Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Montag, 11. Mai 2015

Christliche Kirchen in den VAE: Lebhaftes Gemeindeleben


Wer einen eindrucksvollen katholischen Gottesdienst erleben will, bei welchem sogar viele Gläubige stehen müssen, da die Kirchenbänke bis zum letztem Platz besetzt sind.... mache sich auf den Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate und besuche das Hochamt an einem Freitag! 
Wunderschön leuchten nicht nur die Farben der mit viel Gold gemalten religiösen Darstellungen an den Wänden, sondern natürlich auch der Ornat von Priester und Ministranten - sowie die kräftigen Farben der Saris, welche die Frauen in den Bänken tragen. Der Gesang der Gemeinde in Malayalam tönt kräftig.

Freitäglicher Gottesdienst in der Kirche Mar Thoma Church in Abu Dhabi


Das klingt für Sie alles etwas seltsam? Gar paradox?
Dabei ist die Erklärung ganz einfach. In den VAE leben derzeit über 4 Mio. Arbeitsmigranten aus aller Welt; unter ihnen sind ca. 1,5 Mio Christen, und unter denen wiederum eine halbe Mio. Katholiken. Da sehr viele Christen aus Indien stammen, werden ganze Gottesdienste hier in den Emiraten für sie oft in einer der Hauptsprachen gehalten, z.B. in Malayalam, das vor allem in indischen Bundesstaat Kerala gesprochen wird, bzw. Tamil oder Urdu.
Doch auch Gottedienste u.a. auf Englisch, Spanisch, Deutsch, Koreanisch, Tagalog, Arabisch oder Französisch stehen wöchentlich auf dem Plan, welcher in den Kirchen die Zeiten für die einzelnen Messen anzeigt. Der Hauptgottesdienst der Woche liegt meist freitags - das wurde pragmatisch dem "freien" Tag im islamischen Gastland angepasst, an welchem die Gläubigen Zeit haben, die Kirche zu besuchen.

Abu Dhabi: St. Anthony Cathedral for the Coptic Orthodox

Zu hohen christlichen Feiertagen, wie Ostern oder Weihnachten, sieht allein die St. Joseph's Cathedrale in Abu Dhabi bis zu 30.000 Gläubige zu den dann wie am Fließband hintereinander stattfindenden Messen! Stellen Sie sich einmal eine solche Masse an Menschen in Hamburg, Düsseldorf oder Leipzig in EINER einzigen Kirche vor!
Ja, und das ist auch ein gewisser Kontrast z.B. zum Nachbarland Saudi-Arabien, in welchem nicht-islamische Glaubensgemeinschaften tatsächlich untersagt sind... Auch in den Emiraten ist die Staatsreligion der Islam; dennoch wird Angehörigen der unterschiedlichsten christlichen Richtungen der Rahmen für ihre Glaubensausübung gegeben. 

Verfassungsmäßig festgeschriebene Freiheit der Religionsausübung


Im Artikel 32 der Verfassung der VAE heißt es, dass "die Freiheit der Religionsausübung garantiert ist in Übereinstimmung mit den geltenden Gebräuchen, vorausgesetzt, dass sie nicht in Widerspruch mit der öffentlichen Ordnung steht oder die öffentliche Moral verletzt."

Die Gleichung "Araber = Moslem" ist ohnehin falsch! - wenn auch in vielen Köpfen der westlichen Welt so verankert. In den arabischen Ländern gibt es seit 2.000 Jahren Kirchen. Auch leben seit Beginn des Islam vor fast 1500 Jahren Christen, Juden und Muslime oft gemeinsam in islamischen Staaten. Die ältesten Kirchen der Welt überhaupt befindet sich auch nicht etwa in Europa, sondern - neben Israel - in Syrien und Jordanien!

Die Kopten, Angehörige einer der ältesten Kirchen der Welt, sind Ägypter. Die Maroniten gehören der 'Syrisch-Maronitischen Kirche von Antiochien' an; eine zahlreiche christliche Bevölkerung gibt es überdies z.B. im Libanon (vor dem Bürgerkrieg war das fast die Hälfte!)

Bis voriges Jahr noch im Bau befindlich.....
Für die deutschsprachigen Christen in den VAE fühlen sich vor allem die katholische sowie die evangelische Gemeinde verantwortlich; hier werden regelmäßige religiöse, aber auch geistig-kulturelle Angebote sowie Ausflüge gemacht, die auch Andersgläubigen prinzipiell offenstehen.


Immer wieder werden in den VAE ganz neu erbaute, christliche Kirchen geweiht! Architektonisch ist von traditionell-prachtvoll bis modern-avantgardistisch so ziemlich alles dabei. Gestiftet wird das dazugehörige Bauland für die Sakralbauten vom Landesfürsten, dem Scheich. Der Bau hingegen finanziert sich hauptsächlich über Spendengelder der Gemeinde. Für gewöhnlich erscheint der Scheich des jeweiligen Emirats dann auch immer persönlich zur feierlichen Weihe des Gotteshauses.

... wurde die 'Dionysius Orthodox Church' in Al Ain in 2014 feierlich geweiht.


Auch wenn das Kreuz als Symbol einer nicht-islamischen Religion offiziell nicht zu zeigen gestattet ist, so wird das im Einzelfall doch nicht so strikt gehandhab: Auf der 2011 geweihten russisch-orthodoxen Kirche des Emirats Sharjah beispielsweise verkünden fünf vergoldete Kreuze auf den Kuppeln des Bauwerks ihre Botschaft.

St. Philip Russisch-Orthodoxe Kirche in Sharjah

Beim Juwelier entdeckt: Neben Anhängern mit arabischen Schriftzeichen auch - christliche Kreuze!

Wohl 54 Kirchgebäude christlicher Gemeinden befinden sich derzeit auf dem Boden der Vereinigten Arabischen Emirate. Christliche Gruppierungen jedoch gibt es jedoch weitaus mehr; unzählige, kleinere  Gemeinden sind vereint unter dem Dach der christlichen Freikirchen und treffen sich oft in den Räumlichkeiten anderer, größerer Glaubensgemeinschaften.

Bemerkenwert ist vor allem die Offenheit und Gastlichkeit der vielen Kirchgemeinden. Zum Gottesdienst - egal welcher Ausrichtung und Sprache - wird man in der Regel aufs freundlichste dazugebeten. Der Geist einer einenden Glaubensgemeinschaft, die sich nicht in kleinlicher Abspalterei vom "Bruder" schwächt, wird hier spürbar.

Einen Bildband zu allen aktuellen christlichen Kirchen in den VAE finden Sie unter diesem Link.




Sonntag, 3. Mai 2015

Konferenz über die religiöse Erneuerung des Islam




Outdated religious laws must be changed, UAE forum hears
Sheikh Abdullah Bin Bayyah, President des Forums                                                                                     http://www.thenational.ae/storyimage/AB/20150428/ARTICLE/150428895/AR/0/&MaxW=640&imageVersion=default&AR-150428895.jpg: 


Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein modernes Land, keine Frage. Ein hochmodernes sogar, was Technik und Urbanisierung angeht. Für viele Probleme, welche ein Staat mit so zusammengewürfelter Einwohnerschaft aus der ganzen Welt mit sich bringt, werden pragmatische Lösungen gefunden.

