Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Montag, 26. Februar 2018

* * * ZUGABE // ENCORE! * * *


Draußen sind gerade - 12°C. MINUS! Nicht ungewöhnlich für einen deutschen Winter. Doch ich habe solche Kälte einige Jahre lang ja nicht mehr erlebt.
Dabei wärmten mich noch vor wenigen Tagen Sonnenstrahlen bei kuscheligen 30°C (plus) ...


"Ich bin wieder da!!!"

Als  - bis dahin zeitweilige - Einwohner hatten meine Familie und ich Ende Juni 2017 Abu Dhabi und damit die Emirate wieder verlassen. Als Touristen kamen wir nun Mitte Februar für zehn Tage zurück. Und darum gibt es hier nun eine kleine Zugabe mit Eindrücken und Gedanken über: 'Wie es so ist, als Gast ins alte Zuhause wiederzukommen'.

Seltsame Parallelität der Empfindungen, vom ersten Moment an nach der Landung auf dem Flughafen: Jedes Haus, jede Straßenkurve, jede Palme, jede Blumenrabatte ist vertraut. Und doch: Dort, eine neue Baustelle, ein neues Geschäft, eine neue Grünanlage!
Dieses Mal ist doch auch alles genauso - wie mein Alltag die fünf Jahre zuvor. Und: Auf einmal wieder alles anders  - als die Umgebung des letzten halben Jahres in Deutschland. Dieses Überblenden des "Besucher-" und des "Zuhause-"Gefühls an beiden Orten wird all die Tage meiner Visite in Abu Dhabi und Dubai bestehen bleiben.
Eigenartig, nun selbst als Touristen viele Orte zu besichtigen, welche man sonst immer den Besuchern aus Europa gezeigt hatte; so auch die unvergleichliche Sheikh Zayed Moschee. 
 
die größten Kronleuchter der Welt ...
Selfie vor der Moscheebesichtigung



... wundervolle Edelstein-Intarsien überall
Blick über den gewaltigen Innenhof der Sheikh Zayed Grand Mosque Abu Dhabi


Die arabische Sonne bei 28 Grad war dennoch nicht das Wärmste bei unserer Visite. Das waren die alten Freunde, die uns so ein herzliches Wiedersehen bescherten. Wie schön, vertraute Gesichter in üblicher Runde an gewohntem Platz versammelt zu finden - und das einzig zum Zwecke, meine Töchter, meinen Mann und mich wiederzusehen!
Alle noch in Abu Dhabi lebenden Freunde, die an jenem Wochenende vor Ort waren, kamen extra zu einer kleinen Feier uns zu Ehren. Wunderbar, all die Menschen "wie immer" zu erleben, mit denen wir so viele fröhliche, aufregende, vertraute, lustige oder eindrucksvolle Momente gemeinsam verbracht hatten!  Auch unsere Töchter wurden sehr freudig von ihren alten Freunden begrüßt. Alles teils sehr emotionale Augenblicke. Und dennoch auch schön zu sehen, dass - mit wie ohne uns - das Leben in Abu Dhabi natürlich "weitergeht".


Gold, Gold und nochmals Blattgold: Hotel Emirates Palace Abu Dhabi

Doch nicht nur die engen Weggefährten der letzten fünf Jahre bescherten uns ein liebevolles Welcome back!  Wie schön ist es doch, wenn man mit einem (fremden, weil Miet-) Auto in unserem ehemaligen Wohncompound ankommt - und der Wachmann am Eingang eigens aus seinem Pförtnerhäuschen springt, um einen freudig zu begrüßen! Einige Verkäuferinnen im nahen Supermarkt rufen uns beim Kassieren ein erfreutes "Hello back!" zu. Als ich die philippinische Rezeptionistin im Sportzentrum umarme, stehen ihr über das unvermittelte Wiedersehen gar Freudentränen in den Augen ...


