Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

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Montag, 9. Januar 2017

2017 - "Jahr des Gebens"


Das neue Jahr kommt langsam in die Gänge - in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde es vom Präsidenten, Sheikh Khalifa, als "Year of the Giving" deklariert, als Jahr des Gebens. 2016 war das "Jahr des Lesens" in den VAE (s.a. hier).

Dabei soll 2017 der Fokus auf drei Hauptthemen gelegt werden: Die soziale Verantwortung der Bürger untereinander, das ehrenamtliche Engagement sowie die nationale Sicherung und Erhaltung der Zukunft für kommende Generationen.

"Wahre Staatsbürgerschaft bedeutet nicht, immer nur zu nehmen, sondern sie bedeutet auch, wertvolle Opfer für das Heimatland zu erbringen", heißt es in Sheikh Khalifas Rede, der auf das humanistische Konzept der VAE hinweist. "Dem Heimatland und seiner Bevölkerung zu dienen bedeutet auch gleichzeitig eine Verbindung von Regierung, jedem einzelnen sowie dem privaten Sektor."

Sheikh Mohammed, Vizepräsident und Herrscher des Emirats Dubai, unterstrich das Motto des Jahres - es soll humanitäre Arbeit fördern, welche wiederum das Ansehen seines Landes als eines der global größten Spender für diverse Zwecke stärken wird.


Ebenfalls mit dem Beginn des neuen Jahres wurden im Ministerium für Personalangelegenheiten und Emiratisierung (MOHRE) neue Dekrete erlassen. So müssen Firmen mit über 1000 Angestellten mindestens zwei Emiratis einstellen, welche für die Datenerfassung ausgebildet wurden. 
Überdies erhalten künftig Bau- und Industriebetriebe mit über 500 Angestellten nur noch dann eine Arbeitserlaubnis, wenn sie vollzeit mindestens einen emiratischen Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragten beschäftigen.

"Saudisierung" einst vs. "Emiratisierung" heute


Das weckt in mir persönliche Erinnerungen und Assoziationen. Als wir um die Jahrtausendwende herum in Saudi-Arabien lebten, wurde dort damals eine staatliche Initiative vorangetrieben, genannt "Saudisation". Ganz ähnlich zu hier, heute, sollte die saudische (männliche) Bevölkerung mehr in den täglichen Arbeitsprozess in Betrieben und Behörden eingebunden werden - auch dort waren und viele Expats beschäftigt. Vor allem an die "Liaison officers" ("Verbindungsbeauftragter", zuständig v.a. für Zusammenarbeit mit Behörden) kann ich mich erinnern. Sicher stehen die wenigen, die ich dort mehr zu Gesicht bekam als mit ihnen zu tun hatte, nicht für alle (man erinnere sich: in Saudi-Arabien gelten im Alltag wesentlich traditionellere Gepflogenheiten auch im Umgang zwischen den Geschlechtern, als in den sehr liberalen VAE). 
Doch in meinem Kopf haben sich vor allem freundliche Saudis abgespeichert, die stets höflich und umgänglich waren, jedoch nicht oft an ihrem Arbeitsplatz anzutreffen ... In diesem Land, in welchem z.B. Frauen immer noch nicht Auto fahren dürfen, geht eben oft "privat vor Katastrophe", denn aufgrund dieser Restriktionen wird auchvon den Männern ein vergleichsweise extrem hoher Familienbeitrag gefordert, und sei es allein als "Fahrer" für die vielen weiblichen Familienangehörigen! (Einkaufen, Frisör, Arzt, Schule, Besuche,....und zurück.)

In den VAE allerdings ticken die Uhren doch ein wenig anders. Insofern glaube ich, dass der Emiratisierungs-Initiative größerer Erfolg beschieden sein sollte. Vor allem jedoch aus einem Grund: das Land bereitet sich auf vielfältige Weise auf eine Ära in nicht allzulanger Zukunft vor, wenn die natürlichen Ressourcen an Erdöl, welche dem Land zu seinem oft als "märchenhaft" beschriebenen Reichtum verhalf, zur Neige gegangen sein werden. 
Den gegenwärtigen Standart auf fast allen Gebieten auch nur zu halten, geschweige noch zu vermehren, bedarf es großer Veränderungen und Anstrengungen. In diesem Zusammenhang sehe ich die neuen Erlasse und Initivativen der emiratischen Regierung zum neuen Jahr.