Dennoch sind die VAE eben auch ein Land, das als Basis den Islam gewählt hat und damit grundsätzlich auch Sharia-Rechtsgebung. Natürlich kollidieren viele Anweisungen bzw. Rechtsauskünfte an die Glaubensangehörigen im Alltag auf der Grundlage des Korantextes (die sogenanntne Fatwas) mit vielen Anforderungen des modernen Lebens.

Das Problem vieler solcher Fatwas ist, dass die Islamgelehrten, welche sie postulieren, sich auf Texte beziehen, welche die Lebenswirklichkeit hiesiger, nomadischer Völker im 7. Jahrhundert abbilden...

Sicher kein Zufall, dass eine Konferenz mit rund 60 Teilnehmern unter dem Titel "Global Forum for Promoting Peace in Muslim Societies" ("Weltforum zu Wahrung des Friedens in muslimischen Gesellschaften") ausgerechnet in Abu Dhabi stattfand. Die aktuellen Staatslenker der VAE sind eindeutig bestrebt, nicht den inneren Frieden in ihrem Einflussbereich durch religiöse Auseinandersetzungen gefährden zu lassen - die Probleme durch Extremismus und religiös gewandeten Terrorismus allgemein werden hierzulande sehr ernst genommen.

Auf dieser Tagung sagte Grand Sheikh Ahmed Al Tayyeb von der berühmten Al Azhar University (Kairo), dass  "die Fiqh Prinzipien überarbeitet werden müssen, um extremistische Gruppen zu stoppen, welche diese nur als Ausrede benutzen, um jeden zu töten, welcher mit ihrer Gruppierung nicht einverstanden ist. Sie benutzen dafür eine Fatwa, welche vor vielen Jahrhunderten einst von Gelehrten Ibn Taymiya ausgestellt wurde, welcher jedoch damals konkret die Grausamkeit und das gewalttätige Blutvergießen zwischen Muslims und den Tartarengruppen vor Augen hatte."

Erneuerung, so Sheikh Abdullah bin Bayyah, der Präsident des Forums, ist in der Islamischen Religion ganz fundamental wichtig - basierend auf "ständigem Vergleich der religiösen Texte, des ursprünglichen Zwecks dieser Texte und der modernen Lebensrealität. "

Koranauslegung muss mit der heutigen Lebensrealität abgeglichen werden


Weiter erklärte er, dass Befehle, welche aus religiösen Offenbarungen stammen, immer in ihrem Kontext gesehen werden müssten sowie unter dem Gesichtspunkt des universellen Grunds und Zwecks ihrer Auswirkungen. Der Sheikh rief dazu auf, die Grundlagen der Islam-Wissenschaft neu zu überprüfen, da viele der Auslegungen in der heutigen, modernen Gesellschaft nicht länger anwendbar seien.



Um noch einmal zurückzukommen auf den Fakt, dass sich Gruppierungen, wie die IS-Milizen und ähnliche Terrororganisationen, auf den Koran und seine Auslegungen berufen: Als wichtiges Beispiel wurde das Apostasie-Gesetz genannt (Abfall vom islamischen Glauben wird u.U. mit dem Tode bestraft).  
Sheikh Hamza Youssef führt dazu aus: "Das galt einst als universelles Gesetz, es entsprach damals der generellen Mentalität der Menschen zu dieser Zeit, dass das Abkehren von seiner Religion ein Generalvergehen war, das mit dem Tode bestraft werden sollte - es existierte damals übrigens ebenso im Christentum. So wurde zu jener Zeit verfahren, um die Religion zu schützen....
Doch das ist eben nicht mehr die Mentalität unseres Zeitalters! Und wenn wir uns das Grundprinzip des Islam genauer ansehen, so gilt es doch, Menschen von dieser Religion zu überzeugen." Wer heutzutage die alte Apostasie-Gesetz im 21. Jahrhundert anwende, würde allerdings Leute von dieser Religion eher wegtreiben, anstatt sie anzuziehen - was also den gegenteiligen als den gewünschten Effekt bringe!

Auseinandersetzung mit Publikationen der Terrorgruppen geplant



Auf der Konferenz wurde unter den Mitgliedern dazu aufgerufen, schriftliche sowie andere Medienpublikationen zu sammeln, welche von terroristischen Gruppen unter dem Deckmantel des Islam herausgegeben werden, um sich ganz gezielt mit deren Argumenten auseinandersetzen zu können und ihnen künftig besser etwas entgegehalten zu können.

In einer der Arbeitgruppen mit dem Namen "Beitrag muslimischer Frauen zum Festigen von Friedenwerten" ging es überdies erstmals um Frauenfragen im Zusammenhang mit muslimischen Gesellschaften.



Wer den ganzen Artikel in "The National" im Original lesen möchte: Hier entlang! 



Montag, 27. April 2015

A Walk in the Park: Mushrif Central Park


Was mir an Abu Dhabi sehr gefällt, ist das viele Grün überall. Nicht die erste Assoziation, die einem einfällt, wenn man "die Emirate" hört. Doch wenn man durch die Stadt fährt, springt ins Auge, dass jeder Mittelstreifen, jeder Kreisverkehr, fast jede freie Fläche mit Rasen begrünt, mit Palmen, Büschen und Blumen bepflanzt ist. Gerade auch im Vergleich zu Dubai mit seiner himmelstrebenden Glas-und-Beton-Pracht ist die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate eine richtige Oase im Herzen des Wüstenstaat.
Möglich machen das eine umfassende Stadtplanung, welche vom Staatsgründer Sheikh Zayed begonnen wurde, aber auch ein aufwändiges Bewässerungssystem sowie ein Heer an Gartenarbeitern, welche alles täglich hegen und pflegen.


Emiratische Mädchen beim Spaziergang. Handy und Coffee to go immer dabei.
Ein neues grünendes und blühendes Kleinod mitten im Herzen der Stadt hat gerade erst vor wenigen Wochen (wieder) eröffnet - der lange wegen Umbauarbeiten geschlossene Mushrif Central Park.

Das Gelände ist geschickt aufgeteilt in einen riesigen Rasen in der Mitte, welche zum barfuß Schlendern, die Picknick-Decke Ausbreiten und gemütlich Niedersetzen oder auch zum Fußballspielen einlädt. Darum gruppieren sich einige Zonen, die durch Wege und zahlreiche plätschernde Wasserläufe und Fontänen getrennt sind. Gleich hinter dem Haupteingang fließt Wasser an beschrifteten Granittafeln herab, die Zitate von Sheikh Zayed tragen.

Wasserwand
Die kleinen Inseln laden zum Springen ein.




 Schon von weitem sichtbar ist der 28 m hohe botanische Pavillon, in welchem exotische Pflanzen im feinen, an Dschungelnebel erinnernden Sprühnebel gedeihen. Diese Konstruktion kann man zu Fuß (oder per Aufzug) erklimmen und von der Aussichtsplattform aus einen schönen Rundblick über die Stadt genießen.

