Es gibt die Goldmarie und die Pechmarie. Zumindest in Grimms Märchen.
Und dann gibt es noch die SandMarie. Die sitzt manchmal auf einer emiratischen Düne und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. So wie die Sandkörner herab, fließen dann gelegentlich Buchstaben durch ihren Sinn, welche sich zu Worten und Sätzen fügen: Über das Leben allgemein, das Leben als Expat in den Emiraten, über Menschen, Bücher (z.B. mein eigenes, s.o.), Erlebnisse....

Dienstag, 22. März 2016

Lachshäppchen mit Höhenaussicht - Burj Khalifa

High Tea, auf der Étagère serviert im Restaurant AT.MOSPHERE, mit Blick auf Dubai

Der Sekt im Glas perlt im AT.MOSPHERE auch nicht anders als anderswo. Dafür aber höher! Exakt 442 m über Normalnull befindet man sich dort im "höchst gelegenen Restaurant der Welt" (Guiness Weltrekord) - in der 122. Etage des Burj Khalifa (sprich: Burdsch Kalifa), dem momentan mit 828 m noch höchsten Gebäude auf diesem Planeten. 

Auf der 125. Etage befindet sich "The Top", die Besucheraussichtsplattform, für welche ein sehr striktes Vorbestellsystem besteht, um den vielen Touristen aus aller Herren Länder gerecht zu werden. Wer sich jenen um den besten Fotoausschnitt drängelnden Besucherströmen entziehen will und die Aussicht in dezentem Ambiente genießen möchte (allerdings  belegt mit einer ebenfalls "hohen" Verzehrpauschale...), ist mit einem Aufenthalt im AT.MOSPHERE gut beraten. (Vorbestellen!)


Kriegt man eigentlich nie komplett aufs Foto: Den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt

Burj Khalifa - ein Turmbau der Superlative. Wie ein äußerst schlanker Eisberg strebt der Wolkenkratzer gleißend und die Sonne reflektierend, scheinbar unaufhaltsam, in den meist leicht dunstigen Himmel über dem heißen Wüstenstaat Dubai in den VAE. 

Für das am 4. Januar 2010 eingeweihte Kunstwerk der Statik wurden seit September 2004 insgesamt 330.000 Kubikmeter Beton sowie Stahl und andere Materialien verbaut. Benannt wurde es nach dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa bin Zayid Al Nahyan, welcher nach der Finanzkrise 2009 seinem "Kollegen" Scheich Muhammad bin Rashid al Maktoum von Dubai mit einer Finanzspritze unter die königlichen Arme griff, um dieses sein "Familien"-Projekt fertigstellen zu können.

Rund 200 große und 650 kleine Betonpfähle wurden für den Bau des Dubaier Wahrzeichens in den Boden getrieben; sie reichen bis in eine Tiefe von etwa 70 Metern unter dem Meeresspiegel, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. Einige tausend Tonnen Stahl in den oberen Geschossen übrigens sind alte DDR-"Genossen"! - nämlich Recycling-Stahl aus dem abgerissenen Palast der Republik in Berlin!

Offiziell gibt es 163 nutzbare Etagen, auf welchen Büros, Fitness- und Wellnessbereiche, das Armani-Hotel, 1044 Apartments sowie die Privaträume der Projektgesellschaft sowie technische Wartungsareale untergebracht sind.
Um den gesamten Weg vom Erdgeschoss bis hinauf in die Spitze des Burj Khalifa zu Fuß zurückzulegen, wären insgesamt rund 11.300 Stufen zu steigen. Ich habe noch nicht gehört, dass das schon einmal jemand ausprobiert hätte...
 
Was man andernorts ans Wolkenkratzer bestaunen würde...


... wirkt vom Burj Khalifa aus gesehen wie Spielzeug! Blick auf die Wasserspiele (die grö0ten der Welt... natürlich!) zwischen diesem und der Dubai Mall.
 
Der Ausblick aus dem Restaurant jedenfalls ist atemberaubend. Direkt zu Füßen - somit in diesem Falle 442 m tiefer - das intensive Blau der Becken für die Wasserspielanlagen rings um den Burj Khalifa und die angeschlossene Dubai Mall. Daneben viele kleine, mannigfaltig geformte und von oben wie Spielzeug anmutende Hochbauten (von denen man weiß, dass jeder für sich mit vierzig oder auch siebzig Stockwerken eigentlich anderswo schon eine Höhensensation wäre...). Und überall immer noch neue, weitere Hochhäuser mitten im Bau...
Zarte "Ameisenwege" auf oft mehreren, einander kreuzenden Levels mit winzigen Fahrzeugen darauf durchschneiden die Hochhausansammlungen - und man erinnert sich, dass man noch vor wenigen Minuten selbst auf der Sheikh Zayed Road (der Hauptader Dubais) sein Auto lenkte, die sich da allerdings mit 12 Spuren und dicht befahren so gar nicht miniatürlich ausnahm! 

Tja, alles eine Frage der Perspektive.

Dubai von oben

Davor liegt der Golf von Arabien flach wie eine polierte Stahlplatte in der Sonne; das berühmte "7 Sterne"-Luxushotel Burj Al Arab in Form eines geblähten Segels kann man erkennen und die künstlich aufgeschütteten Inseln vor Dubai, wie die "Palme" sowie den Wolkenkratzerwald des neuen Stadtteils Jumeirah. Manchmal treiben kleine Wölkchen in halber Höhe vorbei; ein Anblick, den man sonst nur aus dem Flugzeugfenster kennt. Ein Besucher-Helikopter umkreist weit unter meinen Füßen in respektvollem Abstand den Burj Khalifa. Ein Erlebnis, das man wahrlich nicht alle Tage hat...

Kräne, wohin das Auge reicht- rings um den Burj Khalifa

Fotos: T. Hilscher, A. Döhring

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