Sonntag, 18. September 2016

Wirtschaftentwicklung in den VAE - Persönliche und "durchschnittliche" Lebenszufriedenheit


Kleine kalte Dusche? Bislang erreichten die Vereinigten Arabischen Emirate in Rankings oft recht hohe Werte - betreffend die Lebenszufriedenheit der dort im Vergleich zu in anderen Ländern lebenden Expats. Doch gegenwärtig scheinen die Ausländer aus aller Herren Länder, welche vorübergehend in den VAE leben und arbeiten, nicht mehr so zufrieden wie zuvor. 

Dies legt zumindest eine neue internationale Studie nahe, die "Expat Insider 2016", für welche rund 14.000 Expats (aus 174 Nationalitäten) in über 67 Ländern der Erde zum Leben im jeweiligen Gastland befragt wurden.

Ganz "baden" geht die Wirtschaft der VAE trotz Ölkrise nun doch nicht gleich ... Blick auf das "Headquarter", ein Bürohaus mit Wiedererkennungseffekt in Abu Dhabi

Untersucht wurden unterschiedlichste Kategorien - so u.a. das Arbeits- und Familienleben, die Lebenshaltungskosten, die Einfachheit des Heimischwerdens in vielen Unterkategorien. Die Top 3 lesen sich so: Taiwan, Malta, Ecuador. Österreich liegt auf Platz 8 hinter Australien, Deutschland rangiert auf Platz 17 und die Schweiz auf dem 31. Rang. Die Schlusslichter bilden Kuweit, Griechenland und Nigeria.

Die VAE ist vom Platz 19 im Vorjahr (2015) abgerutscht auf den 40. im laufenden Jahr. Wer hier lebt, kennt die Hauptantwort: Ölkrise der vergangenen Monate, verbunden mit völlig abgehobenen Mieten. Da diese fast immer für volle 12 Monate im Voraus und am Stück zu zahlen sind, ist das mit stets weiter ansteigenden Quadratmeterpreisen kaum noch machbar - insbesondere natürlich für diejenigen unter den Expats, die nicht das Glück haben, diese immensen Kosten vom Arbeitgeber erstattet zu bekommen!

Im übrigen war und ist das Leben hierzulande natürlich nicht gerade billig - selbst beim wöchentlichen Supermarktgroßeinkauf tut mir immer kurz die Hand weh, wenn ich die Summe sehe und dennoch zum Portemonnaie greifen muss ...

Obwohl die Wirtschaft der Vereinigten Arabischen Emirate weiterhin wächst, muss man doch mit geringeren Zuwachsraten wie zuvor rechnen. Die niedrigen Ölpreise senken die Staatseinnahmen; das wiederum schlägt sich auf das Investitionsklima nieder. Deshalb wird das Wachstum dieses Jahr vermutlich vorwiegend aus dem Nichtölsektor kommen. Zugpferde sind sicherlich Dubais boomender Dienstleistungssektor sowie die Baubranche. Trotz vieler aufgeschobener Projekt kann  man annehmen, dass weiterhin hohe Investitionen in strategisch wichtige Vorhaben, wie Infrastruktur und Projekte im Rahmen der Expo 2020 fließen werden.

Auf die empfundene Lebensqualität unter den vielen Expats in den Emiraten mag sich negativ niedergeschlagen haben, dass im Zuge der wirtschaftlichen Bremsung auch die Jobsicherheit geringer geworden ist - dies gilt vor allem für die Erdölbranche und den öffentlichen Dienst. Dort ist in letzter Zeit in Sachen Personalbesetzungen einiges "in Bewegung" gekommen, wenn man es freundlich ausdrücken will.

Ali Al Mansoori, Leiter des Department of Economic Development von Abu Dhabi, erklärte vor fast genau einem Jahr, ein Ölpreis von 50 Dollar je Barrel sei ein "Geschenk für die Welt", da die Preise damit niedrig genug sein sollten, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Im laufenden Jahr würden die Preise wahrscheinlich bei 60 Dollar liegen, nachdem sie bei 45 Dollar ihren Boden erreicht hätten, schätzte Ali Al Mansoori damals. Momentan bewegt der Preis sich jedoch immer noch um die 45 Dollar pro Barrel herum ...

