Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Dienstag, 13. Dezember 2016

Hyperloop One - in 12 min von Dubai nach Abu Dhabi!


Manchmal habe ich das Gefühl, ich befinde mich hier mitten in einem Science-Fiction-Film. Nur, dass das meiste daran dann gar keine "fiction" mehr ist, sondern zur Realität wird.
Wenn man in einem Land lebt, welches das höchste Gebäude der Welt besitzt, die größten von Menschen geschaffenen Luxusinseln, bald die größte Shopping-Mall und das größte Riesenrad (um nur einige Superlative zu nennen), dann ist nur die Frage, welchem Rekord man sich wohl als nächstes zuwenden sollte.
Montage der ersten Segmente vor wenigen Wochen
Die Antwort? Geschwindigkeit! Eine Revolution des Transportwesens. Genauer: Die Strecke Dubai - Abu Dhabi, ca. 120 km lang (je nachdem, wo man jeweils startet und ankommt), in 12 Minuten zurücklegen zu können! Und das nicht etwa durch die Luft, sondern in einer Röhre. Das neue Zauberwort heißt HYPERLOOP ONE. Ziel ist es, das neue System anlässlich der Expo 2020 in Dubai / Abu Dhabi nutzen zu können. 

Mal sehen, ob ich mich dann auch in so einer Passagierkapsel durch die Röhre "schießen" lasse? Die dazu nötige Geschwindigkeit von etwa 1200 km/h jagt mir durchaus ein wenig Respekt ein. Diese Höchstgeschwindigkeit wird auf der Gerade zwischen den beiden Großstädten erzielt werden; Schleifen zu Beginn und Ende der "Reise" sollen selbstverstädlich den sicheren Start und auch die sichere Landung bei geringeren Geschwindigkeiten garantieren.

Zur Errichtung des Rekordbauwerks werden die amerikanischen Entwicklerfirma "Hyperloop One", McKinsey & Co. sowie die Bjarke Ingels Group (BIG) mit der Dubai Road and Transport Authority zusammenarbeiten. Die Unterdruck-Röhre soll sich auf Stelzen parallel zur Sheikh-Mohammed-Bin-Zayed-Road durch die Wüste ziehen, welche Abu Dhabi mit Dubai verbindet. Hier ein Clip über das geplante Bauwerk; da sieht das Flugzeug dagegen aber "alt" aus!

Passagierkapsel des Hyperloop One von innen

Energieverbrauch eines Fahrrads pro Passagier


Zum Vergleich: Mit dem Reisebus legt man die Strecke in 2 Stunden zurück. Mit dem Auto in etwa 1 Stunde und 30 min, mit einer Schnelleisenbahn ungefähr 1 Stunde und zähe 1 Stunde und 20 min per Flieger. Mit dem Bruchteil davon, nämlich gerade mal 12 Minuten, erscheint der Hyperloop One da zumindest in Sachen Zeitersparnis konkorrenzlos. Und es geht weiter, Folge-Loops sind bereits geplant: Dubai nach Riyadh in 48 min, Dubai nach Doha in 23 min, Dubai nach Muscat in 27 min ...

Als weitere  Vorteile - neben der unschlagbaren Geschwindigkeit - gegenüber herkömmlichen Transportvarianten nennen die Entwickler: höhere Sicherheitsstandards als für ein Passagierflugzeug, geringere Bau- und Instandhaltungskosten als jede Hochgeschwindigkeitsbahn, sowie - tataaa! - ein Energieverbrauch pro Person, der jener eines Fahrrads vergleichbar sein soll!

Die Kapazitäten hingegen sind phantastisch. Der Hyperloop One kann aller 10 Sekunden eine neue Passagierkapsel starten. So könnte man stündlich 15.000 Menschen sowohl in die eine, als auch 15.000 andere zugleich in die Gegenrichtung befördern! Das wäre dann in etwa das Doppelte dessen, was an Passagieraufkommen pro Stunde während des Menschenandrangs anlässlich der Expo 2020 zu erwarten ist!