 Auch mal "nur" Tourist sein: Wüstensafari einmal anders


























Spaß macht ja auch, wenn man als "Nun-nur-Tourist" dann selbst einmal das "Touri-Programm" macht. Zumal wir sogar noch einen 'echten' aus Deutschland als Reisebegleitung mitgebracht hatten.
Wir unternahmen mit DesertRose eine halbtägige Wüstensafari gemeinsam mit ca. zweihundert anderen Touristen. Auf solch einer Tour bekommt man gewissermaßen im Taschenformat das 1001-Nacht-Feeling gereicht, inklusive Dune Bashing. Das bedeutet: Im Geländewagen mit Fahrer die Dünen rauf und runter wie in einer Achterbahn; "früher" haben wir das mit Freunden öfters an Wochenenden ja noch selbst gemacht.

Die obligatorische Kamelfarm mit Kamelbabys bestaunen, Wüstencamp mit arabischem Kaffee, Henna-Malerei für die Damen und Verkleidung mittels arabischem Herrengewands samt Falken auf der Hand für die Männer. Mit Sonnenuntergangsfotos auf dem Dünenkamm, mit Sand unter nackten Füßen und in den Haaren, mit orientalischem Bufett (keine emiratischen, dafür bekannte libanesische Speisen wie Hummus und Tabbouleh), mit einem illuminierten Derwischtanz und einer (natürlich nicht-emiratischen) Bauchtänzerin. Zuletzt 'Licht aus!' für den Blick in den betörenden Wüsten-Sternenhimmel! Alles in allem ein nicht ganz authentischer, aber sehr stimmungsvoller Kurzbesuch. Wir hatten Spaß daran.


 Schließlich: Visite im Louvre Abu Dhabi

 

Als wir 2012 nach Abu Dhabi zogen, gab es bereits allerhand Werbung für den "bald"  eröffnenden Louvre Abu Dhabi, der in enger Kooperation mit dem in Paris entstand und auch weiter zusammenarbeitet. Die folgenden Jahre beobachteten wir regelmäßig den Baufortschritt (bzw. von außen die Vollendung des Architektur-Highlights) auf der Fahrt nach Saadiayt Island, jener Teilinsel von Abu Dhabi, auf welcher das Museum seinen Standort fand.
Doch feierlich in Anwesenheit des Kronprinzen Sheikh Muhammad bin Zayed al Nahyan und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron eingeweiht wurde der Prachtbau doch erst nach unserer Ausreise, im November 2017. Ganz klar, dass wir diesen Ort natürlich bei unserer kurzen Rückkehr nun erleben wollten!



Der Louvre Abu Dhabi lässt mit der halbtransparenten Deckenkonstruktion Lichtspiele in ständig neuen Variationen zu - je nach Sonnenstand und Färbung des Meeres, dessen Wellen "in" das Museum bzw. auf dessen Stufen hineinschwappen!
 
Das von Stararchitekt Jean Nouvel entworfene Gebäude ist spektakulär. Die 180 m weite Flachkuppel ruht tatsächlich nur auf vier Punkten! Während sich in 55 Kuben, einer arabischen Stadt nachempfunden, die Exhibitionen befinden, eröffnet sich eine Seite des Runds zur großzügigen Wandelhalle unter halb-freiem Himmel, denn die netzartig aufgebaute Kuppel ist durchlässig und spendet so auch an heißen Tagen dank dieses "Licht-Regens" (Nouvel) Schatten, wobei bereits jedes leise Lüftchen für angenehmes Mikroklima sorgt.

Das Museum vereinigt in seinen Expositionen Kunstwerke unter einem ganz eigenen Konzept: Teils ähnliche Sujets von der vor-antiken Zeit bis ins 21. Jh. hinein werden oftmals - ungeachtet der Entstehungsepoche oder des Entstehungsortes und dessen Religion im Hintergrund - nebeneinander präsentiert. (Hier ein Link zur Grundidee auf der Homepage.) In einem separaten Raum liegen z.B. Prachtausgabe von Koran, Thora und Bibel in der gleichen Vitrine.
Die generell übergreifende Anordnung lässt philosophische Gedanken zum menschlichen Wesen und künstlerischen Schaffen genauso zu wie kunstgeschichtliche Erkenntnisse für den Betrachter. Bildende Kunst als kulturübergreifende Humanitätsidee. Dieses Konzept passt hervorragend zum kulturellen Schmelztiegel Vereinigte Arabische Emirate, in dem heute Menschen aus fast jeglicher Nation und Kultur der Erde friedlich zusammenleben.






