
  • 4 EL geraspelte Kokosnuss
  • 4 EL Zimt
  • 125 ml geschlagene Sahne

Den leicht ausgewalkten Blätterteig auf einem Backblech bei 180 °C goldgelb backen bzw. die Croissants zerrupfen. Eine Lage Blätterteig in eine ofenfeste Servierschale geben, mit Pistazien, Mandeln, Rosinen sowie Kokosnussraspeln belegen und mit Zimt bestreuen. Statt einer großen Servierschale können Sie vier Schalen in der Größe von Suppentellern verwenden.

Mit einer zweiten Lage Blätterteig bedecken und Vorgang wiederholen. Es sollten mindestens drei Lagen übereinander geschichtet werden. Bei der letzten Lage auf Rosinen verzichten, da diese sonst beim Überbacken verbrennen.

Zucker in der heißen Milch auflösen, den Blätterteig damit übergießen und ein paar Minuten lang einweichen. Mit geschlagener Sahne überziehen und im Ofen unter dem Grill bei 180°C leicht überbräunen. Mit einigen Pistazien und Rosinen belegen, mit etwas Zimt bestreuen und heiß servieren.


Gutes Gelingen! Ich garantiere: Es schmeckt besser, als es anfangs aussehen mag!



Sonntag, 17. Januar 2016

Arabische Küche, Teil IV: Salonah


In loser Folge (Stichwort "Essen und Trinken") stelle ich hier ja immer einmal wieder typische regionale Gerichte vor - denn auch über die Geschmackspapillen lernt so mancher ein Land, eine Kultur kennen!

Eines der beliebtesten und authentischsten Gerichte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Fleischeintopf namens SALONAH. Üblicherweise wird er hier gern zum Mittagessen serviert. Das Rezept habe ich ins Deutsche übertragen von der Homepage des Restaurants "Meylas" in Abu Dhabi, das komplett auf althergebrachte emiratische Küche spezialisiert ist.
http://meylasemirati.com/en/wp-content/uploads/2015/10/mm.png

SALONAH

  • rd. 4 Portionen weißen Reis vorkochen  

  • 1 kg Lamm (am Knochen), fast gar vorgekocht
  • 1 große Kartoffel in Würfeln
  • 2 Zuccinis in Scheiben
  • 1 große Karotte in Stücken
  • 1 grüne Paprika in Streifen
  • 1 Aubergine in Scheiben
  • 3 gewürfelte Tomaten
  • 2 bis 3 feingewürfelte Zwiebeln
  • 3 gepresse Knoblauchzehen
  • 2 bis 3 EL Tomatenmark
  • 2 Loumi (getrocknete Limetten)
  • Salz nach Geschmack
  • 1/2 TL jeweils (Pulver): Kumin, Koriander, Zimt, Pfeffer und Kardamom, 
  • 1 TL "Emirati Fish Spice" (wer hat....)
  • 1 TL Kurkumapulver
  • 1/2 Bund gehackter frischer Koriander
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 3 EL Ghee (oder Öl)
  • ca. 500 ml heißes Wasser

Die Zwiebel in Ghee anrösten, Knoblauch und Loumi hinzufügen. Das vorgekochte Lammfleisch hineingeben, umrühren, die Gewürze und das Tomatenmark zufügen, etwas vom heißen Wasser aufgießen. 
Den Topf für 2 min abdecken, bis sich das Aroma der Gewürze entfaltet. Nun die Gemüse dazugeben und wieder gut umrühren sowie das restliche Wasser übergießen.
Anschließend den Topf gut zudecken, bis alle Zutaten durchgegart sind.



Das Gericht wird im Pott samt Kelle zu den Tellern mit Reis gereicht; man gibt jeweils so viel vom Salonah auf den Reis, das dieser gut damit vermischt werden kann.












Sonntag, 25. Januar 2015

Arabische Küche Teil III - Emirati-Rezept


Hier mal wieder ein Gruß aus der hiesigen Küche...

Wie kann man ein Land, eine Kultur sehr sinnlich erfahren? Genau, durch die Küche!
Deshalb dürfen in solch einem Blog natürlich auch einige kulinarische Verweise und Tipps nicht fehlen, die ich in loser Folge immer mal wieder einstreuen werde.

Heute mal ein typisch emiratisches Gericht, eine Kabsa (gibt auch solche mit Fleisch). Entnommen ist dieses Rezept dem deutsch-englischen "Kochbuch der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi" 2012. Es vereint Lieblingsgerichte der Schüler und ihrer Familien rund um die Welt.
Dieses Gericht hier hat Familie Al Maleki (VAE) beigesteuert:


http://www.hadiaslebanesecuisine.com/?q=node/258

 

 GARNELEN-KABSA

 

  • 500 g gepellte Garnelen / Shrimps
  • 2 Tassen Reis
  • 2 mittlere gewürfelte Zwiebeln, Knoblauch nach Geschmack
  • 3 gehackte Tomaten
  • 2 grüne Chillischoten (kann auch weggelassen bzw. mit Pfeffer ersetzt werden)
  • 1 EL Tomatenmark
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL Golf- ("Baharat")-Gewürzmischung bzw. lose orientalische Gewürze 
  • 1/4 Tasse angeröstete Pinienkerne (beschichtete Pfanne ohne Fett!)
  • 2 1/2 Tassen Wasser
  • Salz


Den Ofen auf 180°C vorheizen. In einer feuerfesten Pfanne oder Kasserole Öl, Zwiebeln und Knoblauch dünsten, bis die Zwiebeln weich sind. Garnelen, in Ringe geschnittene Chillis, Tomatenmark, Tomaten und die Gewürze(-mischung) beifügen und 3 min kochen lassen.

Den Reis auf die Garnelen-Mischung geben und dann das Wasser vorsichtign angießen; zum Kochen bringen. Die Pfanne abdecken und die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren. Ca. 15-20 min kochen, bis der Reis gar ist. Das übriggebliebene Wasser bei offener Pfanne dann auf der höchsten Stufe verdampfen lassen.

Jetzt die Pfanne für weitere 15 min in den Backofen geben. Anschließend anrichten und mit den gerösteten Pinienkernen bestreuen. Dazu kann frisches Fladen- (oder Weiß-)brot gereicht werden.