Rekorde über Rekorde also wieder einmal. Und was ist nun mit der "Reise"geschwindigkeit, die einem etwas mulmig im Magen werden lässt, wenn man auch nur daran denkt? Klingt ja eher nach Raketenstart, oder?!
Ich beruhige mich mit einem historischen Beispiel. Als 8. April 1839 zwischen Dresden und Leipzig die erste deutsche Ferneisenbahn ihren Betrieb für Reisende aufnahm, fuhr der sächsische Ingenieur Andreas Schubert mit der ersten funktionstüchtigen, in Deutschland entwickelten und gebauten Dampflokomotive „Saxonia“, hinter dem offiziellen Zug her – dieser wurde von zwei englischen Loks angetrieben.50 km/h waren damals absolute Spitzengeschwindigkeiten, die im Alltag kaum erreicht wurden.



Lok "Saxonia" 1937 in Dresden - damals "rasendes Ungetüm". Und heute? Was ist dann der Hyperloop?

Zu jener Zeit kursierte wohl eine ärztliche Warnung unter der Bevölkerung: Bahnfahrten schneller als 30 Kilometer pro Stunde würden bei den Reisenden wie bei den Zuschauern unfehlbar schwere Gehirnerkrankungen, eine Art Delirium furiosum, erzeugen. Heute ist relativ sicher, dass diese Meldung erfunden ist und einzig einer Polemik des nationalen Historikers Heinreich v. Treitschke diente. 

Wenn die "Gefahren" durch Geschwindigkeiten über 30 km erfunden waren - was der Mensch des 21. Jahrhunderts ohnehin tagtäglich am eigenen Leibe überprüfen kann - dann kommt er vielleicht auch mit 1200 km/h klar? Der Mensch ist ja ein anpassungsfähiges Wesen. Also, wir werden sehen! Spätestens zur Expo 2020.

Der Film zum Hyperloop One Abu Dhabi - Dubai ist sehenswert. Sehr beeindruckend die Zukunftstechnik, allemal. Doch am tollsten finde ich ja die kleine Botschaft: 'Egal wer du bist, wo du bist und wie wichtig dein Job - Mamas Geburtstag ist allemal wichiger!' Im diesem Sinne, Film ab! (klick Link)


Foto1: http://s3.amazonaws.com/digitaltrends-uploads-prod/2016/05/Hyperloop-One-Event-12.jpg
Foto2: http://fm.cnbc.com/applications/cnbc.com/resources/img/editorial/2016/05/24/103661371-101701181-hyperloop2.530x298.jpg?v=1464099638
Foto3: https://de.wikipedia.org/wiki/LDE_%E2%80%93_Saxonia#/media/File:Die_Lokomotive_SAXONIA_03.jpg

Montag, 16. Mai 2016

Burger-Manie

"Emiratisch" gekocht wird in den hiesigen Restaurantküchen vergleichsweise eher selten. Einen Überblick über emiratische Restaurants gibt es hier und einen Beitrag über eines der bemerkenswertesten hier.

Angus-Rind-Burger mit Bacon beim "burger joint" in der National Galleria


Entsprechend den rund 85 % der Bevölkerung in Abu Dhabi, die aus (fast) aller Herren Länder stammen, ist auch die Kochkunst global und "bunt". Logisch, dass selbstredend der amerikanische BURGER fest Fuß gefasst hat. Welcher durchaus ein schmackhaft und abwechslungsreich hergerichtetes Weichbrötchen sein kann - wenn er nicht gerade von der Kette mit dem goldenen M und Konsorten kommt, durch welche Burger allgemein in Deutschland eher in Verruf geraten sind.

In fast jeder Tagesgaststätte "internationaler" Küche findet man hierzulande bei den Sandwiches auch diverse Burger auf der Karte - immer mit Pommes Frites zusammen serviert! Dabei ist jeweils mindestens einer mit (Hack-)Steak vom begehrten Angus-Rind fast schon Standard. Auch an Dressings und Soßen, welche den Zutatenstapel begleiten, findet sich oft weit mehr und besseres als Ketchup.

Während meine große Tochter im Zuge ihres persönlichen Burger-"Tests" der zahlreichen Ketten "ShakeShack" zum absoluten Gesamtsieger erklärte, möchte ich heute ein kleines Burger-Lokal vorstellen - einfach aufgrund seines ungewöhnlichen Interiors.


