Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Donnerstag, 1. Juni 2017

Masgouf: Irakische Fischspezialität in den Emiraten


Den offenen Grillstellen am Ufer des Tigris nachempfunden: Masgouf Restaurant in den V.A.E.
Nicht echt emiratische, aber halbwegs echt arabische Küche: Masgouf-Fisch.

In Abu Dhabi, aber auch Dubai und Sharjah gibt es ein sehr hübsches irakisches Restaurant mitten in der Stadt, das für moderate Preise riesige Portionen arabischer Küche serviert. Benannt ist es praktischerweise gleich noch seiner Hauptspezialität, dem Masgouf.

Das ist der typische Karpfen, der vor allem in Bagdad berühmt ist, aber auch andernorts Verbreitung fand. Traditionell wird der Fisch in der Mitte längs halbiert und die beiden, ziemlich großen, fast runden Seiten um ein offenes Feuer herum aufgestellt und so gegrillt. Das Fischfleisch ist unvergleichlich zart und unbedingt einen Versuch wert.

Masgouf ist ein Karpfenfisch, für den Bagdad stets berühmt war
Unter der Vielzahl und Reichaltigkeit der (Vor-)Speisen biegt sich die Tafel fast!


Das Dekor ist schön orientalisch, die Bedienung schnell und freundlich. Natürlich sollte man unbedingt einen Blick auf das vollverglaste "Lagerfeuer" am Eingang werfen, wo der Fisch frisch gegrillt wird, als sei es am Ufer des Tigris im Herzen Bagdads.

Wer einen Besuch plant, kann sich hier vorab informieren und auch einen Blick in die Speisekarten werfen. Kleiner Tipp: Allein die Vorspeisenplatten sind schon riesig! Also lieber etwas weniger bestellen. Oder aber: Hinterher einpacken lassen :-)

Form- und farbenfrohe Inneneinrichtung

Das Restaurant "Masgouf", manchmal auch "Maskoof", an der Ecke einer Hauptkreuzung in Abu Dhabi ist leicht zu finden

Sonntag, 5. März 2017

Echt Emiratische Küche


Der weit herumgekommene Tourist von heute weiß das ja: Hummus, Tabbouleh, Fattoush, Baba Ghanoush, Kibbeh und dazu Fladenbrot sind typisch "arabische" = emiratische Gerichte. NICHT!

Es stimmt zwar, dass dies nahöstliche (Vor-)Speisen sind, welche auch auf emiratischen Restaurant-Buffets selten fehlen. Doch weniger, weil sie so genuin emiratisch wären, sondern eher, weil auch andere Beispiele internationaler Küche hierzulande nie weit sind und der Gast diese Gerichte eben ohnehin erwartet.

Seite im emiratischen Kochbuch "Sarareed"


Einige emiratische Küchen-Chefs haben es sich zur "Chefsache" gemacht, die hiesigen Kochtraditionen ihrer Großmütter nicht nur für die Emiratis selbst wieder zu pflegen, sondern auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen -  sowie davor zu bewahren, angesichts unzähliger Fastfoodläden wie auch Fünfsternerestaurants globalster Provenienz die einheimische Küche in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die emiratische Küchentraditionen unterscheidet sich teilweise sehr von der benachbarter Regionen in Nahost; näher verwandt sind sie nur mit denen in Saudi-Arabien, Oman und Bahrein. Sie sind dominiert von den Zutaten Fleisch, Fisch, Getreide und Milchprodukten, was auf den unfruchbaren Wüstenboden in weiten Teilen der VAE zurückzuführen ist.
Alte Gerichte umfassen häufig Harees (einem aus gestampftem Getreide mit Fleischstückchen gekochten Brei), Maqluba (einem aus Fleisch, Reis und Gemüsen in einem Topf gekochten Gericht) oder Arseeya (ein Reispudding, der oft Geflügel serviert wird). Zudem gibt es regelmäßig gegrilltes Kamel, Ziege, Hühnchen oder anderes Geflügel. Entscheidend dafür, dass es "emiratisch" schmeckt, sind auch hier die speziellen Gewürzkombinationen.