Beim Arbeitsindex liegen die VAE im o.g. Expat-Ranking derzeit auf Platz 36,  bei den Lebenshaltungskosten wenig überraschend auf dem 51. Rang, ähnliches gilt für den 54. bei Work-Life-Balance. Bei der Sicherheit rangiert das Land überraschend nur auf dem 13., die Freizeitmöglichkeiten hingegen wurden mit Platz 40 nicht so besonders gut eingeschätzt (jedoch immer noch vor Deutschland auf Rang 44 !?). In der Kategorie "persönliche Zufriedenheit" landeten die VAE unter den Expats sogar nur auf dem 59. Platz!

Aber da sieht man es einmal mehr: Statistiken sind nichts anderes als Momentaufnahmen eines segmentierten Durchschnitts in einer beliebigen Situation. Umso mehr gilt das für solch eine Statistik des "Gefühls". Was jeder aus seiner Situation macht, und wie er sich damit fühlt: Das hat jedermann selbst in der Hand. Statistik hin oder her.



Donnerstag, 12. März 2015

Sigmar Gabriel in Abu Dhabi: Gespräch mit Kronprinz Mohamed Bin Zayed Al Nahyan über Hassprediger in deutschen Moscheen


Anfang der Woche besuchte Vizekanzler Sigmar Gabriel auf seiner Reise durch mehrere Golfstaaten auch Abu Dhabi.

Tags zuvor noch hatte sich Gabriel in Saudi-Arabien bei den dortigen Staatslenkern nicht wirklich beliebt gemacht, als er sich für die Freilassung des wegen seiner gelinden Islam-Kritik zu 1000 Stockhieben verurteilten saudischen Bloggers Raif Badawi einsetzte. Mit dieser Menschenrechts-Forderung düpierte Gabriel somit die saudischen Machthaber, denn immerhin sollten ja bei diesem Besuch eigentlich die engen Wirtschaftsbeziehungen weiter gestärkt werden: Gabriel wollte ursprünlich gemeinsam mit 90 angereisten Wirtschaftsvertretern für Produkte made in Germany werben. Im übrigen verbindet das Wüstenland und Deutschland ja nicht zuletzt durch deutsche Rüstungsexporte bereits eine längere Tradition - was auf deutscher Seite zahlreiche Kritiker auf den Plan rief.

Natürlich konnte der Vizekanzler auf seiner Rundreise durch mehrere muslimische Staaten nicht die Augen davor verschließen, dass gerade in letzter Zeit viele Europäer und insbesondere Deutsche sich  vor dem Islam im allgemeinen und besonderen fürchten - Terrorgruppen, welche momentan im Namen Allahs Gräueltaten und Barbarei großen Ausmaßes verüben, geben leider dafür auch jede Menge Nährboden her.

Während Bundeswirtschaftsminister Gabriel das Problem von dieser Warte her bewusst war, muss ihn wohl doch überrascht haben, was er in einem langen Gespräch mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan am Vortag seins Besuchs in der Großen Moschee erfuhr.

Pressestimmen zufolge zeigte sich Gabriel sehr bewegt vom großen Ausmaß der Sorge, welche das Herrscherhaus in Abu Dhabi vor der weiteren Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Arabischen Halbinsel hat. Doch nicht nur das - immerhin ist ja davon auch das friedliche Emiratsgebilde selbst bedroht, weshalb dieser Verbund auch selbst aktiv gegen die IS vorgeht. Vizeregent Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan brachte das Gespräch von selbst auf dieses Thema und zeigte sich sehr verunsichert und besorgt, was den Aufschwung von muslimisch geprägten Hasspredigern in Europa angeht!
"Gabriel war überrascht, dass der Scheich das Verhältnis seiner Religion zum Terrorismus so unverblümt thematisiert. Dass der Islam nicht terroristisch ist, aber die meisten Terroristen derzeit islamisch sind - das ist eine Feststellung, die Gabriel offensichtlich nicht vom Scheich erwartet hat." (Zitat aus Spiegel online) Der deutsche Wirtschaftsminister sprach sich anschließend für eine an deutschen Hochschulen koordinierte Ausbildung auch für islamische Geistliche in Deutschland aus: "Es kann nicht sein, dass in deutschen Gebetshäusern Prediger aus Pakistan oder anderen Ländern predigen, die nichts wissen über unser Land", sagt er dazu.