Leonardo da Vinci 





Natürlich darf Napoleon nicht fehlen!
 


















 



 li. Tanzender Shiva / re: zweiköpfige Jungsteinzeit-Statue, Jordanien, eine der ältesten überhaupt

 

Die "kleinen Freuden" der zeitweiligen Rückkehr


Neben Hochkultur und den Treffen mit lieben Freunden und Bekannten stand selbstredend auch die rein private Erinnerungstour auf unserem Programm, inklusive eines Tages in Dubai. Natürlich die Dubai-Mall mit dem gigantischen Aquarium, mit Zuckerschock im Candylicious und den abendlichen Wasserspielen mit Blick auf den illuminierten Burj Khalifa. Aber auch Wandeln durch die Ibn-Battuta-Mall - allerdings nicht auf Konsum-Pfanden, sondern auf den Spuren des großen arabischen Forschungsreisenden und Gelehrten Ibn Battuta im christl. 14. Jh.! Auch ein Wiedersehen mit den frei fliegenden tropischen Vögeln, mit Äffchen, Faultier und Waranen hatten wir eingeplant - im "Green Planet", einer künstlichen Regenwald-Biosphäre.


Brunch mit Pancakes, Vegan-Burger, Falafel Benedikte, Lemon Mint, Melonensaft und mehr ...

Nicht zu vergessen: Gaumen-"Wiedererlebnisse"! Wer kennt das nicht - ein Geschmack aus der Kindheit, ein Gericht aus einem früheren Urlaubsort ...
Noch nicht so lange her für uns, doch die Liste der Töchter war lang, woran unsere Geschmacksknospen unbedingt wiedererinnert werden sollten: Mittagessen in der Cheesecake-Factory (einschließlich Kerze auf der Torte sowie philippinischem Kellnerchor, welcher der Jüngeren ein Geburstagsständchen brachte!), Lemon Mint und die besten Falafel in einem Café, legendäre Burger bei ShakeShack, Schokoladenträume bei Godiva,...
Sogar ein Supermarkt-Besuch stand auf unserer To-do-Liste: Für das "heimelige Gefühl" sowie den Einkauf von guten Datteln, Gewürzen und bestimmten amerikanischen Keksen und Chips, die in Deutschland nicht erhältlich sind. Auch DAS kann eben umgekehrter "Heimat"-Urlaub sein.  :-)


Abendstimmung am Saadiyat Beach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Gefühl paralleler Leben


Und dann haben wir wieder Abschied genommen vom "alten" Zuhause und sind geflogen in das "neue", das doch noch sehr neu ist. Denn innerhalb des letzten halben Jahres seit unserer Heimkehr nach Deutschland mussten wir dreimal umziehen und sind in der nunmehrigen, endgültigen Wohnung noch beim Auspacken des Umzugsguts und beim Einrichten. Dies trug, neben Winterskälte und der Reserviertheit und Belehrungssucht mancher Deutscher, mit zum Eindruck eines recht "rauen" Zurückkehrens bei.
Wenn demnächst unser Umzug endgültig erledigt ist, wenn ein paar alte Freund- und Bekanntschaften aufgefrischt und hoffentlich auch ein paar neue geknüpft sind, dann werden wir wohl auch schließlich hier (wieder) in Dresden, in Sachsen, in Deutschland heimisch werden!

Die Tage "Abu Dhabi rewind" waren für mich eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen "Ha, alles wie immer!" und Heimweh, zwischen Entdecken von Neuem und Wiedererkennen, zwischen Fremdheit, Distanz und immer noch Zugehörigkeit, zwischen Melancholie und großer Freude.


