Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Sonntag, 22. Januar 2017

Wolkenkratzer im Dunst


Heute mal bisschen Touristisches. Gerade in den Wintermonaten, welche hier klimatisch einem mittleren Sommer in Deutschland gleichen, kommen gern Leute von "drüben" her, um Wärme und Sonne zu genießen. Was dann jedoch auch nicht immer klappt. So wie heute.
Ein ungewöhnlich diesiger Tag in Abu Dhabi, in manchen Teilen der VAE ist sogar leichter Regen gefallen. Für Einheimische (also Emiraties und Expats) jedenfalls ein "schöner Tag zum Rausgehen" - denn knallende Sonne und Wärme hat man ja stattdessen ungefähr 355 Tage im Jahr hier!

Diesige Tage sind hierzulande selten! Blick auf ADNOC-Gebäude (Mitte), auch "Flaschenöffner" genannt, sowie das Ensemble der Etihad-Towers (rechts)

Und darum einige Ansichten rings um Corniche und Marina Mall - dort ist Haupthaltestelle des doppelstöckigen, roten BigBus, der Touristen täglich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit quer durch Abu Dhabi fährt. (Hop On Hop Off - man kann überall aus- und beim nächsten Bus auch wieder einsteigen, mit demselben Ticket.)

Manche starten oder beenden diese Rundfahrt mit einer Runde auf dem Riesenrad:

Schöne Aussicht gibt's vom Riesenrad an der Marina Mall

Von dort aus hat man einen schönen Blick auf den Hafen an der Corniche und natürlich die großartigen modernen Wolkenkratzer.


Noch nicht ganz fertig ist das neue 39-stöckige Hotel "Fairmont Marina Resort & Residences" mit 563 Luxuszimmern - es wird wie ein "Tor" für diejenigen unter den Reisenden sein, welche sich Abu Dhabi von der Seeseite her nähern: Ein Tor zur Stadt. Nicht zufällig erinnert die Architektur stark an die (von einigen als zu rosa-Zuckerbäcker-artig geschmähten) Außenansicht des gewaltigen Hotels "Atlantis" auf der "Palme" in Dubai.

Noch wird gebaut: Hotel "Fairmont Marina Resort and Residences" als "Tor zur Stadt"

Blick auf die Skyline von Abu Dhabi mit dem kleinen Hafen für private Boote

Dienstag, 5. Januar 2016

Ohne Moos nix los


Wir waren ja - wie jedes Jahr - über die Weihnachtstage daheim in Deutschland, haben Familie und Freunde gesehen. Es war schön wie immer.
Einer der ersten "Gänge" ist dann immer erst einmal in den Wald - darauf bestehen auch meine Mädels. Wenn man ihn nicht mehr jederzeit 'hat', merkt man, wie zauber- und märchenhaft so eine Ansammlung von Gehölz doch ist. Und wie geradezu berauschend dort die feuchte Erde, das Laub, die Nadeln, morsches Holz und natürlich auch das Moos duften!

Dass das Verhältnis zum in Europa vulgo als "schlechtem" (Regen) bezeichneten Wetter sich in anderen Gefilden geradezu gegensätzlich umdrehen kann, habe ich an dieser Stelle ja schon gelegentlich thematisiert. Dennoch finde ich es immer wieder witzig, wenn die Kinder in den Emiraten aus der Schule ins Freie stürmen, weil es auf einmal etwas REGNET!

Vorgestern war hier ein ungewöhnlich "schöner Tag!, bedeutet: Es goss regelrecht vom Himmel. Als ich, aufgrund der unüblichen Straßenverhältnisse etwas verspätet, mit den Kindern beim unserem syrischen Kieferorthopäden eintraf, stand dieser doch fröhlich vor dem Hochhaus, in welchem sich seine Praxis befindet: "Oh Hallo, gutes neues Jahr!", rief er uns strahlend zu, "Geht schon mal rein. Ich komme gleich, ich genieße nur noch schnell bisschen den Regen!"

Da ich den Duft des Waldes hier so vermisse, habe ich diesmal etwas "eingeschmuggelt" - nämlich in Deutschland abgezupftes Waldmoos. Das hat hier in der Küche eine Schale mit feuchter Erde bekommen, und ich hoffe sehr, es wird trotz der Entfernung zum Heimatwald doch gedeihen. Momentan riecht es leider gar nicht mehr so richtig "moosig". Na, vielleicht kommt das ja nach etwas Akklimatisierung wieder?!



Experiment: Wird deutsches Waldmoos unter Wüstenbedingungen gedeihen?

Mittwoch, 10. September 2014

Schlechtes Wetter


Unter "schlechtem Wetter" assoziiert man ja in mittleren Breiten für gewöhnlich "kalt und regnerisch". Wenn es hier in den Emiraten mal regnet - so an zwei oder drei Tagen im Jahr -  ist das aber kein "schlechtes" Wetter, sondern eher ein Grund, fröhlich barfuß rauszurennen! (Selbst, wenn die Straßen dann wegen teils mangelnder Kanalisation überlaufen.) Kalt wird es sowieso nie wirklich.....

