Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Samstag, 12. September 2015

Saluki - Der Wüstenhund der Beduinen

Bewerber beim Schönheitswettbewerb der Salukis auf der ADIHEX 2015 (Jagd- und Outdoor-Messe)

Hunde und Araber. Oft keine besonders liebevolle Allianz - gilt der Hund doch im Allgemeinen, genauso wie das Schwein, im Islam als "unreines" Tier. Zwar habe ich hier in unserem Wohnviertel an manchen Tagen den Eindruck, es gibt mehr Hunde als Einwohner auf der Straße - aber das liegt auch vor allem daran, dass hier sehr viele nicht-moslemische Ausländer samt ihren Vierbeinern leben.

Wenn man sich das Bild des stolzen Inbegriffs eines beduinisch geprägten Arabers vorstellt, dann zumeist in seiner langen, weißen Robe, weißes Araber-Pferd oder ein Kamel am Zügel, einen Falken auf der Faust oder aber über sich fliegend.
Doch auch der treue Begleiter - eben ein Saluki - darf an seiner Seite nicht fehlen! Denn dieser gilt den Einheimischen als "Ausnahmehund". Diese schlanken Windhunde, welche es in vielen Farben gibt (rot, schwarz, creme, braun, gefleckt), leisteten den Wüsten-Beduinen jahrhundertelang als Jagdhund und Gefährte Gesellschaft. Das Wort „Saluki“ entstammt einer arabischen Wortwurzel, die bedeutet „etwas tun, weil es einem in der Natur liegt“.

 

Früher einmal war für die Wüstennomaden der Saluki integraler Bestandteil ihres (Über-)Lebens, sprich der Jagd. Heute ist das für Emiratis oder ihre Nachbarn nicht mehr so einfach. Die Jagd wurde auch in den VAE limitiert und ist nur noch in einer speziellen Jagdzone freigegeben, in welcher speziell gezüchtete Tiere zur Jagd ausgesetzt werden dürfen. Wer dort mit einem Falken oder einem Saluki jagen möchte, muss das registrieren lassen und der zuständigen Regierungsstelle in Abu Dhabi einen Jahresbeitrag leisten.




Bis zu 75 km/h schnell kann der Saluki rennen und verfügt überdies über große Ausdauer. Natürlich ist er auch als einziger Hund an die krassen klimatischen Verhältnisse hier angepasst. Auf jeden Fall besser, als manch' Pudel, Mops oder gar sibirischer Husky, welcher hier im Viertel häufig über halb glühenden Asphalt "ausgeführt" wird... Mit ein Grund übrigens, warum wir den von unserne Töchtern lange ersehnten Hund nicht anschaffen: Nein, das würde ihm sicher nicht gut tun.

Auf dem Wettbewerbsgelände joggen die Besitzer mit den Tieren Runden. Diese müssen sich der Jury präsentieren und werden auf ihren Knochenbau und Muskulatur abgetastet - "Schönheit" ist ja auch gleichbedeutend mit guten, späteren Zuchteigenschaften!

Gern besucht werden hierzulande Saluki-Rennen. Doch auch "Schönheitswettbewerbe" in verschiedenen Kategorien hält man mit den edlen Tieren ab. Ein reinrassiger Saluki kann leicht knapp 2000 EUR kosten!
Mehr über diese Hunderasse lernen kann man im Arabian Saluki Center, seit 2002 das einzige professionelle Zuchtzentrum für den arabischen Saluki in der gesamten arabischen Welt, oder zumindest auf dessen Webseite.


Am Rande des Beauty Contests in einer der Messehallen der ADIHEX


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