Um Neumond herum nachts in Blau: Die Große Moschee von Abu Dhabi


Was bleibt, ist das gute Wissen, dass das alles nach wie vor existiert, was ich früher als Expat oft als mein "paralleles Leben" bezeichnete - der Wechsel zwischen zwei verschiedenen "Zuhauses" über Kontinente hinweg. Die Plätze und Bauten, die Kulturhöhepunkte und Leckereien, vor allem aber die lieben Menschen, die wir an einem Ort zurückgelassen haben, sind weiter dort. 
Mein Lebensabschnitt in den Emiraten mag beendet sein, aber er ist nicht "weg". So, wie im Louvre Abu Dhabi die Kunst "Leben" in unterschiedlichsten Perspektiven aus Raum und Zeit doch oft neu vereint, so ähnlich ist es auch mit den zeitlichen und räumlichen Facetten meines Lebens. 

Hier wie da geht es seinen Gang. Und da Jegliches gleichzeitig existiert, kann man (etwas Reisekasse vorausgesetzt) auch jederzeit hin- und herwechseln. Kein Abschied von Orten, von Wurzeln und Menschen muss einer für immer sein!

Mit diesem Wissen verabschiede ich mich hiermit freundlich von allen Lesern.



 
Fotos: Antje, Tina & Tanja Döhring

Sonntag, 19. Februar 2017

Schmetterlinge und Fische in Schardscha

Eigentlich hatten wir auch dieses Jahr wieder das "Festival of Lights" im Emirat Schardscha sehen wollen. Leider war genau das Wochenende, als wir hinfuhren, das kälteste und außerdem mit Sandsturm und Regen ungemütlichste dieses Winters ... Deshalb haben wir leider dieses Mal nicht so viel vom Festival gesehen - allerdings versöhnten zwei andere Highlights.
Das Schmetterlingshaus auf Al Noor Island mit futuristischer Architektur.

Der Schmetterlingspavillion auf Al Noor Island in der Lagune


Die 45.470 m² kleine Insel in der Khalid-Lagune, die man über eine Fußgängerbrücke erreicht, ist schon an sich ein Kleinod. Ende 2015 wurde das für 80 Mio Dhs (rd. 22 Mio Eur) kreierte Projekt im Herzen der Hauptstadt Schardscha eingeweiht. Folgt man den ausgewiesenen Pfaden, kann man auf doch relativ engem Raum eine Vielfalt an park- und landschaftsgärtnerischen Ideen erleben, die dennoch nicht gedrängt wirken, sondern Leichtigkeit versprühen. Überall stehen Bäume mit einem roten Schild "I was saved" ("Ich wurde gerettet"), die hier eine neue Heimat gefunde haben und auch bei Sonne die Wege überschatten. 


Blauer Morpho-Falter oder "Himmelsfalter"

Dazwischen: Kunst-, Licht und auch (dezente) Klangskulpturen. Des Nachts wird alles magisch mit gezielten Lichtinstallationen zum Leben erweckt, sogar eine Gräserareal wurde mittels winziger LED-Leuchten zur Anmutung einer Glühwürmchenwiese gemacht. Einheimische, aber auch sonstige tropische, botanisch sehenswerte Pflanzen aller Art machen den Spaziergang überdies zu einem Wissensrundgang. Ein wenig ist man wie verzaubert, wenn man hier eine Weile lustwandelt, verweilt und immer Neues entdeckt!

Höhepunkt des Inselspaziergangs ist für viele der Besuch des Schmetterlingspavillions, dessen außergewöhnliche Architektur schon von weitem den Blick auf sich zieht. Eröffnet wurde das Objekt vor einem Jahr. 
Kokons aller Stadien im Brutschrank



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Unter der futuristischen Gitternetzgestaltung eröffnet sich ein Habitat für 150 bis 200 Schmetterlinge unterschiedlicher Arten. Überall flattert und schwebt es um einen herum in der warmen, feuchten Luft. Besonders auffällig ist der Blaue Morphofalter. Man kann die zarten Tiere beim Rüsseln an Blüten beobachten und auch alle Stadien der Schmetterlingslarven während ihrer Metarmophose in den eigens aufgestellten Brutschränken.