Die einheimische Küche zu propagieren hat sich u.a. Chef Ali Al Ebdowa vom bekannten "Mezlai"-Restaurant im Hotel Emirates Palace Abu Dhabi verschrieben. Doch auch die gefeierte Chef Khulood Atiq, erste weibliche Küchenchefin der VAE, sowie die emiratische Jungunternehmerin Shaikha Al Kaabi von "Meylas Restaurant" werden stets genannt, wenn es um diese Kulturfacette des Landes geht. Die junge Amna Al Hashemi wiederum hat als erste emiratische Küchenchefin in Dubai ein eigenes Restaurant eröffnet; auf Instagram kann man ihr und ihren Kreationen unter dem gleichnamigen "Mitts and Trays" folgen.

All diese und noch einige andere Kochkünstler sehen sich natürlich nicht ausschließlich als Bewahrer, sondern entwickeln die alten Kochtraditionen auch weiter.

Chef Khulood beispielsweise wurde vor etwa fünf Jahren einmal gebeten, emiratisches "Fingerfood" für einen Anlass zu vorzubereiten. "Nun, emiratisches Essen wird eigentlich niemals auf diese Weise serviert, da es stets in Großportionen für die Großfamilie daherkommt. Doch ich habe mir sieben verschiedene Rezepte ausgedacht, wie man diese Gerichte in der gewünschten Weise präsentieren könnte. Heute habe ich mittlerweile über 300 solcher Rezepte!" (Zitat)

Sonntag, 17. Januar 2016

Arabische Küche, Teil IV: Salonah


In loser Folge (Stichwort "Essen und Trinken") stelle ich hier ja immer einmal wieder typische regionale Gerichte vor - denn auch über die Geschmackspapillen lernt so mancher ein Land, eine Kultur kennen!

Eines der beliebtesten und authentischsten Gerichte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Fleischeintopf namens SALONAH. Üblicherweise wird er hier gern zum Mittagessen serviert. Das Rezept habe ich ins Deutsche übertragen von der Homepage des Restaurants "Meylas" in Abu Dhabi, das komplett auf althergebrachte emiratische Küche spezialisiert ist.
http://meylasemirati.com/en/wp-content/uploads/2015/10/mm.png

SALONAH

  • rd. 4 Portionen weißen Reis vorkochen  

  • 1 kg Lamm (am Knochen), fast gar vorgekocht
  • 1 große Kartoffel in Würfeln
  • 2 Zuccinis in Scheiben
  • 1 große Karotte in Stücken
  • 1 grüne Paprika in Streifen
  • 1 Aubergine in Scheiben
  • 3 gewürfelte Tomaten
  • 2 bis 3 feingewürfelte Zwiebeln
  • 3 gepresse Knoblauchzehen
  • 2 bis 3 EL Tomatenmark
  • 2 Loumi (getrocknete Limetten)
  • Salz nach Geschmack
  • 1/2 TL jeweils (Pulver): Kumin, Koriander, Zimt, Pfeffer und Kardamom, 
  • 1 TL "Emirati Fish Spice" (wer hat....)
  • 1 TL Kurkumapulver
  • 1/2 Bund gehackter frischer Koriander
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 3 EL Ghee (oder Öl)
  • ca. 500 ml heißes Wasser

Die Zwiebel in Ghee anrösten, Knoblauch und Loumi hinzufügen. Das vorgekochte Lammfleisch hineingeben, umrühren, die Gewürze und das Tomatenmark zufügen, etwas vom heißen Wasser aufgießen. 
Den Topf für 2 min abdecken, bis sich das Aroma der Gewürze entfaltet. Nun die Gemüse dazugeben und wieder gut umrühren sowie das restliche Wasser übergießen.
Anschließend den Topf gut zudecken, bis alle Zutaten durchgegart sind.



Das Gericht wird im Pott samt Kelle zu den Tellern mit Reis gereicht; man gibt jeweils so viel vom Salonah auf den Reis, das dieser gut damit vermischt werden kann.