Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Dienstag, 16. Mai 2017

Club-Nacht in style: "Blue Marlin Ibiza U.A.E."


Dämmerung über der Marina: Das "Blue Marlin" ist ein Strandclub

Wer hier öfters auf meinem Blog liest, weiß es schon: Ich löcke ganz gern mal wider den Stachel. Soll heißen: Ich habe eine gewissen Genuss daran, die unendlich vielen und unendlich oft wiederkehrenden Vorurteile über die VAE hervorzuholen, zu widerlegen und mich dabei ein wenig auch zu amüsieren.

Wie oft kommt es vor, dass Menschen, die noch nie hier waren, erstaunlich gut (bzw. eben doch: schecht) "Bescheid wissen". Die Emirate - Das ist doch dort, wo alle Frauen in Burqa gehen müssen. Wo Männer und Frauen nicht miteinander sprechen dürfen, aber wenn sie es doch tun, der Scharfrichter den Kopf abschlägt. Emirate - das ist doch dort, wo ein paar dekadente Luxusmenschen sich Sklaven halten, während sie selbst in vergoldeten Lamborghinis durch den Wüstensand brettern ... (Nein, Logik ist bei solchen Aussagen natürlich keine Pflicht.) Die Emirate - das ist doch "dort unten", wo den ganzen Tag islamisch gebetet wird und wo der IS Bomben wirft und Frauen wie Haustiere gehalten werden.

Nationalitäten, Geschlechter - alles "gemischt". Die Freude am Feiern und Tanzen ist, was hier alle eint.

Tja, bei einigen dieser Dinge werden die VAE wohl einfach oft mit dem zwar Nachbar-, aber dennoch grundsätzlich anders funktionierenden -Land Saudi-Arabien verwechselt. Wer kann schließlich auch alles wissen! Keiner, das ist ja auch nicht schlimm, das kann man ja aber ändern.
Blöd finde ich nur, wenn mancher jedoch ganz absichtlich gar nicht dazulernen will, selbst wenn er die Möglichkeit dazu hat, um seine Vorurteile nicht zu beschädigen. Sowas nennt man dann Ignoranz, und da schwanke ich dann immer etwas zwischen Verärgert- und Belustigtsein.


Restaurant und Technomusik in friedlicher Koexistenz


Heute präsentiere ich mal wieder ein schönes Beispiel, um der Vorstellung etwas entgegenzusetzen, dass die VAE eine freudlose Wüstenei der Burqa-Trägerinnen sei, natürlich ohne Musik und gar Alkohol, ganz zu schweigen von Tanz oder geschlechtergemischter Geselligkeit.

Also ... gehen wir doch - gedacht - einfach gemeinsam jetzt ins "Blue Marlin Ibiza U.A.E." Natürlich (auch wenn viele in der Rest-Welt das nicht glauben können), gibt es hierzulande Bars und auch Clubs wie Sand in der Wüste. 
Das "Blue Marlin" ist insofern etwas besonders, dass es abseits liegt zwischen Abu Dhabi und Dubai, mitten in einem Hotelresort. Der jeweilige DJ kann also ohne Störung von Nachbaranwohnern unterm freien Himmel bis spät in die Nacht so laut auflegen und mixen, wie er und die feierfreudige Menge mögen.
Wer "kann", kann dorthin - und jetzt bedienen wir doch gern auch wenigstens mal ein Klischee! - mit dem Boot aka Yacht in die Disko gondeln, denn das "Blue Marlin" hat Meerzugang und eine eigene Marina, die ins Partygelände übergeht.

Blick vom Bootsanleger samt Loungebetten hinüber zum Strand des "Blue Marlin" mit Tanzfläche
Der Türsteher passt gut auf. Jedoch nicht etwa darauf, dass die Burqa gut sitzt oder jemand irgend einen horrenden Eintritt nicht zahlen kann. Sondern darauf, dass in den Taschen keine gefährlichen Gegenstände mitgebracht werden, dass alle über 21 Jahren sind und dass nicht zu viele Jungmänner allein oder in Pulks kommen, damit die Nacht weiter friedlich verläuft. Eintritt zahlt man gar keinen - es sei aber auch nicht verschwiegen, dass die Gastronomie schon dafür sorgt, dass der Club hinterher nicht mittellos dasteht ...

Ansonsten: Wie der Name schon sagt, ist die Partylocation ein Ableger des "Blue Marlin" auf Ibiza. Um die Tanzfläche herum gibt es neben den Videoleinwänden überall kleine Terrassen und erhöhte Sitzareale, so dass man sich auch zurückziehen und das Treiben entspannt betrachten kann. Als wir dort waren, fanden sich auch eine ganze Anzahl von Liegewiesen etwas abseits Richtung Bootssteg, doch alle verwaist ... Statt dessen waren die party people mit Sehen & Gesehenwerden sowie Essen, Trinken und natürlich Tanzen beschäftigt. Die Menge ist so buntgemischt, wie die Bevölkerung des Landes allgemein: aus Arabischstämmischen verschiedenster Nationen, aus Europäern, Asiaten, Amerikanern ...

Da steht ein Pferd ... nein, nicht auf dem Flur, aber der Restaurant-Terrasse. Und ihm geht gerade "ein Licht auf"!


Die DJs wechseln jede Woche und auch während des Abends; bekannte Namen aus dem internationalen "Himmel" der Musikaufleger geben sich im "Blue Marlin" die Klinke bzw. das Mischpult in die Hand.

Auf einer Terrasse oberhalb der Tanzfläche befindet sich unterm Sternenhimmel ein Restaurant. Die Küche ist erstklassig. Mein Tintenfisch-Risotto mit Koriander und Parmesan ein Genuss. Wobei die Portionen hier eher diätfreundlich sind - vom Umfang her ... Und auch fürs Portemonnaie: Das hat nach Begleichen der Rechnung nämlich definitiv abgenommen.


Burqa am Abend? Nein, eher "Fischernetz-Bikini-Stil"


Nicht wirklich ein Problem für das Jetset der jeunesse dorée in den VAE, klar. Und Jugend, in verschiedener Wortbedeutung auch "goldene", ist die absolut vorherrschende Spezies im Club. Da in den Vereinigten Arabischen Emiraten niemand in Bars oder Clubs unter 21 Jahren hineindarf (da Alkohol erst ab 21 ausgeschenkt wird), ist das Alterslimit schon einmal nach unten gegeben. Nach oben hin - sicher sind nicht sehr viele über 35. Die VAE sind eben ein sehr "junges" Land, im Alltag sieht man selten jemanden über Mitte, Ende 50 - weder Einheimische noch Expats.

Betrachtet man die vielen jungen Leute um sich herum, sieht es aus, als habe man den Setkarten-Schrank einer Model- oder Schauspieleragentur geöffnet und die Fotos dort zum Leben erweckt: So viel natürliche Schönheit (gelegentlich vielleicht beim Schönheitschirurgen auch "nachgeholfene"?), so viel darauf verteilter Make-up-Glanz und so viel schicke, teils auch verruchte Fummel auf einem Haufen! Während bei den Jungmännern sportgestählter Body unterm lässigen T-Shirt (wenn überhaupt) auszureichen scheinen, blitzt und glitzert es bei den Mädchen schon um einiges mehr in Sachen Outfit.


Bei einigen von ihnen fühlte ich mich an das schlaue Mädel aus dem Märchen "Die kluge Fischerstochter" erinnert: "Komm nicht nackt, aber auch nicht bekleidet!" Ein schick um den wohlgewachsenen Körper drapiertes Fischernetz macht den Coup im Märchen möglich - hier über einem Mini-Bikini und garantiert vom Designer!


Und erst die beiden Go-Go-Tänzerinnen, überm DJ-Pult - Da wird manchem Zuschauer vermutlich nicht allein davon heiß, dass die Nachtluft noch über 30° C hat ...

Was ich immer wieder erstaunlich finde hierzulande: Obwohl der Alkohol durchaus in Strömen fließt, ob nun als Bier, Cocktail oder Champagner ... nie sieht man Betrunkene, angeschickert offensiv knutschende Pärchen oder gar Schlägereien. Zum einen sorgen dafür ganz dezent agierende Security-Leute, die niemals grob sind (falls man, was selten ist, tatsächlich einmal Augenzeuge einer Intervention wird) - statt dessen wird dem Betreffenden freundlich klargemacht, dass er nun lieber heimgeht. Zum anderen mag es auch an einer Art sozialem Gruppenzwang des "Das macht man doch aber nicht!" liegen, dass bestimmte Auswüchse der Feierei hierzulande quasi nicht vorkommen.

Wer also einmal Lust auf laute Musik, ausgelassene junge party people, schickes Ambiente, gutes Essen, persönliche Sicherheit und auch ein bisschen Dekadenz - warum nicht - hat, kann also in den Emiraten durchaus auf seine Kosten kommen.


Geöffnet ist das "Blue Marlin" an den Wochenenden - und immer proppenvoll

Mittwoch, 19. April 2017

Radiohören in VAE - Einmal um die Welt bitte!


Radiohören ist für die meisten Alltag: Im Radiowecker, beim Duschen, im Auto, beim Kochen oder ... Spannend natürlich immer, sich in die Wellenlängen fremder Orte einzuklinken!

Wobei - jahrelang hatte ich dieser Gewohnheit fast abgeschworen. So interessant es für den Ausländer sein mag, mal in fremde Sendestationen hineinzuhören ... so ermüdend kann es sein, wenn man die fortwährenden Koranrezitationen im saudischen Sender sowieso nicht versteht, in Indien nicht (permanent zumindest) auf Bollywoood-Hits steht und auch die libysche Popmusik mir bei aller Liebe auf Dauer doch zu schmalzig war. (Ich sage nur; *weibliche Kopfstimme*: "HABIIIBIIIII" !!!)

                                                                                                                                                       Bild: Pixabay


In den Vereinigten Arabischen Emiraten hingegen kommt beim Radiohören keine Langeweile auf! Es gibt eine ganze Anzahl englischsprachige Kanäle mit muttersprachlichen Moderatoren, bei denen man sich anfangs auf der Senderskala "verwählt" zu haben glaubt - klingt es doch wie lupenreines amerikanisches Frühstücksradio oder aber eine britische Feierabend-Sendung.

Besonders beliebt sind hier Radio 1: Die neuesten internationalen Chart-Hits sowie House Music-Club-"Feger" - und damit meine ich wirklich die NEUSTEN; wir wussten lange Zeit immer schon Wochen im voraus, was beim nächsten Deutschlandurlaub dann dort als "brandneu" auf den Sendern laufen würde. Außerdem Radio 2: Das ist mehr für die "Oldies" unter uns, spielt man doch dort die ganzen Erfolge der 80-er, 90-er und frühen 2000-er Jahre.

Doch auch Virgin FM ist ein bei den Jüngeren beliebter Sender. Wem Pop und Rock auf die Nerven fallen, kann sie bei Classic FM wieder beruhigen. Dort wird leichte Klassik sowie Jazz gespielt.

Sender in den "Zungen" dieser Welt


Doch die Arabischen Emirate wären nicht die Emirate, wenn sie nicht den Bedürfnissen unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen und Herkunftskulturen Rechnung trügen! Selbstredend gibt es im Land diverse arabischsprachige Sender, deren Programm von rein religiösen Inhalten über lokale Themen und internationaler Berichterstattung auf Arabisch bis hin zu einheimischer Popmusik reichen.

Da die VAE ein Vielvölkerstaat sind, ist die Radio-Landschaft jedoch noch viel, viel bunter! Da finden sich Sender auf Tamil, Hindi, Russich, Urdu, Tagalog, Malayalam und sogar Farsi (obwohl die VAE politisch gesehen kein großer "Freund" des Iran sind, wird doch der hier - zwecks Arbeit oder auch halb im Exil - lebenden Iraner "ihr" Radioprogramm vergönnt).
Die Musikfarben reichen von religiöser über regional-traditionellen bis hin zur jeweils im Lande aktuellen Pop- und Rockmusik.

Meist höre ich die englischsprachige, vertraut klingende Moderation der internationalen Hit-Maschinerie von gestern und heute. Ich will ja beim Autofahren lauthals mitsingen können! (ja, das Fenster bleibt dabei geschlossen ;-) ). 
Doch öfters gelüstet es mich auch nach exotischeren Klängen. Es macht einfach Spaß zu raten, worüber die Sprecher wohl gerade scherzend mögen, beim abendlichen Kochen während des Gemüseschnippelns ein paar Bauchtanz-Bewegungen zu praktizieren oder beim Nudeln Abschrecken in schmachtende Bollywood-Tanzerei auszubrechen. Sieht ja niemand - und falls meine jüngere Tochter hereinkommt, macht sie einfach mit.

Wer jetzt neugierig ist und einmal in diese Vielfalt hineinhören möchte, hat auf dieser Übersicht der Sender wie auch dieser ganz ähnlichen Liste die Qual der Wahl! Fröhliche Horizonterweiterung und viel Spaß!

Montag, 23. Mai 2016

Tanzen im warmen Regen: Clubs in den VAE


Wer hier schon länger mitlesen sollte, weiß es: Ich hänge gern ab und an einmal einen meiner Blog-Beiträge an allgemein üblichen Klischees auf.


Und da ich nun einmal mehr oder minder zufällig schon länger in verschiedenen Ländern mit moslemischem Hintergrund lebe, reizt es mich, wider den Stachel dieses pauschalisierenden "die Araber" zu löcken - was ja meist z.B. auch Mittelmeernationen einschließt, die jedoch geografisch gesehen genauso weit von der arabischen Halbinsel entfernt sind wie die Mitteleuropäer.
Oder "die Moslems"  - was Sunniten, Schiiten, Sufis... aber auch politische Extremisten wie IS oder Al Qaida, welche unter der Fahne des Islam mit ihren menschenfeindlichen Ideen segeln, unter einen Hut zu zwängen versucht. Oder auch ganz allgemein "diese Ländern dort unten"  - was meist irgendetwas unterhalb von Rom meint... und damit verschiedenste Kulturen, Nationen, Lebensgewohnheiten zusammenspannen will.
Für die von tropischer Wärme und Tanzen überhitzten Besucher der "Liquid Rain Party" gibt's Sprühregen von oben!

Nein, die Länder "Arabiens" und auch "die Moslems" sind teils in ihren Staatengebilden, ihrer Politik, ihrer Alltagskultur, in der Präsenz des Islam in der Öffentlichkeit und auch ihre Geschichte und Volksmentalität und ethnische Wurzeln so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann!

Und tatsächlich - wenn ich das Leben in z.B. Saudi-Arabien vergleiche mit dem hier im Nachbarland VAE (ich nehme dieses zum Beispiel, weil ich beide gut kenne und sie geografisch so nahe sind), dann liegen dort die sprichtwörtlichen 'Welten' dazwischen. Arabisch gesprochen wird in beiden, der Islam ist "Leitreligion", einheimische Männer und Frauen tragen sogar ähnliche Kleidung; auch das trifft ja auf wenige moslemische Staaten zu.
Regelmäßig Gastgeber für das feiernde Volk in Abu Dhabi: das Aloft Hotel

 

  "Ein weites Feld...." 



Doch während in Saudi-Arabien Alkohl, Bars und öffentliche Clubs mit Musik und Tanz einfach nicht existieren, versteht man es "nebenan" hier sehr wohl zu feiern! Und nein, damit ist nicht nur stilles Beieinandersitzen zu klagender orientalischer Musik von der einheimischen Laute namens Oud gemeint!

Besonders deutlich wird die Liberalität der Gesellschaft in den VAE darin, wie viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung der international gemischten Bevölkerung gelassen werden. Ja, "Brot und Spiele" könnte man murmeln - jedenfalls scheint die Masse der immerhin freiwillig hier lebenden Ausländer zufrieden mit ihrem Umfeld.

Diejenigen, welche sich in der Ferne "Feiern" in den Emiraten als eine traditionelle Geschichte vorstellt, wo in schwarzes Tuch gehüllte Frauen am Boden hocken und die Männer nebenan Tee trinken, der irrt gewaltig.


Feiern und Tanzen an und im Wasser - mitten in den VAE

Pool-Parties gibt es auch auf Ibiza, in Kalifornien oder am Baggersee in Hessen, klar. Aber in "Arabien"?! Eine der abgefahrensten weit und breit, zu der sogar das verwöhnte Party-Volk aus Dubai extra anreist, sind die in Abu Dhabi regelmäßig im Hotel Aloft am Messegelände stattfindenden "Liquid Rain Parties". Damit dann keiner nachts wieder heim muss, gibt es für die Feier-Menschen dort extra kombinierte Party-Übernachtungs-Pakete.

Riesenpool, Bars - an denen nicht nur gefärbtes Wasser ausgeschenkt wird, Bühne mit bekannten DJs (hier ein Clip mit dem Auftritt des momentan gefeierten britischen DJs Jonas Blue unlängst bei "Club MTV meets Liquid Rain Pool Party"), aktuelle Charts- wie auch  Housemusic, Laserlichtgewitter, Stroboskopblitze, UV-Licht, Feuerfontänen, Nebelmaschinen und sogar GoGo-Tänzerinnen.
Oft treiben auch FeuerschluckerInnen ihr Wesen, blinkende Roboter bahnen sich ihren Weg auf Stelzen durch die Tanzenden; der besondere Kick jedoch sind die über der Tanzfläche angebrachten Sprinkler, welche laufend einen warmen "Regen" über den Massen versprühen. Binnen 30 Sekunden ist man pitschnass - wenn man nicht ohnehin gerade von einem Bad im Swimmingpool kommt. Muss man aber auch nicht, denn sogar IM Pool tanzen die Leute zu den Beats aus dem Boxen!

Bekannte DJs heizen den Massen ein

Ein Vorteil, der sich mir hier gegenüber ähnlichen Veranstaltungen in anderen Teilen der Welt bietet: Als Frau komme ich selbstverständlich kostenlos am Türsteher und der Kasse vorbei (vorausgesetzt, man ist über 21 Jahren)! Die Herren hingegen bezahlen alle Eintritt... Benachteiligung durchs Geschlecht - das kennt man doch in der westlichen Welt eher andersherum :-)
Übrigens - trotz frei fließender Drinks trifft man hier wie auch auf ähnlichen Veranstaltungen nie Betrunkene an; dafür sorgt ein umsichtig und fleißig agierendes Security-Team.


Wer es immer noch nicht glauben mag, dass Jux und Dollerei dieser Art mitten unter den "Arabern", gar "bei den Moslems" stattfindet (ja, einige der Gäste sind vermutlich sogar selbst welche....), wo Männer nur in Badeshorts bekleidet herumhüpfen und der weibliche Teil der Gäste in Netzkleidchen oder gleich ganz im Bikini - der schaue sich diesen originell gemachten Film an, der eine Menge Fakten und Zahlen über die "Liquid Rain Party" auflistet und nebenher gut die Atmophäre der Veranstaltung 'rüberbringt:


Montag, 23. Februar 2015

Sächsische Staatskapelle Dresden in Abu Dhabi


Die Sächsische Staatskapelle Dresden bei ihrem Konzert am 17.2.2015 in Abu Dhabi, Emirates Palace

Antje-im-Märchenland: Wenn Antje nicht zu ihnen kommt (den heimatlichen Spitzenorchestern) - kommen sie zu ihr! Mein erster Blogbeitrag war dem Auftritt der "Dresdner Philharmonie" 2014 in Abu Dhabi gewidmet. Dieses Jahr gastierte nun die "Sächsische Staatskapelle Dresden" im Rahmen von "Abu Dhabi Classics" auf der Bühne des Hotels Emirates Palace.

Seit über eineinhalb Jahrzehnten lebe ich inzwischen überwiegend im nicht-europäischen Ausland.... und hatte daher auch lange keine Gelegenheit mehr, "meine" beiden weltbekannten Dresdner Orchester live erleben zu können. Wie gesagt: Bis ich nach Abu Dhabi zog - hier suchen nun sie mich auf! :-)

Die Sächsische Staatskapelle Dresden ist eines der ältesten Orchester der Welt. Gegründet 1548 von  Herzog und Kurfürst Moritz v. Sachsen, blickt der Klangkörper auf eine beispiellos lange und von großen Namen durchzogene Geschichte zurück. Berühmte Musikdirektoren wie Heinrich Schütz, Adolf Hasse, Carl Maria v. Weber und Richard Wagner dirigierten ihn, aus der jüngeren Vergangenheit seien u.a. Otmar Suitner, Herbert Blomstedt, Guiseppe Sinopoli und Sir Colin Davis genannt.
Mit Christian Thielemann, der dem Orchester seit 2012/13 vorsteht, hat es nun einen Chefdirigenten, welcher 2011 von der Fachzeitschrift "Opernwelt" zum "Dirigenten des Jahres" gekürt wurde. Die Staatskapelle Dresden selbst wiederum wurde 2013 von 50 internationalen Musikkritikern zum "Orchester des Jahres" gewählt.

Entsprechend hoch gesteckt waren die Erwartungen; der Saal schon im Voraus komplett ausverkauft. Wie schade, dass dann doch einige Plätze unbesetzt blieben! Durch den ausschließlichen Online-Ticketverkauf bestand leider nicht die Möglichkeit, etwaig zurückgegebene Karten noch kurzfristig an einer Abendkasse zu erstehen....Schade, denn ich weiß von einigen Musikliebhabern, welche so keine Karten mehr bekommen haben, obwohl doch noch Plätze frei waren!

Die hoch gesteckten Erwartungen wurden keinesfalls enttäuscht. Mit Richard Strauss' "Metamorphosen - Studie für 23 Solo-Streicher" sowie Anton Bruckners "Sinfonie Nr. 9 in D moll" wurde keine schon zu Tode interpretierte "easy listening"-Konzertkost geboten; dafür einfach großartige sinfonische Musik.

Dass ein Klangkörper dieses Formats selbstredend völlig makellos spielt, war zu erwarten. Die Brillianz kam m.E. ganz besonders in den Pianissimo-Passagen zum Tragen: Bei solcher Zurückgenommenheit des Volumens immer noch eine derartige Opulenz und Differenziertheit des Gesamtklangs zu erzeugen - das zeigt die Meisterschaft. Ich gebe zu, ich bekam Gänsehaut!

Auch unsere Kinder waren vom Konzerterlebnis angetan und verließen Phantasie-beflügelt anschließend den Saal.
Tags darauf wurde in Al Ain ein anderes Programm gespielt: Liszt, Wagner und Strauss. Der Sächsische Ministerpräsident, Stanislaw Tillich, der gerade auf einer Reise zur Wirtschaftsförderung im Emirat Abu Dhabi weilte, besuchte übrigens beide Konzerte.

Blumen für Dirigenten Christian Thielemann, stellvertretend für sein Orchester


Sonntag, 14. Dezember 2014

Weihnachtsstimmung im Sommerkleid

Vergangenen Freitag war es wieder so weit: Der allährliche "Winter-Basar" genannte Weihnachtsmarkt der Deutschen Internationalen Schule Abu Dhabi (GISAD) öffnete einen Abend lang seine Tore für die Öffentlichkeit. Und wie jedes Jahr strömten nicht nur die hier lebenden Deutschsprachigen aus nah und fern, sondern auch viele andere Nationalitäten auf den Schulhof, um die besondere Atmosphäre zu genießen.
Lange Bänke rund um den festlichen geschmückten Baum luden zum Verzehr von Kalbsbratwurst an Kartoffelsalat, soeben erstandenem Weihnachtsbackwerk, Apfelpunsch sowie Gesprächen mit alten und neuen Bekannten ein.    






Tage, ja teils Wochen zuvor hatten die Kinder aller Klassenstufen bereits weihnachtliche Basteleien mit den Lehrerin für ihre jeweiligen Stände vorbereitet und einige andere Dinge gemeinsam mit rührigen Eltern dekoriert, gebacken, verpackt. Außerdem steuerten wieder viele Eltern ihre eigenen Beiträge bei - erstaunlich, was für Talente beim Basteln und Backen es immer wieder gibt! Kein Wunder, dass sich die vielen Markt-Besucher mit dem Portenmonnaie bereits in der Hand an den aufgebauten Verkaufstischen vorbeidrängten und nachher oft große Einkaufssäcke mit nach Hause trugen!
Ich selbst war wieder mit Weihnachtsstollen nach Dresdner Art am Start - diesmal mit gleich 30 Stück, die dann am Klassenstand meiner älteren Tochter tatsächlich ratzekahl weggekauft worden sind.


An manchen Ständen konnte man selbst Weihnachtliches basteln....

... an anderen verkauften die SchülerInnen und ihre Eltern in "Schichten" fertig vorbereitete Geschenke, wie z.B. handdekorierte Kerzen, Keksbackmischungen im Glas uvam.
Lange Bänke rings um den festlich geschmückten Baum wurden alsbald von all denjenigen angesteuert, welche einmal die Füße vom Rundgang ausruhen, ihre Einkäufe abstellen und vor allem herzhafte deutsche Küche genießen wollten. Mit Rücksicht auf die muslimischen Besucher gab's die Bratwurst aus Kalbfleisch und den Punsch ohne Alkohol - aber geschmeckt hat es prima, und wer braucht bei über 20°C schon Glühwein?!
Dafür macht das Draußensitzen auch eigentlich nur auf einem Weihnachtsmarkt richtig Spaß, auf welchem einen nicht gleich die Füße am Boden festfrieren... Ich Frostbeule gebe gern zu, dass ich diese Art der "Christkind'l-Märkte" in der warmen Fremde schon seit Jahren im Sommerkleid und durchaus lieber als mit klammen Fingern und eisigen Ohren genieße!

Ho-ho-ho..... Den kennen wir doch!
Natürlich gab es auch einen Weihnachtsmann, der mit einem Sack voller Süßigkeiten herumging und die Kleinen  beschenkte, die ihm in dichten Trauben auf Schritt und Tritt folgten. Wenn man genauer hinsah, konnte man feststellen, dass der alte Weißbart gar nicht so alt war.... sondern eher ein Abiturient der Schule :-)  
Zu dumm nur, dass die Kinder dieser Schule sich von Pausenhof und Schulbus gegenseitig alle recht gut kennen und die Grundschüler ihn ein paar Mal so "enttarnten": "Weihnachtsmann.... - aber du bist doch der XYZ aus der Zwölften!"

Selbstverständlich teilte der freundliche Un-Alte dennoch geduldig und liebevoll weiter seine Gaben an all die kleinen Naseweise und aufgeregten Drängler aus.
Schüler der GISAD machten selbst Musik.
 
Weihnachtliche Weisen machen einen jeden Weihnachtsmarkt erst perfekt, und auch an der Deutschen Schule Abu Dhabi kommt erst durch diese Klänge das letzte Bisschen Adventsgefühl so richtig auf. Schön, dass hier nicht die neuntausenddreihundertfünfundsiebzigste Version von "Jingle Bells" oder "Last Christmas" aus der Konserve genudelt wird, wie auch auf vielen Märkten im deutschen Mutterland üblich. 
Nein, hier waren die Schülerinnen und Schüler der gastgebenden Einrichtung am Werk; sowohl ganze Klassenverbände als auch junge Talente als Solisten oder in kleineren Gruppen trugen im Schummerlicht besinnliche Weisen vor und präsentierten ihr Können!

Weihnachtsfeeling mitten in Abu Dhabi
Nun müssen die Schüler der GISAD noch eine Woche Unterricht hinter sich bringen - dann sind die ersehnten Winterferien da! Einige feiern mit ihren Familien hier in Abu Dhabi, viele fliegen heim nach Europa, um das Fest mit Omas und Opas, Onkel und Tanten zu begehen und vielleicht..... hoffentlich.... etwas Schnee zu sehen und mit etwas Glück auch einen Schneemann zu bauen und Schnellballschlacht zu machen! Etwas, das sie hier machmal doch vermissen.
Die letzten Schultage in diesem Jahr versüßen euch Kindern ja nun die herrlichen Kekse, Lebkuchen, Stollen, kandierten Äpfel und Zimtsterne vom vergangenen Winter-Basar der GISAD!