Überall kann man den Faltern beim Nektartrinken zusehen

 

Tauchgang im Trockenen: Aquarium Schardscha


Eine weitere Attraktion für insbesondere Kinder und andere Meerestierliebhaber ist das Nautische Museum, welchem das Aquarium angeschlossen ist. Diese Attraktion gibt es bereits seit 2008. Auf zwei Ebenen 20 Aquarien und Tanks zu besichtigen, die etwa 150 unterschiedlichen Spezies eine neue Heimat geben. Was für unser Auge "exotisch" anmutet, sind dennoch Fische und andere Wasserbewohner, die rings um die Emirate mit ihren Meeren heimisch sind!
Giftig: Der Feuerfisch
An einigen Stellen eröffnet sich ein Blick über das teilweise über beide Stockwerke verbundene Aquarium
 
Doch die Tiere sind nicht nur wie in einem Zoo zu besichtigen. Das Aquarium erklärt auch den Lebensraum Meer an sich, erinnert an die Seefahrer- und Perlentauchertradition der Emirate und weist auf die Gefahren hin, welche heutzutage dem Ökosystem Meer drohen. Daher nennt sich die Einrichtung auch Bildungseinrichtung und wird häufig von Schulklassen aus Schardscha, aber auch von den benachbarten Emiraten für Bildungsausflüge genutzt.


Kleiner Rochen
Gefleckte Muräne, halb in ihrem Loch verborgen
Seepferdchen, im Korallengeäst dümpelnd
Quelle: http://www.e-architect.co.uk/wp-content/uploads/2016/01/butterfly-pavilion-in-sharjah-3d110116-t-2.jpg

Fotos (4) Tanja Döhring

Sonntag, 22. Januar 2017

Wolkenkratzer im Dunst


Heute mal bisschen Touristisches. Gerade in den Wintermonaten, welche hier klimatisch einem mittleren Sommer in Deutschland gleichen, kommen gern Leute von "drüben" her, um Wärme und Sonne zu genießen. Was dann jedoch auch nicht immer klappt. So wie heute.
Ein ungewöhnlich diesiger Tag in Abu Dhabi, in manchen Teilen der VAE ist sogar leichter Regen gefallen. Für Einheimische (also Emiraties und Expats) jedenfalls ein "schöner Tag zum Rausgehen" - denn knallende Sonne und Wärme hat man ja stattdessen ungefähr 355 Tage im Jahr hier!

Diesige Tage sind hierzulande selten! Blick auf ADNOC-Gebäude (Mitte), auch "Flaschenöffner" genannt, sowie das Ensemble der Etihad-Towers (rechts)

Und darum einige Ansichten rings um Corniche und Marina Mall - dort ist Haupthaltestelle des doppelstöckigen, roten BigBus, der Touristen täglich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit quer durch Abu Dhabi fährt. (Hop On Hop Off - man kann überall aus- und beim nächsten Bus auch wieder einsteigen, mit demselben Ticket.)

Manche starten oder beenden diese Rundfahrt mit einer Runde auf dem Riesenrad:

Schöne Aussicht gibt's vom Riesenrad an der Marina Mall

Von dort aus hat man einen schönen Blick auf den Hafen an der Corniche und natürlich die großartigen modernen Wolkenkratzer.


Noch nicht ganz fertig ist das neue 39-stöckige Hotel "Fairmont Marina Resort & Residences" mit 563 Luxuszimmern - es wird wie ein "Tor" für diejenigen unter den Reisenden sein, welche sich Abu Dhabi von der Seeseite her nähern: Ein Tor zur Stadt. Nicht zufällig erinnert die Architektur stark an die (von einigen als zu rosa-Zuckerbäcker-artig geschmähten) Außenansicht des gewaltigen Hotels "Atlantis" auf der "Palme" in Dubai.