Angesichts der Dringlichkeit dieser Probleme gingen die eigentlich geplanten Themen dieser Reise nach Abu Dhabi in der Rezeption deutscher Medien fast ein bisschen unter: Gabriel - bisher in den Emiraten in der führenden Tageszeitung "The National" eher unter der Bezeichnung "Germany's Super Dad" bekannt - war ja hergekommen, um Beziehungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, Infrastrukturprojekten und Bildung auszubauen. Selbstverständlich besuchte er die Ökostadt Masdar-Green City in Abu Dhabi (selbiger werde ich demnächst einen Blog-Beitrag widmen).

Hier schließt sich dann für mich auch der Kreis aus Bundeswirtschaftsminister-Besuch, Gespräch mit dem Kronzprinzen über islamischen Terrorismus sowie Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland. Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan  ist u.a. Initiator von 'Masdar City' wie auch Vorstandsvorsitzender der staatlichen Investmentgesellschaft Mubadala Development Company. Mubadala wiederum gehört zu 100 % der Konzern GlobalFoundries - und dieser ist seit 2009 beispielsweise hundertprozentiger Anteilseigner des ehemals unter dem Namen AMD bekannten Halbleiterwerks in meiner Heimatstadt Dresden, das dort 3700 Mitarbeiter dort beschäftigt.

Abu Dhabi kann wirklich keinen - religiös oder nicht - gefärbten Terror gebrauchen: Weder im eigenen, prosperierenden Land, noch in geografisch fernen, aber wirtschaftlich eng verbundenen Staaten und Städten, wie eben auch Dresden.

Samstag, 18. Oktober 2014

Karriere im Schleier: Bekannte Emiratische Unternehmerinnen, Künstlerinnen u.v.a.

Im Alltag verhüllen sich emiratische Frauen traditionell ganz in schwarz - mit Kopftuch und Abahja, viele auch noch zusätzlich mit dem Gesichtsschleier. Ein Stück weit werden sie also damit "unsichtbar" für ihre Umgebung. Aber wie ist das in der Gesellschaft? Spielen emiratische Frauen da keinerlei Rolle?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich mal ein bisschen intensivere Recherche betrieben. Ausgehend von einigen wenigen Beispielen, von denen ich wusste, habe ich nach Emiratinnen gesucht, welche in Wirtschaft, Kunst oder anderen Feldern hierzulande eine Rolle spielen und auch von der Gesellschaft beachtet "ihre Frau stehen".

Die erste emiratische Filmregisseurin überhaupt ist Nayla Al Khaja.
http://www.naylaalkhaja.com/category/about/
Nayla Al Khaja ist eine der bisher noch wenigen Frauen im jungen emiratischen Filmgeschäft. Neben ihren Regisseursarbeiten hat sie bereits eine Fernseh- und Spielfilm-Produktionsfirma gegründet. (Ihre Homepage)

Auf dem Foto darunter ist Dubais Kronprinz und Vorsitzender des Dubai Executive Council zu sehen, einer Regierungskörperschaft zur Einführung und Durchsetzung der strategischen Stadtentwickungspläne Dubais - während eines Gespräch mit einheimischen Frauen in Führungspositionen zum Thema "Marke Dubai", einer Initiative zur Vermarktung von öffentlichen Dubai-Großprojekten, wie Fuß- und Radwegen, Stränden und Plätzen. Scheich Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum ("Fazza" ist sein poetisches 'Alter Ego') traf sich hier u.a. mit der Generaldirektorin des Dubai Medien-Büros, Mona Ghanim Al Marri und der Direktorin für Kommunikation und Innovation, Noora Al Abbar.
Foto: http://www.emirates247.com/news/government/implement-brand-dubai-hamdan-2014-10-14-1.566270

Warum gehen Emiratinnen einer Berufsarbeit nach, und was machen sie? In einem Beitrag der GulfNews findet sich dies:

"Frauen arbeiten, ob nun für ihr eigenes Geschäft oder im öffentlichen oder privaten Sektor, aus zwei Hauptgründen: Entweder sie müssen arbeiten, oder sie wollen arbeiten.
Die Studie zeigt, dass der Wunsch nach höherem Einkommen nicht die Hauptmotivation für emiratische Frauen ist, künftige Unternehmerinnen zu werden. Der Lebensstandard in den VAE reduziert die ökonomischen Gründe beträchtlich; dies lässt nur einen Hauptgrund gelten: Weil sie arbeiten wollen. (...)
Frauen-geleitete Unternehmen repräsentieren eines der am schnellsten wachsenden Segmente neuer Firmengründungen weltweit. In den USA gehören etwa 10 % der neuen Unternehmen Frauen, während in Thailand diese Zahl auf über 45 % schießt.