(Künstlich) bekritzelte Wände und nette Bedienung im "burger joint"

Meist sehen solche Fastfood-Ketten ja relativ beliebig und austauschbar aus. Wenn man hingegen unvorbereitet ins "burger joint new york" in der Nation Galleria Abu Dhabi eintritt, hält man doch einen Augenblick den Schritt inne und sieht sich überrascht um.
Die Holz- und Backsteinwände sind nämlich von oben bis unten, über und über kunterbunt bekritzelt, als hätten jahrelang hunderte durchziehender (nicht nur) Jugendlicher ihrer heimlichen Leidenschaft (dem Bekritzeln von Schulbänken, Wartehäuschenwänden etc....) gefrönt! "Upps, Bronx?!", denkt man und fühlt sich sofort entspannt und zum unprätentiösen Verweilen eingeladen.
Natürlich sind die vollgemalten Wände und Tische ein gewolltes, designtes Kunst-Werk; zwischen all den normalerweise cleanen und oft todschicken Restaurants in den VAE jedenfalls ein gekonnter Stilbruch und Kontrast zum Üblichen.


Selbstgemachte Limonaden....
... in kultigem "Gemäuer"
Was auch angenehm absticht - bei "burger joint" muss man seine Wünsche nicht an einer Theke loswerden und selbst abholen; hier wird man sehr freundlich bedient. Zwar ist die Karte  - auf Ökopapier und ebenfalls "simpel" gehalten sehr übersichtlich. Doch da alles gut kombiniert ist, muss das kein Nachteil sein.
 Die Fleischeinlagen bei der Rinds-Variante sind ebenfalls aus Angus Beef und werden über Holzkohle gegrillt, bevor sie zwischen die leichten Soja-Burgerbrötchen-Hälften wandern.




Wem das aber nicht ausreicht - wie alle wissen, muss in den VAE, speziell aber in Dubai, alles stets größer, höher, außergewöhnlicher,.... sein als in der restlichen Welt. Es ist sicher nicht unbedingt etwas für den "kleinen Hunger zwischendurch", aber für manch' einen möglicherweise den Kick wert (und das Selfie mit Burger davon.....)! Der ultimative "Hamburger" aller Zeiten ist wohl der hier: 

Burj Khalifa....
"BurgerKhalifa" - ein Monsterburger mit viel Innenleben...















Passend zum höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa, gab es vor einem Monat (anlässlich des "International Burger Days" am 28.5.) unweit davon im FirebirdDiner des Four Seasons Hotels den "BurgerKhalifa" zu bestellen. Sicher ein Rekord

Zum Verzehr sollte man sicherlich drei bis xy gute Freunde mitnehmen; ich kann mir nicht vorstellen, dass einer diese Portion allein wegputzen konnte. Für 500 Dhs (ca. 120 EUR) stapelten sich darauf nebst den unvermeidlichen Hackteigrundlinge auch so elaborierten Dinge wie u.a. Hummerschwanz, französische Gänseleberpastete, Creme vom schwarzen Trüffel sowie Spiegelei.



Foto BurgerKhalifa: http://www.timeoutdubai.com/restaurants/news/70974-firebird-diner-launches-dhs500-burger-in-dubai


Montag, 18. April 2016

Regenbogen-Mercedes-Flotte

Der Monster-Dodge 


Erstaunlicherweise ist es nicht einmal in Reiseführern zu finden - das "Emirates National Auto Museum" (ENAM), kurz "Car Museum" genannt. Dabei kann man diese Sammlung mit Fug und Recht nicht nur als Kleinod für reine Autonarren bezeichnen! Kaum jemand wird seinen Besuch in diesem etwas abgelegen, pyramidenförming aus dem Sand aufragenden Museum an der Hameen Road E65 bereuen, welche Abu Dhabi Stadt mit der Oase Liwa im Süden des Emirats Abu Dhabi verbindet (rd. 50 km außerhalb der Hauptstadt).

Avantgarde
Ungefähr 200 Autos aus dem Privatbesitz von Scheich Hamad Bin Hamadan Al Nahyan (ein Mitglied der aktuellen Regentenfamilie) mit dem freundlichen Spitznamen "The Rainbow Sheikh", sind dort zur Besichtigung gegen Eintrittsgebühr für die Öffentlichkeit ausgestellt. Gelegentlich findet man auch einmal einen der Stellplätze leer vor, weil das betreffende Fahrzeug aktuell gerade für eine Oldtimerparade, eine Festveranstaltung etc. benötigt wird.


In dieser Limousine wurde einst Queen Elisabeth chauffiert...