Noch wird gebaut: Hotel "Fairmont Marina Resort and Residences" als "Tor zur Stadt"

Blick auf die Skyline von Abu Dhabi mit dem kleinen Hafen für private Boote

Sonntag, 15. Januar 2017

Ausflug in den Regenwald - mitten in Dubai


In den Wipfeln des Dubaier Regenwaldes "The Green Planet"
 
Papageienart
Tukan
Wir vermissen ja nicht vieles (an Gewohntem) hier in den VAE. Nur eben immer mal den mitteleuropäischen  Wald. Wer in Dubai plötzliches Verlangen nach dem "Kosmos Wald" hat, nach saftigem Grün, das durcheinander wuchert und Lebensraum für diverse Tierarten bietet, kann seit August 2016 "The Green Planet" besuchen - das ist nicht nur einfach "irgendein Wald", sondern sogar ein tropischer REGENwald, welcher in einer riesigen Glaskuppel dem trockenen Wüstenklima ringsum trotzt.

Grüner Baumleguan

Regenwaldboden: voller Kanäle mit Tropenfischen

Man betritt das Ökosystem quasi durch den immerfeuchten "Boden" mit zahlreichen Wasserläufen hindurch, mehrere Aquarien mit tropischen Fischen öffen sich über einen Unterwassertunnel zu einem Lift, der die Besucher hinauf in die 4. Etage bringt: In die Baumwipfel des Regenwalds (30 - 45 m über dem Boden). Dort steht oder besser hockt das Begrüßungspersonal bereits: Äußerst muntere und kommunikative Papageien.

Baumblatt? Nein! Dieses hier ist eine täuschend echte Nachahmung!

Die mit 1,5 kg schwersten Papagien sind die Hyazinth-Aras aus Südamerika.

Langsam kann man dann an der Außenhaut der gläsernen Kuppel auf einem abfallenden Weg hinunter in die mittlere Etage wandeln - oder aber auch über eine schwankende Hängebrücke aus Seilen zum dicken Baumstamm gelangen. Spätestens dort, wenn man die Hand auf die Rinde legt, wird klar: Das ist kein Urwaldriese, sondern eine täuschend echte Beton-Nachbildung eines Urwaldbaumes! Selbst Blätter an den Zweigen dieses Baumpatrichars stellen sich beim Anfassen als künstlich heraus; mit bloßem Auge ist dieses handwerkliche Meisterwerk nicht identifizierbar.

Dennoch wuchert es auf, an und unter diesem künstlichen Baum über und über voller echter Tropenpflanzen, welche sich hängend an den Beton-Ästen herabschlingen, darauf thronen oder aber von den Seiten und besonders dem feuchten Boden her hinaufwachsen. Von überall her sprühen Düsen feinen Wasserdampf in die 25 - 28° C warme Luft im Inneren der Glaskapsel und schaffen damit genau das Klima, welches die hier inzwischen beheimateten ca. 3000 Tiere und Pflanzen mögen.

Überwucherte Aussichtskanzel mitten in der Kuppel

Stachelschwein
Papagei
Gut integriert in das Ensemble ist eine Aussichtsplattform, welche mitten in diesen "Regenwald" hineinragt und großartige Ansichten in alle Richtungen bietet. Hier muss man fast aufpassen, nicht von Exemplaren der hier lebenden Vögel "umgeflogen" zu werden, welche sich sehr selbstbewusst durch ihren zwar künstlichen, doch dennoch perfekt abgestimmten Lebensraum bewegen.