'13.000 Frauen besitzen hier etwa 20.000 Firmen', sagte unlängst Fatima Al Jaber, die Vorstandsvorsitzende des Emirates Business Women Council, auf einem Forum für Wirtschaftstreibende des Privatsektors, welches von der Vereinigung der Industrie- und Handelskammer der VAE veranstaltet worden war.
Die Hauptfelder, in welchen emiratische Frauen operieren, sind Gründungen im Einzelhandel (43%) und dem Servicesektor (56%). Weibliche Enterpreneure in den Emiraten investieren in Felder wie Handel, Industriefinanzierung, Immobilienhandel, Tourismus, Messen und Ausstellungen sowie Bau und Serviceunternehmen.
Das lässt emiratische Frauen gut dastehen, zumal eine Statistik enthüllt, dass 77 % der Mädchen in den VAE einen höheren Bildungsweg abschließen, was tatsächlich 24 % mehr sind als proportional die männlichen Studenten, welche in höheren Bildungseinrichtungen eingeschrieben sind.
'Mein Vater war Geschäftsmann; er gab mir den Anstoß, erfolgreich zu werden. Er glaubte an meine Fähigkeiten, ermutigte mich, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Später hat mich dann auch mein Ehemann sehr unterstützt", sagt Amani Al Omran.
'Ich besitzte jetzt zwei erfolgreiche Unternehmen: Einen Laden für Marken-Schals sowie eine Beratungsfirma für Management-Training. Ich hätte das ohne meines Vaters Unterstützung bestimmt nicht geschafft', setzt sie hinzu.
Aisha Yousef sagt ebenfalls, dass sie von ihrer Familie Hilfe bekam, um ihr 'Photographya Studio' zu gründen. 'Meine Familie hat stets unterstützt und glaubte an mein Wissen und meine Fähigkeiten, solche ein Unternehmen erfolgreich zu gründen, besonders meine Mutter, mein Bruder und meine Schwester. Sie haben meine Projekte, die Entwicklungen und meine Ideen regelmäßig verfolgt", sagt Aisha.
Azza Al Qubaisi, eine berühmte Schmuckdesignerin, hebt ebenfalls ihre Familie hervor. 'Sie haben mir genug vertraut, mir ohne Forderungen die Zeit zu geben, mit meinem eigenes Business Fuß zu fassen, und entließen mich aus einigen gewissen Familienverpflichtungen', sagt sie.
Da Frauen die traditionelle Rolle beibehalten haben, sich um ihre Kinder zu kümmern, bleibt die Unterstützung von Familienmitgliedern (Schwestern, Mutter usw.) ein wichtiges Element für eine Unternehmerin, um beiden Anforderungen, im Beruf und bei ihren Kindern, gerecht werden zu können.
'Nach der Heirat teilte mein Mann sich die häuslichen Verpflichtunge mit mir, besonders während meiner Schwangerschaft. Ohne das wäre es schwierig geworden, mein Unternehmen erfolgreich weiterzuführen', sagt Azza."

Einen interessanten Aspekt zur Arbeitsteilung bringt dieser Beitrag ein (Artikel):

"Eine andere Sprecherin, Scheichin Hend Faisal Al Qasimi, CEO der Al Qassemi Al Thani Holding in Katar, diskutierte ebenfalls den Anstieg weiblicher Unternehmer. 'Unser Land und die GCC (Gulf Cooperation Council) Staaten haben Frauen immer unterstützt. In früheren Zeiten waren die Männer für gewöhnlich monatelang auf dem Meer, und die Frauen führten dann üblicherweise ihre Geschäfte. Dann, mit dem Erdöl-Boom, mussten die Frauen nicht mehr arbeiten, und ihre Produktivität ging zurück. 'Das hat sich nun wieder geändert. Die Idee des Unternehmerinnentums ist wie eine Fieber, das jeden erreicht', sagt sie."