Auch ein Volkswagen-Modell! (1975)
Was man da nicht alles zu sehen bekommt! Wunderschöne, nebeneinander aufgereihte amerikanische Oldtimer der 30-er bis 60-er Jahre. Dort, zwischen futuristisch anmutenden Modellen aus Italien oder Japan, ein ostdeutscher Trabant. Gegenüber europäische Limousinen. Eine große Sammlung diverser Jeeps und anderer Gelände- und auch Militärfahrzeuge. Ein hippie-mäßig bemalter VW-Bus. Natürlich auch diverse Superlative (das "größte", das "vielrädrigste", der größte Caravan der Welt, das ....) 

Trabant, Wendejahrgang ;-)



Ein Anziehungspunkt für geschichtlich versierte Besucher ist sicherlich eines der ältesten,  dampfbetriebenen Benz-Modelle überhaupt aus dem Jahre 1885, das - dreirädrig! -  stark an seinen Vorgänger erinnert: die Pferdekutsche. 

Ein Mercedes Benz von 1885 - der Großvater aller Autos!

 

Übergrößen 


Alle Blicke auf sich zieht selbstverständlich der gigantische, rote Dodge Power Wagon im Herzen der "Pyramide" (Foto s. o.), der achtfach vergrößert gebaut wurde und tatsächlich fahrfähig sein soll - auf einer kleinen, innen gelegenen Treppe kann man jedenfalls ins Fahrzeugführerhaus gelangen.

Auch in der weitläufigen Außenanlage gibt es etwas zu sehen: Ein nachgebauter Jeep im Verhältnis 4 : 1, welcher ebenfalls fahrfähig ist; sowie ein altes Flugzeug, das einfach dort "parkt" (und rostet) und vielen Vogelfamilien offenbar hervorragende Nistbedingungen bietet.


Maßstab 4 : 1 - fahrfähiges Geländeauto in Übergröße

Wohnmobil in Form... der Welt!


Ein Teil der Sammlung wurde von Sheikh Hamad erworben, ein Teil sind Schenkungen, einTeil ist extra angefertigt worden.

Geradezu malerisch wirkt die Kollektion von Mercedesmodellen aus der Reihe 500 SEL in allen Farben, liebevoll entsprechend der Folge im Regenbogen angeordnet. Die Geschichte zu den sieben Regenbogen-Autos ist diese: Als Sheikh Hamad heiratete, dauerte die Feier sieben Tage lang - der Bräutigam wünschte zwar für alle Tage das gleiche Automodell. Jedoch aber eben jeden Tag eine andere Farbe! Die Sammlung ist also eigentlich nichts weiter als eine "Hochzeits-Deko"!

Die Regenbogen-Mercedes-Flotte... für jeden Wochentag eine andere Farbe!
  
Als Besucher des Museums kann man in aller Ruhe betrachten und fotografieren, da man fast immer allein herumgeht. Immerhin hat die Exposition die ganze Woche über geöffnet, doch Ziel für Reisegruppen-Buslandungen scheint dieses reizvolle Schau nach wie vor nicht zu sein...



Auch mal so etwas aus Japan!


Fast schon ein Mondauto....

Das Museum hat täglich von 9 - 18 Uhr geöffnet; eine Rückversicherung                                     Telefon +971 (0)2-6676999 mag dennoch ratsam sein.


Fotos: 
1) Dodge: http://p5.focus.de/img/fotos/crop309239/5995443015-cfreecrop-w962-h541-ocx0_y50-q75-p5/Scheich-Automuseum-der-Emirate-Abu-Dhabi-Regenbogen-Scheich-19-fotoshowImageNew-14e88c0e-299659.jpg
2) Weltkugel http://www.oldtimerweb.be/pictures/reportages/02587/2587_ab-auto-005-24.jpg


Sonntag, 14. Februar 2016

"Glücks-Ministerium"!


Von ferne (besonders dort, wo es kalt und regnerisch ist) könnte man etwas kurzschlüssig vermuten, in den Emiraten sei jedermann per se glücklich, denn die Sonne scheint ja (fast) jeden Tag. Allerdings dörrt Clärchen, das sich jenseits der 40 Grad zu einer recht fiesen Klara auswächst, in dem Falle auch schon einmal die Laune wie sonst die eher nur Datteln.