Klug eingebaut auf den einzelnen vier Etagen sind an der Rückwand des Konstrukts kleine Ausstellungen, welche sowohl über den Aufbau des Regenwalds sowie seine akute Bedrohung durch Abholzung aufklären, als auch in Terrarien verschiedenste Tierarten der jeweiligen "Etage" zeigen und erklären. Um das Erlebnis lebendiger zu gestalten und jederzeit auf Fragen der Besucher eingehen zu können, stehen überall sehr aussagekräftige Mitarbeiter des "Green Planet" bereit, um  vieles zu demonstrieren und zu erklären. So kann man beispielsweise in einer langen Reihe die unterschiedlichen Stadien der Schmetterlingsmetamorphose betrachten - als Höhepunkt ist es sehr klug so eingerichtet, dass der Besucher fast immer einem erst seit wenigen Minuten entpuppten Schmetterling beim Enfalten der anfangs noch arg zerknitterten Flügel zusehen kann!

Kleine Mutprobe? Madagassische Riesenkakerlake als Streicheltier.
Auch wenn ich im Laufe vieler Jahre meine "Angst" vor so ziemlich allem, insbesondere aber vor Spinnen abgelegt habe, kann ich mich einfach nicht an die (in warmen Ländern fast allgegenwärtigen) Kakerlaken "gewöhnen" - es schüttelt mich nach wie vor, wenn ich irgendwo im Haus einer begegne. Doch der freundliche Mitarbeiter im "Green Planet" hat es geschafft, mich dazu zu animieren, eine Madagassische Riesenschabe zu streicheln. Diese Exemplare sind zwar groß, doch hockten sie ausgesprochen ruhig und friedlich auf seinem Finger - ganz anders als die wildgewordenen, mit rasselnden Beinen herumrennenden, welche ich kenne. Aber immerhin ...


Die unterschiedlichen Lebensbereiche ...
Ebenso interessant war der Aufbau eines Lebensraums von Blattschneideameisen - ja, die, welche sich über lange Strecken bewegen, mit Blattstückchen auf dem Rücken, welche ihre eigene Größe um ein Vielfaches übersteigen. In diversen gläsernen Kästen kann man gut die einzelnen "Arbeitsbereiche" wie z.B. die Kinderstube dieser Tiere beobachten.
... der Blattschneideameise (Zweig Mitte).


Dem Bildungsauftrag, der solchen Stätten ja neben dem Freizeitaspekt auch mit obliegt, kommt "The Green Planet" u.a. mit Klassenführungen für Schüler nach; diese sind nach den Altersklassen 3-6 Jahre, 7-11 Jahre sowie 12-14 Jahre an den jeweiligen Vorkenntnisstand der Kinder angepasst. Sogar Geburtstagspartys können ambitionierte Eltern hier für ihre Kinder ausrichten lassen.
 

Mein absolutes Lieblingstier ist ja das Faultier. Auch von diesem wird der "Green Planet" in Dubai mit bewohnt. Eigentlich verbringen dieses entspannten Tiere ja den Großteil ihres Lebens hoch droben in den Wipfeln. Doch dieses Exemplar hier lag, zu einem Knäuel zusammengeringelt, auf dem Regenwald"boden" inmitten herumwuchernder Pflanzen aller Art. Hätte nicht eine nette Mitarbeiterin des Projekts sich direkt dort auf dem Weg postiert und die Spaziergänger darauf hingewiesen, wäre ich so wie alle anderen wohl einfach an dem im Kraut pennenden Faultier blicklos vorübergegangen!

"Nicht Ausrutschen"-Warnung, in Form einer... Bananenschale!


Da sich je nach Tageszeit die Aktivitäten der Tiere unterscheiden und die Mitarbeiter für Abwechslung bei den Exponaten sorgen, können wir einen Besuch im Ökosystem Regenwald - mitten in Dubai, Nähe Dubai Dity Walk - jederzeit empfehlen. Geöffent ist täglich von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends, donnerstags und freitags jeweils sogar bis Mitternacht!

"The Green Planet", der Regenwald von Dubai, von außen gesehen.