Doch nicht nur in der Wirschaft treten mehr und mehr emiratische Frauen ins Licht der Öffentlichkeit. Auf einem völlig anderen Gebiet hat sich in der Region Khulood Atiq einen Namen gemacht: Sie ist die erste bekannte Küchenchefin hierzulande! (Beitrag in The National)
'Chef Khulood' - unter dem Titel ist sie bekannt - begann 2008 ihren ersten professionellen Job in einer Küche, als sie in einer TV-Show als Küchenassistentin anfing. Kurz darauf wurde sie als Spezialitäten-Chef im renommierten Mina A'Salam-Hotel in Dubai eingestellt, wo sie Menüs kreierte, die um emiratische Gerichten kreisten, und wo sie andere Chefs die lokale Küche lehrte.
Momentan ist sie die Spezialistin für Arabische und Emiratische Küche für die Abu Dhabi Tourimsmusentwicklungs- und Investitionsfirma, wo sie dabei hilft, die regionale Kultur zu bewahren und zu entwickeln, indem sie typische Regionalgerichte mehr in der hiesigen Restaurantszene etabliert.

http://mariamali90.wordpress.com/2012/05/27/khulood-atiq-the-first-female-emirati-master-chef-2-2/
 Der nächste Schritt in ihrer Karriere war, als sie 2012 ihr erstes Kochbuch, "Sarareed", als Teil der "Gourmet Abu Dhabi" veröffentlichte. In diesem Rahmen wurde ihr der begehrte "Abu Dhabi Gourmet"-Preis verliehen. Diese Facebookseite hält über ihre Aktivitäten und Pläne auf dem Laufenden: Khulood Atiq 


Unter Freunden moderner Malerei, Fotografie und Kunst-Installationen ist sie hier längst kein Geheimtipp mehr: Karima Al Shomely. Gebürtig aus dem Emirat Sharjah, stellt die Künstlerin längst in internationalen Galerien aus (u.a. in Frankreich, Deutschland, Iran, Spanien). 
Auf ihrem Besuch vor zwei Jahren in Düsseldorf entstand dieses Bild:
http://www.rheinische-art.de/cms/topics/interkultureller-dialog.-die-lepsien-art-foundation-bringt-kuenstler-aus-europa-und-dem-mittleren-osten-zusammen.php - Auf dem Foto: Karima Al Shomely
Und zum Schluss - was wäre die Welt ohne Ärztinnen? Dr. Maryam Matar ist eine hochangesehene emiratische Medizinerin. Die 36-jährige sagt, sie habe in einer einzigen Woche bis zu elf "Hüte" auf: Beispielsweise als Vorsitzende und Gründerin der Assoziation zu Erbkrankheiten in den VAE. Momentan verteilt sie ihre Zeit gleichmäßig zwischen Dubai und Japan. Jeweils sechs Wochen am Stück verbringt sie am einen oder anderen Ort, weil sie gegenwärtig ihre Forschungsarbeit für ihre Professur über Bluterkrankungen in den Emiraten an der Yamaguchi Universität fertigstellt.

http://www.thenational.ae/business/industry-insights/the-life/day-in-the-life-emirati-doctor-maryam-matar
Die hochdekorierte Medizinerin hat in einigen öffentlichen Positionen im Gesundheitswesen gearbeitet und einige Initiativen ins Leben gerufen, so 2012 eine zur Bekämpfung von erblicher Sichelzellen-Anämie. Sie rief 2005 die Down-Syndrom-Vereinigung der VAE ins Leben und ist die erste emiratische Frau, welche zur Generaldirektorin der Dubaier Regierung erhoben wurde.

Also einige durchaus bemerkenswerte Karrieren, aus denen ich hier eine kleine Auswahl getroffen habe. Doch wer nun feststellt: Gut, es gibt emiratische Vorzeigefrauen, die wirklich was leisten. Aber so viele sind es nun auch wieder nicht...
Gegenfrage: Wie viele Damen in Deutschland sitzen denn in Firmenvorständen, leiten Unternehmen, haben Regierungsämter? So sehr viele sind es ja am Ende hier wie da nicht. Wobei man natürlich davon ausgehen kann, dass aus historischen Gründen in Europa die breite Masse der Frauen schon lange ganz natürlich einer Berufsarbeit außer Haus nachgehen muss oder möchte.