Mich haben jedoch besonders die Mobiles auf der großen Zentralwiese beeindruckt: Zarte, hoch oben angebrachte Metallkonstruktionen verschiedener Form, welche sich beim leistesten Lüftchen bereits zu bewegen beginnen und immer neue, formvollendete Gestalten annehmen.

Das Amphitheater soll künftig diversen kulturellen uns sportlichen Veranstaltungen dienen.

Des weiteren gibt es für jüngere Kinder - neben normalen Kletterspielplätzen - auch einen "Musikpark": Riesige, farbige Percussionsinstrumente, wie ein Xylophon und Röhrenglocken, auf denen mit Klängen experimentiert werden kann.
Ein Streichelzoo mit Schafen, Ziegen, Ponys und Kamelen (rund ums Jahr verteilt, nicht immer sind alle zu sehen) lädt dazu ein, mit den Tieren zu spielen oder bei der Fütterung zuzusehen.

Abgerundet wird das alles durch solche Angebote, wie Yoga-, Fußball- und Fitness-Treffs oder samstags den Bio-Markt, wo Händler frisches Obst und Gemüse, aber auch Handwerkserzeugnisse verkaufen. Und natürlich kann man im einen oder anderen Café oder Kiosk auch etwas gegen Hunger und Durst tun.


Blick von der Aussichtsplattform Richtung "Schiefer Turm" (Capital Gate) am Messegelände im Hintergrund. Das ist das mit 18 Grad Neigung architektonisch am stärksten geneigte Gebäude der Welt!

Mit hat es hier, wie auch anderswo immer, viel Spaß gemacht, vor allem den einheimischen Familien ein wenig zuzusehen und Vergleiche mit uns selbst anzustellen: Wie unterschiedlich oder eben auch ähnlich manches in den emiratischen Familien abläuft.

Auch wenn aus Gründen der Müllvermeidung und sonstigem Gefährdung im Mushrif Central Park das Grillen verboten ist (Zuwiderhandlung kostet 500 Dirhams), so sitzen Emiratis in ihrer Freizeit eben gern mit der Großfamilie auf der Wiese und essen gemeinsam. Ab einer gewissen Personenzahl separieren sich dann meist die Männer und die Frauen, während die Kinder oft recht unbekümmert dazwischen herumtoben. Wenn eine Nanny mit ist, versucht dann diese, mehr oder minder erfolglos dem fröhlichen Treiben Zügel anzulegen. Spätestens dann, wenn die Jungs mit Fußballspielen anfangen, ist es damit aber ohnehin vorbei.... Babys oder Kleinkinderr jedoch werden meist von Mama und Papa (sowie weiteren Verwandten) gleichermaßen geherzt und verwöhnt und "dürfen" dann noch quasi fast alles.

Ich stelle mir jedoch vor, dass es morgens um zehn oder abends kurz vor zehn, wenn der Park über Nacht schließt, dort ganz besonders reizvorll sein muss: Wenn außer dem Plätschern der Springbrunnen und Vogelgezwitscher dann Stille sich über die Büsche und Bäume gesenkt hat.....



Sonntag, 19. April 2015

Wüstensöhne On Ice

Wer "Wüste" und "sommers an die 50 Grad im Schatten" hört, kriegt vermutlich gleich Schweißausbrüche, wenn diese Begriffe zusammen mit dem Wort "Sport" fallen. Neben Sandboarden oder Kamelritten klingt da "Wassersport" schon wesentlich entspannter, und in der Tat kann man in den VAE von Schwimmen, Tauchen und Schnorcheln über Bootfahren, Wasserski, Wasserball bis hin zu Jetski so ziemlich alles ausüben; nur für Surfen und Segeln reicht der Wind eher nicht.

Doch auch sonst gibt es in Abu Dhabi und den anderen Emiraten jede Menge Sportmöglichkeiten. Ich behaupte mal: Alle uns bekannten sowieso, inklusive einiger, welche nicht in der westlichen Hemisphäre beheimatet sind, hier aber über die vielen Expats Eingang gefunden haben. Sogar Ski kann man in der Mall of the Emirates in "SkiDubai" fahren! (bisschen dekadent und deplatziert vielleicht, aber viele haben eben Spaß dran).

Ihre Großväter schaukelten vielleicht noch auf Kamelen durch Dünen, auf welchen heute Abu Dhabi erbaut ist.                      Diese Jugendlichen hingegen fahren so elegant wie rasant Schlittschuh!

Als ich nach Abu Dhabi kam und mir jemand die Schlittschubahn zeigen wollte, kam ich mir anfangs veralbert vor - bis ich die Eissporthalle in der Sheikh Zayed Sports City mit eigenen Augen sah.
Öffentliche Eisbahnen gibt es u.a. auch in der Marina Mall Abu Dhabi sowie in der Dubai Mall.

Von Eisschnellauf über Eishockey bis Eiskunstlauf treffen sich in der Halle der Sheikh Zayed Sports City zu festen Trainingszeiten die Sportclubs, welche dort trainieren. Die restliche Öffnungsszeit steht der Öffentlichkeit offen; es gibt "Familieneisdisko" genauso wie "Ladies only"-Termine für traditionsbewusste Emiratinnen.
Mit "Ringette" steht in der Eissporthalle Abu Dhabi sogar eine Eissportart auf dem Plan, von der ich zuvor noch nie gehört hatte. Bemerkenswert finde ich überdies, dass es eine weibliche emiratische Eishockey-Mannschaft gibt!


Einer nimmt Anlauf und springt......



.... über seine auf dem Eis Liegestütz machenden Kumpels!

An solch einem Publikumsabend tummeln auch wir uns auf der Eisfläche; einige mehr, andere weniger geschickt. Während man dort mir - auf Kufen - wohl viele Attribute zuschreiben kann, von welchen aber keines "elegant" heißt, lassen einige der jungen Araber dafür um so mehr davon sehen. Neben atemberaubenden Sprung-Stunts gleiten sie auch einfach so, schnell oder lässig, auf jeden Fall aber gekonnt über die Eisfläche. Manch einer behält trotz Chartsmusik aus den Lautsprechern die Stöpsel seines Handys im Ohr für die ganz persöniche "Mugge", telefoniert angelegentlich mit jemandem, oder aber schreibt, während er sich gekonnt zwischen anderen Schlittschuhläufern hindurchschlängelt, eine Textnachricht nach der anderen. Wer sich mit der Kumpels-Gruppe besser unterhalten will, macht eine halbe Drehung und palavert die restliche halbe Runde eben rückwärts fahrend....

Die sportlich-lockere Atmosphäre ist dazu angetan: Man hat den Eindruck, hier läuft neben dem rein sportlichen Programm noch ein weiteres..... Die Schlittschuhbahn scheint auch "Flirtbörse" für junge Emiratis zu sein! Inmitten einer doch im Inneren nach wie vor konservativen Gesellschaft, wo oft immer noch vor Heiraten die Eltern das letzte Wort haben, ist das ein amüsant und rührend zu beobachtender Vorgang.