Unlängst hatten wir hier aber tatsächlich schlechtes Wetter! Nachmittags erbleichte die Sonne zu einer matt weißlichen Scheibe am dunkel werdenden Himmel - aber nicht von Regenwolken, sondern von Sandmassen. Die umliegenden Hochhäuser und Villen verschwanden fast in dem Schleier. Das sah dann so aus:


Wenig später musste ich die Scheinwerfer am Auto anstellen und ganz langsam fahren, weil man - wie in Deutschland bei dichtem novemberlichen Frühnebel - keine zwanzig Meter weit mehr sehen konnte. In Nordafrika kannten wir solche Sandstürme unter dem Namen "Ghibli", hier auf der Arabischen Halbinsel heißt er Schamal.

Dieser sandhaltige Wüstenwind ist auch daran schuld, dass durch die damit verbundene Erosion die Sandstrände in Dubai regelmäßig künstlich erneuert und wieder aufgeschüttet werden müssen. Und auf den Straßen und Autobahnen müssen nach solchen Sandstürmen dann oft Arbeiter die frisch gebildeten "Dünen" vom Asphalt schippen, damit der Autoverkehr gefahrlos wieder rollen kann.

Doch in jedem Falle hat man nach auch nur wenigen Sekunden Aufenthalts im Freien bei solchen Sandstürmen eins: Sand in den Haaren, Sand auf der Haut, Sand in den Ohren, Sand zwischen den Zähnen.....




Der aufziehende Sandsturm hat fast etwas gespenstisches an sich.





Sonntag, 25. Mai 2014

Es wird Sommer! oder ... Sehnsucht nach dem Klang des Regens

Es ist mal wieder so weit: Kein Tag unter 40°C, keine Nacht unter 32°C..... Man möchte aus der Haut fahren (nur wohin.... da ist es ja auch heiß!). 

Außentemperatur Ende Mai (im Schatten)
Am Wochenende waren wir mal wieder auf Fossilien-Jagd. Nun ja, es ging durchaus Wind - nur war das wenig hilfreich. Man stelle sich vor, man heizt seinen Backoften auf ca. 50 Grad Umluft, und setze sich dann da rein.... so ungefähr fühlte sich das an.

Ein Glück, dass es drinnen Air Condition gibt, welche man auf angenehme 26, 27 Grad regeln kann. Und komme mir jetzt keiner mit Klima-Katastrophe und Energieverschwendung! Oder wird in Europa winters neuerdings nicht mehr geheizt (=Energieverbrauch), um es erträglich zu machen?!

Und wie das so ist, wenn man vor sich hinschwitzt: Man sucht nach Erleichterung. Kann ja auch mentaler Art sein.....
Meine große Tochter hat sich eine App für ihr Telefon heruntergeladen - kostenlos, wie sie versicherte. Sie kann das, denn mit fast 15 hat sie es endlich, wie gefühlte 99% ihrer Freunde, zu einem iPhone gebracht. Mit viel "Einsatz" ihrerseits, der sich strategisch klug in klaglosem Abwarten äußerte...... das Kind kennt seine Eltern eben lange genug.
Die Mutter, nicht technik-blond, aber auch nicht wahnsinnig technik-affin, erlebte eine Novität. Jaja, das soll auch jenseits der 40 manchem noch gelingen! Sie hat sich fast die gleiche App wie ihre Tochter auf ihr Smartphone (eines anderen Herstellers) geladen.

Und worum geht es da eigentlich? Schade, dass so ein Blog keinen Mund und keine Ohren hat, denn zur Veranschaulichung wäre es gut, wenn man jetzt HÖREN könnte. Es handelt sich nämlich um eine "Regen"-App; per Antippen kann man unter diversen Regengeräuschen auswählen - von sanftem Tröpfeln über klassischen Dauerregen bis hin zu Ans-Fenster-Gepladder und sogar einen Gewitterguss.
Regen-App auf meinem Telefon

Falls sich der genervte und möglicherweise von aktueller Wetterlage daheim frustrierte Leser fragt, wozu in drei Teufels Namen man denn eine "Regen-App" braucht: Unter emiratischem Himmel, der  an ungefähr 350 Tagen im Jahr blau und wolkenlos und oft grell von erbarmungsloser Sonne ist, verschafft einem das trauliche Tröpfeln und Plätschern und Gurgeln eine geradezu labende Erleichterung. Gleich ziehen einem (nicht vorhandene) Düfte nach feuchter Erde, nassen Blättern und nasser Wolle durch die Nase. Naturdüfte, welche wir in der quasi geruchsfreien Wüstenluft oft vermissen...

Wenn's mir mal wieder zu heiß wird bei derzeit (s.o.) Grad..... lege ich also mein Telefon neben mich, werfe diese App an..... und lass es regnen!

Woanders hasst man Regen - hier rennen unsere Kinder extra begeistert raus!