Fotos: Antje, Tina & Tanja Döhring

Sonntag, 27. November 2016

Südseeinsel-Feeling. Vor der Küste Abu Dhabis


 
These shoes aren't made for walking ... Strand-Kunst auf Nurai Island

Meer und Strand kann man in Abu Dhabi an vielen Stellen haben. Logisch, ist ja auch eine auf Inseln erbaute Stadt. Wild wuchernde Flora hingegen findet man eher nicht; die Rasenflächen und Parks der Hauptstadt der VAE sind zwar grün und gepflegt, aber gerade deshalb ahnt man auch, wie mühselig die Bewässerung und Intakthaltung dieser kleinen Oasen im Großstadtgetümmel wohl ist.

Zwar ist selbstredend auch die "wild wuchernde" Pflanzenwelt auf Nurai Island - 12 Minuten mit dem Schnellboot vor dem Kulturdistrikt Saadiyat gelegen - alles andere als natürlich. Wie auch - noch vor drei Jahren gab es hier auf 27 m² nichts weiter als eine der zahlreichen Sandbänke, welche rings um Abu Dhabi lagern. Heute wechseln sich Rasenflächen mit den liebevoll dazwischen "gestreuten", architektonisch vielfältigen Häusern unterschiedlicher Größe ab, welche der Beherbergung von Übernachtungsgästen des Eilands dienen. Ja, und an manchen Stellen drängen und winden sich Bäume, Büsche, Blumen, Schlingpflanzen und Gräser über- und umeinander, als befände man sich tatsächlich irgendwo in einem tropischen Wald. Auf der autofreien Insel verkehren nur elektrobetriebene Golfwagen.

Terrasse des Restaurants "Frangipani"
Beim bloßen BLICK auf's Dessert-Bufett im Restaurant Frangipani bleibt es wohl eher selten!

Wer nicht übernachten möchte oder kann (auf Nurai Island ist das keine Ausrede für Geiz, die Preise für die Villen sind teils exorbitant!), kann dort auch nur einen Tag lang baden, surfen, dinieren, spazieren, die Seele baumeln lassen ... Voranmelden muss man seinen Besuch immer; an Wochentagen kostet der Eintritt inklusive Bootstransfer und Pool- Strandzugang 350 Dhs. Diese Summe kann später in den erstklassigen Restaurants und für alkoholische Getränke und Zigarren bzw. Shishas umgesetzt werden.

Besonders beliebt ist natürlich der Freitagsbrunch auf der luxuriösen Insel. Dann kostet das Paket für diese Leistungen 550 Dhs mit nichtalkoholischen Drinks, 650 Dhs mit "Hausgetränken" (Prosecco, Bier, Wein) oder 750 Dhs für das Ganze samt Champagner. Getränke werden nachgeschenkt, so lange bis man abwinkt, Kinder bis 12 Jahre zahlen 275 Dhs.

Auf Nurai Island sieht man ziemlich schnell alles durch die rosa Brille ...

Eine der "etwas größeren" Übernachtungsmöglichkeiten
Unbezahlbar hingegen ist der Blick von der überschatteten Liege über den Infinity-Pool in hellem Blau - hinaus aufs offene Meer, das täglich mehrfach sein "Gewand" (und damit die Farbe) wechselt. Wem Baden und Aufs-Meer-Starren oder Strandspaziergänge zu langweilig geworden sind und wer auch nicht das winzigste Bisschen mehr vom opulenten Bufett essen kann ... findet Bewegung an Tischtennisplatten oder Poolbillard - oder inspiziert die sehenswert eingerichtete Bibliothek, die gleichzeitig als Wein"keller" für die Restaurants der Insel dient. Vielleicht hilft ja auch eine Massage im Spa oder ein paar Runden auf dem Tennisplatz.

Ja, es ist eine Insel für alle, die Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten und ein bisschen Luxus suchen. Party wird woanders gemacht. Dafür sind die Dinner am Strandlagerfeuer und unterm Sternenhimmel abends besonders romantisch ...


Moderne Architektur mit verspielt-orientalischem Touch

Lagerfeuer am Strand darf zum Romatik-Dinner nicht fehlen

Einen Eindruck in bewegten Bildern kann man sich hier holen (klick!)


Es rauscht ...
 Fotos von A. & Tanja Döhring