Arabische Mädchen, das links mit blauen Kontaktlinsen.

Die lässigen Jungmänner in der Überzahl posen nicht nur füreinander, merkt man, sondern auch für die wenigen arabischen Mädchen, welche sich nicht ganz so gekonnt, dafür aber modisch schick gekleidet auf die Kufen stellen. Ihre langen, schwarzen Abahjas haben sie vorhin in der Umkleide zurückgelassen, habe ich registriert (wäre ja auch unpraktisch).
Während sich beispielsweise zwei Freundinnen anfangs noch gegenseitig an den Händen geklammert halten - eine davon trägt übrigens bemerkenswert knallblaue Kontaktlinsen, was sicher unter so vielen Schwarzäugigen attraktiv erscheinen soll ! - sieht man die zwei schon bald rechts und links an der Hand eines der Jugendlichen, der sie nun in ihrer Mitte galant übers Eis zieht......


Und während die westliche Expat-Jugend doch eher zögerlich an die Nachahmung der Stunts herangeht :-)   ....
..... legen sich die nächsten vier Emiratis schon wieder als "Balken" für einen Springer bereit.
Von abends um neun bis halb zehn werden sogar noch die Leuchtstrahler über der Eisfläche etwas gedämpft; zur Popmusik kommt da richtig romantische Stimmung auf! Pünktlich wird es wieder hell.


Ach ja..... einer der Kufenkünstler lieferte anschließend in der angeschlossenen Pizzaria gleich noch ein sehr solides Konzert mit Flamenco-Klängen von seiner Gitarre! Multitalent, sozusagen.

Kufen an den Füßen, Gitarre auf dem Schoß....



Montag, 13. April 2015

Fleisch vom Schwein - darf sein! (Oder: dezenter Konsum)


Ich brauche es nicht ständig. Andere dafür um so öfter.
Die Rede ist.....nein, nicht vom Alkohol, das Thema hatten wir schon. :-)
Sondern von Fleisch - und zwar dem vom Schwein.


Vielen Moslems mag ganz natürlich die Begründung für das Schweinefleischverbot genügen, dass Allah so einst für die Gläubigen bestimmt hat:

„Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld; wahrlich, Allah ist allverzeihend, barmherzig.“
– Koran 2, 173

Hinter dieser verspiegelten Schiebetür eröffnet sich das Reich des Schweinefleischs... für Nicht-Moslems only.


Nicht-Moslems jedoch fragen an dieser Stelle doch gern noch einmal: "Ja, aber warum denn nun wirklich?"

Abgesehen davon, dass es dieses Verbot ja auch im Judentum und Teilen des Christentums gibt (Siebenten-Tag-Adventisten), kann man dazu zwei Erklärungen anbieten. Die eine lautet, dass Schweine oft als Abfallfresser als "unrein" angesehen wurden und daher eher Abscheu erregten. Auch die im heißen Klima leichte Übertragung von Trichinose auf den Menschen durch den Verzehr von nicht komplett durchgegartem Schweinefleisch wird oft zitiert.
Darüber hinaus führt eine weitere Theorie ins Feld, dass das Schwein, welches bis vor ca. 4000 Jahren in den später moslemischen Regionen lebte, durch den damaligen Klimawandel ein Nahrungskonkurrent für den Menschen wurde. Bei - durch steigende Hitze und Dürre - zurückgehender Vegetation setzten sich in der Haltung Wiederkäuer durch, welche sich in diesem Klima besser hielten und ohnehin für den Menschen unverwertbare Pflanzen fraßen.

Wie dem auch sei - ein gläubiger Moslem isst keinerlei Schweinefleischerzeugnisse. In Ländern wie Saudi-Arabien oder Libyen haben wir auch tatsächlich strikt niemals welches zu kaufen gefunden.
Doch in den Vereinigten Arabischen Emirate mit ihrer kosmopolitischen Bevölkerung, von der rund ein gutes Drittel gar nicht muslimisch ist (die Angaben hierzu schwanken etwas), kann man so etwas schwierig durchsetzen.

Wie so oft, wurde also für die vielen Schweinefleisch-Esser im Land eine Regelung installiert, welche allen gerecht wird. In der hiesigen Supermarkt-Kette Spinneys (und ein paar weiteren) gibt es diese undurchsichtige Tür. Spinneys Supermarkt - der mit "Extras".
Auf der Tür befindet sich der Hinweis, dass diese Abteilung nur für Nicht-Moslems gedacht ist, weil dahinter Schwein in allen denklichen Variationen die Auslagen füllt.


Die "Fleisch- und Wurstprodukte mit Schweinefleischbestandteilen"-Abteilung von innen.

Im Eldorado des Schweinfleisch-Connaisseurs dann kann man alles kaufen, was das Herz begehrt: Von frischem Filet und Steak über Schinken, Salami bis zu Erzeugnissen anderer Fleischarten, welche jedoch mit Schweinebestandteilen angereichert sind (Entenleberpastete durch Schweineschmalz, Wiener Würstchen aus Rind mit Schwein gemischt etc.) sowie Fertiggerichte, wie z.B. Englische Pasteten á la "Lamb and Kidney Pie" oder auch Pizza mit Salamibelag.

.... und auch Deutsche Salami in der Packung.
Pizza mit Schweinesalami gibt's nur hier.....






Würstchen der deutschen Firma Hochwald.

Und so ist es mal wieder allen recht gemacht: Die nicht-moslemischen Bewohner der VAE können  ihr Schweinesteak genießen. Und Moslems, welche sich vielleicht schon allein durch den Anblick von Schweinefleisch unangenehm berührt fühlen mögen, wird dieser erspart.


Sonntag, 5. April 2015

Besuch im Zoo von Al Ain


Afrika-Anlage im Zoo von Al Ain.
https://www.flickr.com/photos/dougbelshaw/4468731175/

Wohin gehen fast alle Kinder gern? Richtig, in den Zoo!
Das ist hier nicht anders als in Europa, und bei meinen Kindern nicht anders als bei anderen.
Die Schulferien rufen also geradezu danach, einmal wieder einen Abstecher in die Oasen-Stadt Al Ain im Osten des Emirats Abu Dhabi zu machen, in welcher sich ein schöner Zoologischer Garten befindet.


Die Anlage ist modern und großzügig gestaltet, überall gibt es Schattenspender.
Der Zoo in Al Ain hat sich vor allem Tieren der ariden und warmen Klimate verschrieben. So finden sich neben vielen anderen Arten auch einige Herden von auf der arabischen Halbinsel typischen Arten, wie der Arabischen Oryx-Antilope, welche 1972 in der Wildnis ausgerottet war, doch dank spezieller Zuchtprogramme später wieder zurück-ausgewildert werden konnte. 
Der Staatsgründer der VAE, Sheikh Zayed Al Nahyan, hatte rechtzeitig voll Weitsicht die Gefahren für den Naturschutz erkannt, welche durch die dramatisch vorangetriebene Modernisierung seines Landes den inidigenen Arten beii Flora und Fauna drohten. Er gründete 1968 den Zoo Al Ain im Bestreben, sowohl eine Zuchtstätte für bedrohte Arten als auch eine Bildungsstätte für seine Landeskinder zu schaffen.

