Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Montag, 23. Mai 2016

Tanzen im warmen Regen: Clubs in den VAE


Wer hier schon länger mitlesen sollte, weiß es: Ich hänge gern ab und an einmal einen meiner Blog-Beiträge an allgemein üblichen Klischees auf.


Und da ich nun einmal mehr oder minder zufällig schon länger in verschiedenen Ländern mit moslemischem Hintergrund lebe, reizt es mich, wider den Stachel dieses pauschalisierenden "die Araber" zu löcken - was ja meist z.B. auch Mittelmeernationen einschließt, die jedoch geografisch gesehen genauso weit von der arabischen Halbinsel entfernt sind wie die Mitteleuropäer.
Oder "die Moslems"  - was Sunniten, Schiiten, Sufis... aber auch politische Extremisten wie IS oder Al Qaida, welche unter der Fahne des Islam mit ihren menschenfeindlichen Ideen segeln, unter einen Hut zu zwängen versucht. Oder auch ganz allgemein "diese Ländern dort unten"  - was meist irgendetwas unterhalb von Rom meint... und damit verschiedenste Kulturen, Nationen, Lebensgewohnheiten zusammenspannen will.
Für die von tropischer Wärme und Tanzen überhitzten Besucher der "Liquid Rain Party" gibt's Sprühregen von oben!

Nein, die Länder "Arabiens" und auch "die Moslems" sind teils in ihren Staatengebilden, ihrer Politik, ihrer Alltagskultur, in der Präsenz des Islam in der Öffentlichkeit und auch ihre Geschichte und Volksmentalität und ethnische Wurzeln so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann!

Und tatsächlich - wenn ich das Leben in z.B. Saudi-Arabien vergleiche mit dem hier im Nachbarland VAE (ich nehme dieses zum Beispiel, weil ich beide gut kenne und sie geografisch so nahe sind), dann liegen dort die sprichtwörtlichen 'Welten' dazwischen. Arabisch gesprochen wird in beiden, der Islam ist "Leitreligion", einheimische Männer und Frauen tragen sogar ähnliche Kleidung; auch das trifft ja auf wenige moslemische Staaten zu.
Regelmäßig Gastgeber für das feiernde Volk in Abu Dhabi: das Aloft Hotel

 

  "Ein weites Feld...." 



Doch während in Saudi-Arabien Alkohl, Bars und öffentliche Clubs mit Musik und Tanz einfach nicht existieren, versteht man es "nebenan" hier sehr wohl zu feiern! Und nein, damit ist nicht nur stilles Beieinandersitzen zu klagender orientalischer Musik von der einheimischen Laute namens Oud gemeint!

Besonders deutlich wird die Liberalität der Gesellschaft in den VAE darin, wie viele Möglichkeiten der Lebensgestaltung der international gemischten Bevölkerung gelassen werden. Ja, "Brot und Spiele" könnte man murmeln - jedenfalls scheint die Masse der immerhin freiwillig hier lebenden Ausländer zufrieden mit ihrem Umfeld.

Diejenigen, welche sich in der Ferne "Feiern" in den Emiraten als eine traditionelle Geschichte vorstellt, wo in schwarzes Tuch gehüllte Frauen am Boden hocken und die Männer nebenan Tee trinken, der irrt gewaltig.


Feiern und Tanzen an und im Wasser - mitten in den VAE

Pool-Parties gibt es auch auf Ibiza, in Kalifornien oder am Baggersee in Hessen, klar. Aber in "Arabien"?! Eine der abgefahrensten weit und breit, zu der sogar das verwöhnte Party-Volk aus Dubai extra anreist, sind die in Abu Dhabi regelmäßig im Hotel Aloft am Messegelände stattfindenden "Liquid Rain Parties". Damit dann keiner nachts wieder heim muss, gibt es für die Feier-Menschen dort extra kombinierte Party-Übernachtungs-Pakete.

Riesenpool, Bars - an denen nicht nur gefärbtes Wasser ausgeschenkt wird, Bühne mit bekannten DJs (hier ein Clip mit dem Auftritt des momentan gefeierten britischen DJs Jonas Blue unlängst bei "Club MTV meets Liquid Rain Pool Party"), aktuelle Charts- wie auch  Housemusic, Laserlichtgewitter, Stroboskopblitze, UV-Licht, Feuerfontänen, Nebelmaschinen und sogar GoGo-Tänzerinnen.
Oft treiben auch FeuerschluckerInnen ihr Wesen, blinkende Roboter bahnen sich ihren Weg auf Stelzen durch die Tanzenden; der besondere Kick jedoch sind die über der Tanzfläche angebrachten Sprinkler, welche laufend einen warmen "Regen" über den Massen versprühen. Binnen 30 Sekunden ist man pitschnass - wenn man nicht ohnehin gerade von einem Bad im Swimmingpool kommt. Muss man aber auch nicht, denn sogar IM Pool tanzen die Leute zu den Beats aus dem Boxen!

Bekannte DJs heizen den Massen ein

Ein Vorteil, der sich mir hier gegenüber ähnlichen Veranstaltungen in anderen Teilen der Welt bietet: Als Frau komme ich selbstverständlich kostenlos am Türsteher und der Kasse vorbei (vorausgesetzt, man ist über 21 Jahren)! Die Herren hingegen bezahlen alle Eintritt... Benachteiligung durchs Geschlecht - das kennt man doch in der westlichen Welt eher andersherum :-)
Übrigens - trotz frei fließender Drinks trifft man hier wie auch auf ähnlichen Veranstaltungen nie Betrunkene an; dafür sorgt ein umsichtig und fleißig agierendes Security-Team.


Wer es immer noch nicht glauben mag, dass Jux und Dollerei dieser Art mitten unter den "Arabern", gar "bei den Moslems" stattfindet (ja, einige der Gäste sind vermutlich sogar selbst welche....), wo Männer nur in Badeshorts bekleidet herumhüpfen und der weibliche Teil der Gäste in Netzkleidchen oder gleich ganz im Bikini - der schaue sich diesen originell gemachten Film an, der eine Menge Fakten und Zahlen über die "Liquid Rain Party" auflistet und nebenher gut die Atmophäre der Veranstaltung 'rüberbringt:


Keine Kommentare: