Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....
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Dienstag, 1. November 2016
+ + + Breaking: Bücherlesen während der Arbeitszeit per Dekret erlaubt + + +
Ich glaube so langsam - wer hätte das je gedacht - ich würde eigentlich lieber ganz in den VAE wohnen bleiben, wenn ich könnte (was visa-technisch aber nicht so ist).
Was ist das aber auch für ein Schlaraffenland für einen so passionierten "Leser" wie mich (ja, auch Schreiber ...), in welchem man quasi per Gesetz erlaubt bekommt, während seiner offiziellen Arbeitsstunden Bücher lesen zu dürfen?!
Klar, sicher ist damit nicht unbedingt der Liebes- oder Fantasy-Schmöker gemeint; es geht hier mehr um fachrelevante Lektüre; dafür soll extra Zeit bereitgestellt werden. Dennoch klingt auch das in meinen Ohren verlockend.
Überhaupt sollen Gebühren und Steuern für das Publizieren, Drucken und Vertreiben von Lesematerial eingestampft werden - und hingegen diese Branchen zusätzlich unterstützt: Bücher aller Art werden von Steuern befreit!
Sheikh Mohammed bin Rashid, Vize-Präsident der VAE, Prime Minister and Herrscher von Dubai, hat gestern in einem Tweet davon gesprochen, dass dieses neue Gesetz "das kulturelle Image von Büchern in der Gesellschaft konsolidieren soll und Schulen dazu verpflichtet, einen jährlichen Plan aufzustellen, um Lesen unter den Schülern zu fördern. Gebrauchte Bücher dürfen nicht zerstört werden, sondern sollen statt dessen gepflegt, wiederverwendet oder gespendet werden. Dieses Gesetz will den privaten Sektor der Wirtschaft ermutigen, in die Einrichtung von Bibliotheken und Kulturzentren zu investieren. Dies wird unterstützt werden, indem dem Privatsektor Einrichtungen, Anreize und Discounts zur Verfügung gestellt werden."
Das neue Gesetz, welches von Sheikh Khalifa erlassen wurde, kommt nicht von ungefähr.
Die Initiative findet sich in diesem Jahr im Zuge des "Emiratischen Lesejahrs" 2016. Studien hatten ergeben, dass das Bücherlesen in der Bevölkerung des Landes, speziell auch unter der Jugend, vergleichsweise stark unterrepräsentiert ist.
Die Regierung will dieser unguten Entwicklung mit vermehrtem Engagement entgegenwirken. Beispielsweise auch mit der "Arab Reading Challenge" soll das Lesen als Kulturtechnik unter Schulkindern angefeuert und tiefer etabliert werden.
Sheikh Maktoum hat zudem angekündigt, dass alle Neugeborenen-Familien eine ‘Knowledge Briefcase’geschenkt bekommen - eine Mappe mit kindgerechtem Lesematerial, um das häusliche Vorlesen zu fördern.
Sonntag, 13. Dezember 2015
Die emiratische "Lesekrise" und ihre Kinder
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| Scheikh Maktoum als Lesevorbild: http://static.gulfnews.com/polopoly_fs/1.1585317!/image/3981837716.jpg_gen/derivatives/box_620347/3981837716.jpg |
In allen erdenklichen Bereichen mögen die Arabischen Emirate die Größten, Besten, Innovativsten sein; Rekorde um Rekorde... In einem Bereich stellen sie jedoch unter den Industrienationen wohl eher ein traurigen Negativrekord auf: Während die durchschnittliche Lesezeit, welche Kinder in westlichen Ländern mit dem Schmökern in Bücher und Zeitschriften pro Jahr verbringen, auf immerhin 12.000 Minuten berechnet wurde, sind es für die VAE gerade einmal ganze SECHS Minuten, fand die Arab Thought Foundation heraus! Gerade genug vermutlich, um den Titel oder die Rückseite von vier, fünf Büchern zu lesen.....
In einer anderen Studie der Arab League sind die Emiraties unter anderen arabischen Staaten die fünftplatzierten, wenn es um (erwachsene) Leser und den Umfang ihrer Freizeitlektüre geht - hinter Bahrain, Ägypten, Marokko und dem Irak. Kein Ruhmesblatt, denn hier messen sich die sonst so hochentwickelten Emirate mit einem Zwergstaat, zwei von Armut und Analphatetismus gezeichneten sowie einem kriegszerrissenen Land....
"Lesen öffnet den Geist und unterstützt Toleranz, Offenheit und Zusammenarbeit.... es ist Grundfeste zivilisierter Nationen, welche nicht extremistisch und rigide sind", äußerte sich Scheich Khalifa, Präsident des Landes dazu - und man kann vermuten: einigermaßen besorgt.
Auch Rashid Al Maktoum, Vizepräsident und Prime Minister der VAE sowie Herrscher des Emirates Dubai, schrieb unlängst in einem Tweet: "Wir sehen uns in der arabischen Welt einer Lese-Krise gegenüber. Wir müssen die junge Generation zum Lesen bringen, wenn wir einen Weg des Wachstums und des Wissens beschreiten wollen!"
Folglich hat die Regierung das Jahr 2016 zum "Emiratischen Lesejahr" (Arab Reading Challenge) ausgerufen. Auf seiner Facebook-Seite ermuntert Scheich Maktoum Kinder, "bis zu 50 Bücher pro Jahr außerhalb der Schullektüre zu lesen".
Es wird wohl noch eine Generation dauern, bis solche Ziele tatsächlich weiträumig umgesetzt sind. Denn wenn man sich hierzulande umsieht: Zwar ist die alljährliche Buchmesse in Abu Dhabi sehr gut besucht. Doch Leihbibliotheken finden sich eher nur im schulisch-universitären Umfeld. Buchläden gibt es einige - doch das englische Buchangebot dort übertrifft das arabische vielfach. Außerdem stehen viel mehr Sach- als schöngeistige Bücher in den "arabischen" Regalen. Auch Kinderbücher findet man fast ausschließlich aus dem Disney-Umfeld. Es soll ja emiratische Märchenbücher geben - ich bin aber nun schon seit Monaten vergeblich "auf der Jagd" nach welchen!
Während in der westlichen Welt vor allem Kulturpessimisten den Untergang der Buchkultur zugunsten von "Wisch- & Klick" auf Smartphones und Tables befürchten, scheint man auch in dieser Beziehung in den VAE den Westen längst überholt zu haben. Ich kann mich nicht entsinnen, hier jemals in der Öffentlichkeit jemanden gesehen zu haben - lesenderweise mit einem Buch oder einer Zeitung in arabischer Sprache...
Es ist erfreulich, wenn man Scheich Maktoum zwischen kleinen Kindern als Vorbild ins Buch vertieft sieht (s. o. im Bild). Die Regel ist so etwas wohl nicht. Und da Kinder viele Gewohnheiten und Kulturtechniken vor allem zu Hause, in ihrer Familie durchs Nachmachen erlernen, lesende Eltern unter den Emiraties jedoch derzeit eine Minderheit darstellen, liegt da wohl noch ein langer Weg vor den Landesvätern...
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