Etwa 170 Arabische Oryx bilden heute die Zuchtherde des Al Ain Zoos in Abu Dhabi. In Abu Dhabi sollen bis 2012 rund 500 Tiere in einer neu geschaffenen Schutzzone ausgewildert werden. So konnte erfreulicherweise die Weltnaturschutzunion (IUCN) die Arabische Oryx von stark gefährdet auf gefährdet zurückstufen. Heute leben in einigen arabischen Ländern wieder größeren Oryx-Herden frei (allerdings unter besonderem Schutz).


Giraffe auf Spaziergang
Tropenpflanzen fühlen sich hier wohl






Die Einrichtung mit seinen artgerechten Anlagen gefällt offensichtlich nicht nur ihren Bewohnern, welche dies mit erfreulichen Geburten- und Schlupfraten danken. Auch bei der Bevölkerung des Landes ist er ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Die Mauern der Gehege sind mit Sichtscheiben in Kniehöhe auch für die kleinen Besucher des Tierparks besucherfreundlich gestaltet, es gibt ein Spielgelände, schattig-grüne Parkanlagen zum Verweilen und diverse Kioske sowie eine Selbstbedienungsgaststätte fürs leibliche Wohl. 
Das Gequengel vor den niedlichen Plüschtieren aller Art im Zoo-Shop schließlich erklingt ziemlich international... - ob die Kinder dort nun dann "erfolgreich" sind oder nicht: In den Zoo Al Ain gehen sie immer wieder gern.

Durch die Vogelanlage kann man auf einer
Hochbrücke hindurch spazieren.
Nicht extrem unterbelichtet, sondern extrem
gemütlich: Für die Flughunde, welche nacht-
aktiv sind, bleibt im Dunkelhaus das Licht aus.




















Überdies existiert in Zusammenbarbeit mit der ADEC (Abu Dhabi Education Council) ein Schülerprogramm ähnlich dem, was wir in Deutschland als "Zooschule" in vielen großen Tiergärten kennen. Abgestimmt auf die Klassenstufe der Schüler werden besondere Führungen mit Lerneffekt angeboten.
Da der Bildungsauftrag an die Institution "Zoo" ernst genommen wird, erweitert man demnächst das Gelände des Streichelzoos sogar noch, welcher den hiesigen Kindern engeren Kontakt mit der Tierwelt ihres Landes und mit Tieren generell ermöglichen soll; überdies können sie sich dort dann auch mit einheimischen Pflanzen vertraut machen  - Äpfel und Tomaten wachsen nämlich auch hierzulande nicht im Supermarktregal, und Kartoffeln leben nicht schon immer als Puree-Pulver in einer Tüte!....


Sonntag, 29. März 2015

In eigener Sache // On my own account



ENGLISH

This BLOG turns one year now. Thanks to all permanent and occasional readers, who are interested in this country, the daily life here in general and mine in particular!

On occasion of this anniversary I am going to start a new column (on top): ENGLISH. This has a reason. Meanwhile this BLOG gets access from all over the world. Perhaps, sometimes readers are disappointed when they come across by using Google key words.... just to realize that all the texts are available in German only. Therefore, little by little, I am going to transfer the content of the most read articles into English.

For more languages there is now an automatically translation support: On the right side, under my photo, you just choose any language in the drop-down menu -  the page will be translated.

If you feel like - just send me your ideas what kind of topics you would like to read here in the future.

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DEUTSCH

Dieser BLOG feiert gerade seinen einjährigen "Geburtstag". Danke an alle permanenten und gelegentlichen Leser, welche sich für die Vereinigten Arabischen Emirate, das Leben hier im Allgemeinen und meines im Speziellen interessieren!

Zur Feier des Tages gibt es ab sofort eine neue Rubrik in der Linkleiste oben: ENGLISH. Aus  einfachem Grunde. Inzwischen hat dieser BLOG regelmäßig Zugriffe von Menschen aus aller Welt. Sicher werden einige davon - die möglicherweise über eine Stichwortsuche hierhin gefunden haben -  enttäuscht sein, wenn sie den deutschen Text nicht verstehen. Deshalb habe ich vor, peu à peu die meistgeklicktesten Artikel ins Englische zu übertragen - nicht unbedingt immer Wort für Wort, aber in den Grundzügen.

Für weitere Sprachen gibt es neuerdings die automatische Übersetzungshilfe: Auf der rechten Seite, unter meinem Foto, die gewünschte Sprache im Drop-down Menü wählen - dann wird die Seite übersetzt.

Wünsche für Themen, welche Ihr / Sie hier künftig lesen woll t/ wollen, nehme ich gern weiterhin entgegen. Ab sofort auf Deutsch und Englisch!



Sonntag, 22. März 2015

"Heimatkunde"-Festival auf emiratisch


Jedes Jahr lädt Abu Dhabi seine Bevölkerung - die einheimische wie die ausländische - sowie deren zahlreiche Gäste zu einer lebhaften Art von "Landesschau": Dem zehntägigen Qasr al-Hosn-Festival.

Blick aufs Festivalgelände des Forts: künstlicher See, extra angelegt zur Illustration des Themas "Meer"!
 
Die Stadt mit ihrer, historisch gesehen, unwahrscheinlich kurzen Geschichte präsentiert sich dann im Herzen der City: Auf dem Gelände des "Weißen Forts" der Stadt, dem Qasr al-Hosn (das arabische Wort "Kasr" steht für Palast, "Hosn" für Burg). Im ersten aus Stein errichteten Gebäude der heutigen Haupstadt der VAE, das seit den 30er Jahren des 20. Jh. seine jetzige Form hat, residierten seit 1793 die Scheichs der Familie Al Nahyan. Heute dient das Fort als Museum aber nur noch kulturell-historischen und touristischen Zwecken.

"Oase" mit extra angepflanzten Dattelpalmen für die Festivalbesucher. Hat richtig Flair!

An dieser Stelle möchte ich darunter einmal mein absolutes Lieblingsbild von Abu Dhabi einflechten. Es zeigt die Festung vor rd. 50 Jahren - inmitten von Abu Dhabi.
Sie sehen ringsum nur Sand und Palmen, aber keine Stadt? Richtig. Die gab es noch nicht. Es ist fast unglaublich, wenn man heute durch diese hypermoderne Großstadt an genau diese Stelle fährt oder geht. Zu Zeiten, als ich noch nicht ganz geboren war, (was nun auch wieder noch nicht soooooo lange her ist), gab es exakt an gleicher Stelle noch gar nichts, was - bis auf ein paar Palmblatthütten und eben dieses Fort  - mit menschlicher Besiedelung in Verbindung hätte gebracht werden können!