Natürlich sind solch fundamentale Probleme, unter denen Menschen tagtäglich in anderen Staaten leiden, wie Hunger, Krieg, Armut und Kriminalität so gut wie nicht präsent für die Bewohner des sonnigen Wüstenlandes. Wenn man etwas genauer hinsieht, bleiben natürlich dennoch jene persönlichen Alltagssorgen, á la Stress auf Arbeit, Krankheit oder laute Nachbarn. Doch vergleichsweise dürfte die Mehrheit der ständigen wie auch temporären Bewohner der Vereinigten Arabischen Emirate als relativ glückliche Bevölkerung angesehen werden können.

Nach Statistiken des Wold Happiness Reports des Earth Institute der Columbia Universität (im Auftrag der Vereinten Nationen) waren 2015 die Schweizer von untersuchten 158 Nationen das glücklichste Volk, nachdem die beiden vorigen Male ja Dänemark geführt hatte.
Neben Daten für Lebenserwartung und Bruttoinlandsprodukt pro Kopf oder fehlender Korruption wurden als wichtige Werte solche eingerechnet, welche die individuelle Entscheidungsfreiheit für das eigene Leben sowie die geistige Gesundheit der Bevölkerung betrafen. Deutschland landete auf Rang 26.

Die VAE kamen 2015 auf Platz 20. Für einen Landesvater, welcher seinen Landeskindern regelmäßig Rekorde zu bescheren versucht,  reicht das natürlich nicht. (Das höchste Gebäude der Welt - das bald von einem fast doppelt so hohen "entthront" werden soll -, eine riesige Moschee mit dem größten Swarowski-Kronleuchter und Teppich, dem "schiefsten" Gebäude der Welt, einem Lamborghini als Polizeifahrzeug, demnächst die größte Mall, das längste Gaffito, usw... )

38503668
Glücksministerin: Ohud Bint Khalfan al-Rumi.      Foto: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/dubai-ernennt-ministerin-fuer-glueck-14063525.html


Daher hat Scheich Mohamed Rashid Al Maktoum, Premier und Vizepräsident sowie Herrscher über das Emirat Dubai, nun ein "Glücksministerium" gegründet, welchem Ohud Bint Khalfan al-Rumi vorsteht. Halbtags nur, denn hauptberuflich ist die junge Emirati überdies die Generaldirektorin des Büros des Scheichs...
Übernommen hat der Wüstenstaat die Idee zum Glücksministerium vom kleinen Himalaya-Land Bhutan; in dem buddhistischen geprägten Staat gibt es das nämlich schon länger.



Zum Glück beitragen soll sicherlich auch der neu geschaffene Ministerposten für Toleranz - diesen erhielt die Emirati Lubna al-Kassimi. Das Ministeramt für Toleranz wurde eingerichtet, um diesen  „fundamentalen Wert in der Gesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate“ zu verankern, erklärte Scheich Mohammed.

Überdies stärkt die gerade erst 22 Jahre junge Schamma al-Masrui als Jugendministerin die neue "Frauen-Power" im emiratischen Ministerrat. Sie soll das "Ohr" an der Masse ihrer AltersgenossInnen haben - immerhin ist es ein "junges Land" mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren.

In Deutschland scheint sich die Sinnhaftigkeit eines staatlich getragenen Glücksministeriums bisher manifestiert zu haben; immerhin existiert ein selbsternanntes "Ministerium für Glück", das allerdings eher einem Kulturprojekt gleich gestellt ist. Auf Facebook finden das jedenfalls fast 14.500 Leute "gut". (https://www.facebook.com/MinisteriumFuerGlueck/) - das sind doch ein paar mehr "Daumen hoch" (7.556)  als für das Bundesamt für magische Wesen.

:-)

... und da die "Zeit" dem Thema zeitgleich mit diesem Post hier einen Beitrag gewidment hat, möchte ich den hier gleich auch noch verlinken.

Samstag, 31. Januar 2015

Das Lichtwunder der Sheikh Zayed Moschee



Ich gebe zu: Als ich die "Große Sheikh Zayed Moschee" Abu Dhabi eines Morgens, nach einem anstrengenden Nachtflug, erstmals erblickte, war ich eigentlich nicht wirklich beeindruckt. Ein schönes Ensemble, gewiss: Riesig und ganz in Weiß. Aber ich hatte ja in anderen Teilen der islamischen Welt auch schon viele andere, oft farbigere Moscheen mit Intarsien auf den Kuppeln gesehen.