Das Fort vor ca. 50 Jahren. Vergleiche bitte mit meinem aktuellen Foto von oben!                                http://archive.qasralhosnfestival.ae/about-qasr-al-hosn/about-qasr-al-hosn/

Das Festivalgelände in den Mauern des Qasr al Hosn wird jeweils in einzelne Abschnitte unterteilt, welche das Leben der Emiratis hier im Gestern und Heute widerspiegeln sollen. Da gibt es, selbstredend, die "Wüsten"-Zone mit Falkenvorführungen und Kamelgehege. Daran an schließt sich das "Oasen"-Areal mit hohen Dattelpalmen, durch welche sogar ein Stückchen extra angelegter Bewässerungsgraben führt, wie er typisch für die Oasen in der umgebenden Wüste Rub al-Khali sind.
Es gibt das ("alte") "Abu Dhabi" mit nachgebauten Bazaren, an deren Ständen man historisch inspirierte Handwerks- und Alltagsgegenstände kaufen kann.


"Oasen"-Zone
Einer der vielen traditionellen Verkaufsstände
Festivalgelände vor dem Qasr al-Hosn, dem "Weißen Fort" von Abu Dhabi

"Dünen"-Zone mit gähnender Kamelmama und ihrem Baby
Bühnen für kulturelle Vorführungen sind aufgebaut, eine kleine Einheit von emiratischen Soldaten in historischer Uniform marschiert unermüdlich durch die Besuchermassen. Es gibt viele provisorische Cafés und Raststätten, in denen man typisch emiratische Speisen probieren kann.




Mein Lieblingsabschnitt beim Qasr al-Hosn-Festival aber ist jedes Jahr der "Meer"-Bereich, welcher die enge Verwobenheit der alten Einwohner von Abu Dhabi mit dem maritimen Leben zeigt: Alte Männer hocken auf dem Boden, flicken Fischernetze, bessern Reusen aus, arbeiten an der kärglichen Ausstattung, mit welcher noch Anfang des vorigen Jahrhunderts hier nach Perlen getaucht wurde.

Zentrum dieser Zone ist ein See, der extra jedes Jahr nur für dieses Festival auf dem Gelände des Forts künstlich eingerichtet wird! Dhaus, die traditionellen Schiffe in der Region, liegen auf diesem "Meer". Aus Lautsprechern abgespieltes Meeresrauschen simuliert etwas mehr Naturnähe inmitten der umliegenden Wolkenkratzer außerhalb der Fort-Mauern.... Über Laufplanken kann man der neugierige Besucher sogar auf diese Schiffe drauf und sich alles anschauen.
Jedes Mal bin ich davon fasziniert, wie viele Emiratis sich neben den vielen interessierten "Fremden" immer einfinden (am Einlass zum Festivalgelände muss man zu vielen Tageszeiten Schlange stehen; der Parkplatzmisere werden die Veranstalter mittels eines gut funkionierenden Shuttle-Bus-Systems Herr.)



Es scheint, als ob alle, die einen Bekannten oder Verwandten haben, welcher auf der Bühne, an einem der Stände oder Handwerkervorführungen beteiligt ist, ihn oder sie besuchen kommen! 
Ganze Schulklassen wandern als "Heimatkunde-Unterricht" von Station zu Station, alle restlichen Emiratis des Landes kommen einfach aus Neugier, Stolz und, um die eine oder andere Leckerei zu kosten und vermutlich "Das schmeckt ja wie bei Oma!" auszurufen..... Stelle ich mir zumindest vor. Ich habe eine Süßspeise aus gekochtem Sago mit Safran probiert; die war ungewohnt glibberig. Doch würde mir dort jemand rote und grüne Götterspeise serviert haben, hätte ich bestimmt so nostalgisch lächelnd geseufzt, wie die Emiatis vor mir in der Schlange, welche ihre Sago-Schälchen zu einem der Sitzpolster trugen.

Handtrommeln und Reihen von weiß gekleideten Männern, welche sich mit Kamelstöcken im Takt ihres Gesangs wiegen: Traditioneller Tanz, wie er auf Hochzeiten und anderen festlichen Gelegenheiten bis heute hier überall ausgeführt wird.
"Kahwa", der arabische Kaffee aus frisch gemörserten halbgrünen Kaffeebohnen mit viel Kardamom, wird in einer aufwändigen Zeremonie herstellt - natürlich auch für Touristen. Wichtig dabei heutzutage: Nie ohne die Handy-Kamera!!! :-)

So, und wem so viel emiratisches Lokalkolorit noch längst nicht reicht, der kann sich nun zum Schluss dieses winzige Filmschnipsel von den tanzenden und singenden Männern ansehen. Aufgenommen, wie solltes es anders sein..... mit meiner Handy-Kamera!

Donnerstag, 12. März 2015

Sigmar Gabriel in Abu Dhabi: Gespräch mit Kronprinz Mohamed Bin Zayed Al Nahyan über Hassprediger in deutschen Moscheen


Anfang der Woche besuchte Vizekanzler Sigmar Gabriel auf seiner Reise durch mehrere Golfstaaten auch Abu Dhabi.

Tags zuvor noch hatte sich Gabriel in Saudi-Arabien bei den dortigen Staatslenkern nicht wirklich beliebt gemacht, als er sich für die Freilassung des wegen seiner gelinden Islam-Kritik zu 1000 Stockhieben verurteilten saudischen Bloggers Raif Badawi einsetzte. Mit dieser Menschenrechts-Forderung düpierte Gabriel somit die saudischen Machthaber, denn immerhin sollten ja bei diesem Besuch eigentlich die engen Wirtschaftsbeziehungen weiter gestärkt werden: Gabriel wollte ursprünlich gemeinsam mit 90 angereisten Wirtschaftsvertretern für Produkte made in Germany werben. Im übrigen verbindet das Wüstenland und Deutschland ja nicht zuletzt durch deutsche Rüstungsexporte bereits eine längere Tradition - was auf deutscher Seite zahlreiche Kritiker auf den Plan rief.

Natürlich konnte der Vizekanzler auf seiner Rundreise durch mehrere muslimische Staaten nicht die Augen davor verschließen, dass gerade in letzter Zeit viele Europäer und insbesondere Deutsche sich  vor dem Islam im allgemeinen und besonderen fürchten - Terrorgruppen, welche momentan im Namen Allahs Gräueltaten und Barbarei großen Ausmaßes verüben, geben leider dafür auch jede Menge Nährboden her.

Während Bundeswirtschaftsminister Gabriel das Problem von dieser Warte her bewusst war, muss ihn wohl doch überrascht haben, was er in einem langen Gespräch mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan am Vortag seins Besuchs in der Großen Moschee erfuhr.

Pressestimmen zufolge zeigte sich Gabriel sehr bewegt vom großen Ausmaß der Sorge, welche das Herrscherhaus in Abu Dhabi vor der weiteren Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Arabischen Halbinsel hat. Doch nicht nur das - immerhin ist ja davon auch das friedliche Emiratsgebilde selbst bedroht, weshalb dieser Verbund auch selbst aktiv gegen die IS vorgeht. Vizeregent Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan brachte das Gespräch von selbst auf dieses Thema und zeigte sich sehr verunsichert und besorgt, was den Aufschwung von muslimisch geprägten Hasspredigern in Europa angeht!
"Gabriel war überrascht, dass der Scheich das Verhältnis seiner Religion zum Terrorismus so unverblümt thematisiert. Dass der Islam nicht terroristisch ist, aber die meisten Terroristen derzeit islamisch sind - das ist eine Feststellung, die Gabriel offensichtlich nicht vom Scheich erwartet hat." (Zitat aus Spiegel online) Der deutsche Wirtschaftsminister sprach sich anschließend für eine an deutschen Hochschulen koordinierte Ausbildung auch für islamische Geistliche in Deutschland aus: "Es kann nicht sein, dass in deutschen Gebetshäusern Prediger aus Pakistan oder anderen Ländern predigen, die nichts wissen über unser Land", sagt er dazu.

Angesichts der Dringlichkeit dieser Probleme gingen die eigentlich geplanten Themen dieser Reise nach Abu Dhabi in der Rezeption deutscher Medien fast ein bisschen unter: Gabriel - bisher in den Emiraten in der führenden Tageszeitung "The National" eher unter der Bezeichnung "Germany's Super Dad" bekannt - war ja hergekommen, um Beziehungen im Bereich der Erneuerbaren Energien, Infrastrukturprojekten und Bildung auszubauen. Selbstverständlich besuchte er die Ökostadt Masdar-Green City in Abu Dhabi (selbiger werde ich demnächst einen Blog-Beitrag widmen).

Hier schließt sich dann für mich auch der Kreis aus Bundeswirtschaftsminister-Besuch, Gespräch mit dem Kronzprinzen über islamischen Terrorismus sowie Wirtschaftsbeziehungen mit Deutschland. Scheich Mohamed Bin Zayed Al Nahyan  ist u.a. Initiator von 'Masdar City' wie auch Vorstandsvorsitzender der staatlichen Investmentgesellschaft Mubadala Development Company. Mubadala wiederum gehört zu 100 % der Konzern GlobalFoundries - und dieser ist seit 2009 beispielsweise hundertprozentiger Anteilseigner des ehemals unter dem Namen AMD bekannten Halbleiterwerks in meiner Heimatstadt Dresden, das dort 3700 Mitarbeiter dort beschäftigt.

Abu Dhabi kann wirklich keinen - religiös oder nicht - gefärbten Terror gebrauchen: Weder im eigenen, prosperierenden Land, noch in geografisch fernen, aber wirtschaftlich eng verbundenen Staaten und Städten, wie eben auch Dresden.

Montag, 9. März 2015

"Mehndi", eine Körperbemalung mit Henna

     Mehndi der Hände aus der arabischen Welt (Marokko)                                                                                                      http://addisonhillphoto.com/wp-content/uploads/2013/08/Sakina_Jens_0021.jpg

Ursprünglich stammt die Sitte, die Hände und oft auch Füße der Frauen mit Henna-Ornamenten zu bemalen, gar nicht aus dem arabischen Raum, wie viele glauben, sondern aus Persien, von wo aus sie sich nach Indien ausbretete und erst von da nach Arabien gelangte.

Vor allem vor Hochzeiten wird nicht nur die Braut, sondern auch die gesamte weibliche Gästeschar kunstvoll mit dieser Körperbemalung verziert; allein schon der Tag der gegenseitigen Bemalung ist ein kleines Fest für sich.

Während in Indien durchaus figürliche Darstellungen wie menschliche Gesichter, Vögel und andere Tiere üblich sind, werden diese von den Moslems vermieden - das sogenannte "Bilderverbot" im Islam hat zur Ausprägung filigranster Ornatmentik im oft floralen Sinne geführt. Beliebt sind deshalb bei Henna-Bemalungen in der arabischen Welt vor allem grosse, blumige und geometrische Designs. Oft  bedecken diese Muster fast komplett die Hand, wobei oft auch die Fingerkuppen und -nägel mit Henna gefärbt werden.

Drei Stunden "Sprachlosigkeit" dank meines beduinischen Mehndis


Als ich bei den Frauen einer Beduinen-Familie in Saudi-Arbien vor ungefähr fünfzehn Jahren meine erste Henna-Bemalung an den Händen erhielt, wusste ich noch nicht so recht, worauf ich mich da einließ. Wir waren durch Zufall von dieser nomadischen Familie in ihre Zelte eingeladen worden und kamen dieser Bitte natürlich voller Neugier und Freude nach.
Anfangs hatte man nebst meinem Manne auch die europäische Frau im "Männerzelt" höflich empfangen und bewirtet - nach einer knappen Stunde etwa wurde ich dann von einem der Brüder auf Englisch eingeladen, seine Mutter und die Schwestern kennenzulernen, welche sich in einem Zelt nebenan aufhielten.

Bis zu der Idee mit dem Henna war dort dann die "Konversation" mit den ausgesprochen liebevollen, warmherzigen Frauen des Hauses -  oder besser:Zelts - mangels eines erkennbaren Arabischs bei mir oder Englischs bei ihnen "mit Händen und Füßen" verlaufen, was auch ganz gut klappte.
Die Frauen umhegten mich mit Häppchen und Tee zwischen weichen Kissen auf dem Teppich wie eine lang verlorene Schwester. Schließlich jedoch kam eine auf die prachtvolle Idee, doch einmal meine weißen Hände zu verzieren. Ich nickte freudig, als man mir erklärte, dass ich auch so schöne Bemalungen wie sie erhalten würde.

Es wurde eine Schüssel mit der dicken schwärzlichen Pampe geholt. Eine der halbwüchsigen Schwestern hockte sich zu meiner Linken, die andere zu meiner Rechten - und dann ging es los. Ranken, Blumen, Tupfen auf den Handflächen, die Fingerkuppen bis zum zweiten Fingerglied mit der Masse eingewickelt. Hernach wurde mir bedeutet, die Hände nun zum Trocknen des Kunstwerks weiter geöffnet nach oben zu halten. Toll - ich hatte nicht gewusst, dass das Trocknen ungefähr drei  STUNDEN dauern würde!....
Nun konnte ich auch keine kleinen Zeichnungen zur Verständigung mehr malen oder eben "mit den Händen reden": Ich war zur nächsthöheren Stufe an "Sprachlosigkeit" verurteilt.

Beim Aufragen ist die Paste noch wesentlich heller, als nach dem Trocknen.                                http://footage.framepool.com/shotimg/qf/114436204-mehndi-salalah-henna-blumenmuster.jpg
 
Die Bedu-Frauen fanden es lustig, fütterten mich wie einen kranken Spatz und zeigten mir das möglicherweise einzige Buch im Umkreis mit ein paar Fotos, während mir fast die hochgereckten Hände einschliefen....
Meinem Manne, der inzwischen aus dem Nachbarzelt langsam wieder aufbrechen wollte, wo er mit den saudischen Männern zusammengesessen hatte, wurde als Bote ein kleiner Junge aus dem Frauenzelt geschickt, der erklärte: Er möge mal ruhig noch drei bis zehn Tässchen mehr des bitteren, mit Kardamom gewürzten Kaffees schlürfen... Bei seiner Frau könne das noch 'ne Weile dauern....