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Der Zauber dieses weitläufigen Komplexes erschließt sich möglicherweise auch gar nicht unbedingt auf den ersten Blick. Inzwischen vergeht kein einziges Mal, wenn ich dort vorbeifahre (und das ist fast täglich, da die Moschee am Wege zwischen unserem Haus und der Innenstadt liegt), bei welchem ich nicht einen langen Blick darauf werfe.
 
Bild
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Das Faszinierende: Im Zentrum überragt die mit einem Durchmesser von 32,2 m und einer Höhe von 75 m momentan größte zentrale Moscheekuppel der Welt samt der vier Minarette den restlichen gewaltigen Bau in Reinweiß. Durch die geschickte Anordung der 40 kleineren um dir große Zentralkuppel erscheint - je nach Sonnenstand oder Wolkendurchzug - das ganze Bauwerk immer anders und scheint stets neue Perspektiven, andere Licht-und Schattenspiele, neue Sichtachsen aufzuweisen! Fast wie eine "Landschaft" wirkt das, wie gleißende Sanddünen im Wind... Oft habe ich den Eindruck, jedes Mal eine "andere" Moschee vor mir zu sehen. In der Tat Architektur in höchster Vollendung!

Das Sakralbauwerk befindet sich auf einem rund 56 Hektar großen Grundstück. Es wurde vom ersten Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate geplant, Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan. Die offizielle Einweihung im Oktober 2007 erlebte der 2004 Verstorbene nicht mehr mit; das Grab des immer noch hoch verehrten Staatsgründers befindet sich jedoch auf dem Gelände.

Die Große Moschee von Abu Dhabi weist selbsterständlich - wie könnte es für die Hauptstadt der Emirate anders sein - eine Anzahl von Rekorden auf: Nicht nur die weiteste Kuppel, sondern auch der mit 5627 m² größte handgeknüpfte Teppich (in EINEM Stück!) aus dem Iran sowie der mit einem  Durchmesser von zehn Metern und einer Höhe von 15 Metern größte Kronleuchter der Welt - übrigens hergestellt von der Firma Faustig in München.

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Das in meinen Augen wahrlich Märchenhafte dieser Moschee spielt sich jedoch nach Sonnenuntergang ab. Traditionell sind die Minarette und sonstigen Beleuchtungen von Moscheen in der arabischen Welt ja in Grün gehalten (der Farbe des Propheten Mohammed und allgemein des Islam). Doch auch dies ist bei dieser Moschee anders. Ein einzigartiges Lichtsystem, extra dafür entworfen, spiegelt die Phasen des Mondes wider! 

Weiche, fließende Wolken in zartem Blaugrau werden nachts auf die gesamte weiße Außenfassaden aus Marmor projiziert. Jeden Tag erscheinen diese ein wenig anders - wirken sie nämlich an den Tagen nach Neumond dunkler und mit mehr Blauanteilen, hellen sich dann mit dem Zunehmen des Mondes auf, so dass der Licheffekt immer brillianter wird und zu Vollmond strahlend weiß erscheint! Zudem sind auch die Lichtquellen an den Minaretten und um die Kuppeln herum in einem tiefem, aber warm wirkenden Blau gehalten, das ebenfalls variiert wird. Tausend-und-eine-Nacht...
Um die Licheffekte adäquat zu den Mondphasen projizieren zu können, sind rings um das Gebäude 22 Lichttürme errichtet worden. Entworfen hat diese maßgeschneiderte Beleuchtung das britische Lichtplanungsbüros Speirs and Major Associates.

Wer nun gern im heimischen Sessel ganz bequem einen kleinen "Rundgang" durch die Moschee machen möchte: Hier der Link zu einem informativen, wirklich sehenswerten Film von GulfNews TV über die Sheikh Zayed Moschee: 

http://youtu.be/WToTxs9zU8A

Wem das immer noch nicht beeindrucken genug ist: Die Lichtinstallationen, welche zum 40-jährigen Bestehen der VAE auf dem Sakralgebäude für tausende Zuschauer sichtbar gemacht wurden, bringen wohl sogar hartgesottene Realistiker zum Träumen! Zum Video geht es hier:

http://youtu.be/5UZ7W4iwX48