Schließlich war mein Mehndi getrocknet. Staunend sah ich, als die Wickel abgenommen wurden, dass bräunlich-orange Blumen auf meinen Händen erblüht waren. Wir schieden in herzlicher Eintracht von unseren beduinischen Gastgebern.

Nur eins war mir zuvor nicht klar gewesen: Man hatte auch meine Fingernägel mitgefärbt. Jedoch -  anders als auf der Haut -  verblasst die Farbe dort nicht von selbst mit der Zeit! Monatelang konnte ich dem Wachstum meiner Fingernägel zuschauen anhand der Linie, welche oeben das Orange im Nagel von der herausgewachsenen, natürlichen Farbe schied. Das sah grotesk aus. Nur ich wusste, warum ich viele Wochen lang ständig mit knallrot lackierten Fingernägeln unterwegs war!....


Diese beiden Henna-Tattoes hat mir hier in Abu Dhabi meine
neunjährige Tochter gemacht - sieht doch klasse aus, oder?!


Montag, 2. März 2015

"Flüssig Brot" - wie man an Getränke kommt, wenn man mal kein Wasser will


Manchmal lebt der Mensch (vulgo der Deutsche Expat) auch nicht nur vom Brot allein.
In vielen muslimischen Ländern stellt einen das vor Probleme; Alkohol ist nun einmal nicht so recht Islam-konform. "Flüssig Brot" (Bier), Wein oder andere geistige Getränke gehören jedoch für Leute aus westlichen Herkunftsländern oft zur Geselligkeit oder Kulinarik schlichtweg dazu. Auch für mich gehört zu einem "runden" Essen ein gutes Glas Wein.

Einkauf im Alkohol-Geschäft namens "High Spirits"

Das Alkoholverbot wird in einzelnen Staaten ganz unterschiedlich gehandhabt. In Saudi-Arabien z.B. saßen wir wirklich auf dem "Trockenen" - merke: Es ist nicht immer von aridem Klima die Rede, wenn auswärts Lebende von einem "dry country" berichten, sondern möglicherweise auch von einem Land mit striktem Alkoholverbot! Das wurde dort weiland für uns nur unzulänglich verbessert durch diverse, vor sich hinblubbernde Kanister im Badezimmer. Eingeweihten muss ich jetzt nur den Begriff "Rauch-Säfte" zumurmeln....

In Delhi in Indien arbeitete ich intelligenterweise (zufällig) gleich bei DER - damals fast einzigen - Importfirma für Käse und Wein. Dort habe ich gelernt: Man kann sich sein Gehalt ja auch teils in "Naturalien" auszahlen lassen! So mussten wir nicht extra für ein Bier in eines der 5-Stern-Hotels gehen - denn nur dort wird in Delhi ausgeschenkt. In Libyen - ebenfalls "dry" - wiederum wusste uns meine arbeitsmäßige und freundschaftliche Nähe zu Diplomatenkreisen entsprechende zu Ware verschaffen.

Wie so einiges andere, ist auch dieses Thema in den Emiraten einmal wieder vergleichsweise einfach geregelt. Die Landesherren der VAE fanden für die vielen Ausländer, welche immerhin rund 85% der Gesamtbevölkerung darstellen, eine pragmatische Lösung. Motto: Zufriedenheit für alle, egal welcher Konfession.
In einem älteren Beitrag bin ich z.B. schon auf die in den VAE besonders eindrucksvoll beheimatete Einrichtung der "Ladies' Nights" eingegangen. Wenn man so will, eine - gemessen am muslimischen Umfeld - herausragend paradoxe Erfindung, die gerade darum großen Anklang findet.

Doch auch für den ganz unprätentiösen, heimischen Genuss sind Alkoholika hier im Laden erhältlich. Jedoch - um der Sensibilität des Themas Rechnung zu tragen - nicht im gewöhnlichen Supermarktregal, sondern in speziellen Geschäften. Theoretisch kann man da "einfach" so einkaufen gehen, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass es in Abu Dhabi durchaus klare gesetzliche Regelungen gibt: Wer Alkohol ohne Lizenz dazu erwirbt oder konsumiert, macht sich strafbar!

So sieht die Homepage aus, auf welcher man diese Lizenz beantragen muss. Angabe des Visums, des Arbeitgebers und ein Beleg, dass man kein Muslim ist, sind Pflicht.


Das ist die Homepage https://www.auhsl.ae/Consumers/Pages/Home.aspx für die Beantragung der Lizenz

Die "Liquor Shops" der in Abu Dhabi einzigen Kette mit dem großartig gewählten Namen "High Spirits" selbst sind bemerkenswert gut sortiert und umfangreich ausgestattet. Unter Weinen, Bieren und Hochprozentigem aus aller Welt kann man z.B. chilenische Rotweine erwerben, österreichische Veltliner, natürlich superteure französische Champagnermarken, und sogar Rebengebräu aus dem anhaltinischen Saale-Unstrutkreis ("Rotkäppchen")!
Der Einkauf wird in stabile, schwarze Tüten verpackt, so dass man nach Verlassen des Geschäfts auch streng gläubige Moslems nicht einmal mit dem schieren Anblick von Alkohol belästigt. Erinnert ein bisschen an die Packpapiertüten im Amerika der Prohibition - ist aber doch hier eine für alle Beteiligten respektvolle Lösung, finde ich.

Erhältlich: Weine aus aller Welt, so auch aus Mitteleuropa

Die Preise sind so gehalten, dass man nicht gleich in Ohnmacht fällt. Jedoch auch so, dass man sich jedes Glas doch genauer überlegt - dies trifft in besonderem Maße auf Alkoholika in den Lokalen / Hotels mit Schanklizenz zu. Was zur Folge hat, dass in Abu Dhabi oder Dubai niemand auf ein Feierabendbierchen oder das Glas Rotwein zum Abendessen verzichten muss. Man allerdings auch nirgends betrunkene Menschen erlebt (hierfür sorgen wohl auch die dezent agierenden Sicherheitskräfte in den Restaurants).

Aber Achtung: Die Emirate haben unabhängig voneinander bestehende Gesetzgebungen. So ist z.B. Sharjah generell "trocken", d.h. es gibt auch in Hotels keinerlei Alkohol. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes steht hierzu:
"Die VAE sind ein islamisches Land. Alkohol wird zwar in einigen Hotels angeboten, jedoch ist der Konsum ohne Lizenz verboten. Bei Zuwiderhandlung und Anzeige muss mit der Abnahme des Reisepasses, einer längeren Gerichtsverhandlung und einer Geldstrafe gerechnet werden. Im Emirat Sharjah wird das Alkoholverbot besonders streng gehandhabt. Alkohol wird in keinem Hotel angeboten."

Bevor man also in die VAE einreist, sollte man sich die jeweiligen Bestimmungen genau zu Gemüte führen, um vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein!

Im übrigen: Ein Prosit auf diese Toleranz, die auf gegenseitigem Respekt fußt und somit sowohl für als auch gegen die Trinkgewohnheiten diverser Kulturen (fast) alles ermöglicht!